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Knapp vor Kristoff und Démare: Sagan gewinnt einzige Flachetappe der zweiten Tour-Woche
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20.07.2018

Knapp vor Kristoff und Démare: Sagan gewinnt einzige Flachetappe der zweiten Tour-Woche

Info: TOUR DE FRANCE 2018 (2.UWT)
Autor: Felix Griep (Werfel)



Valence, 20.07.2018 – Es war nach dem großen Artensterben in den Alpen zwar ein Sprint mit nur noch sehr wenigen Topsprintern, aber trotzdem mit Sicherheit einer der spannendsten der 105. Tour de France. Zwar erfüllte Peter Sagan die Erwartungen und holte sich auf der 13. Etappe nach den Erfolgen von La Roche-sur-Yon und Quimper schon seinen dritten Sieg, doch Alexander Kristoff und Arnaud Démare boten dem Weltmeister zumindest starke Gegenwehr.


Das Profil der 13. Etappe der Tour de France

Nach den Alpen kaum noch Konkurrenz für Sagan
165 Fahrer waren nach dem Ruhetag zur ersten Alpenetappe angetragen – drei Tage später standen nur noch 152 am Start der 13. Etappe, die zur Abwechslung mal wieder ein flaches Profil bot. Als neuester Ausfall war Vincenzo Nibali (Bahrain Merida) hinzugekommen, bei dem nach seinem Sturz in Alpe d’Huez, welcher ihn nicht davon abgehalten hatte, unter Schmerzen seinen vierten Gesamtrang zu verteidigen, ein Wirbelbruch festgestellt worden war. Ansonsten hatten im ersten Hochgebirge der Rundfahrt vor allem reihenweise Sprinter erschöpft aufgegeben oder Zeitlimite verpasst. Die jeweils zweifachen Etappensieger Fernando Gaviria (Quick-Step Floors) und Dylan Groenewegen (LottoNL-Jumbo) waren ebenso ausgeschieden wie André Greipel (Lotto Soudal), Marcel Kittel (Katusha Alpecin) und Mark Cavendish (Dimension Data), für die die Tour 2018 ohne Erfolgserlebnisse blieb. Wer blieb da überhaupt noch als Konkurrent für Peter Sagan (Bora-Hansgrohe) übrig? Gemessen an den Ergebnissen der bisherigen Massensprints durfte man Arnaud Démare (Groupama-FDJ), der jeweils einen dritten, vierten und fünften Platz vorzuweisen hatte, sowie Alexander Kristoff (UAE Emirates), der zweimal Vierter und je einmal Fünfter und Siebter geworden war, als größte Herausforderer des Weltmeisters erwarten.


Etappenvorschau zum Nachlesen:
Große Chance für die zweite Reihe der Sprinter


Der kämpferischste Fahrer kommt aus der Schweiz
Mit vermeintlich nun deutlich weniger Teams, die auf einen Massensprint setzen würden, war die Bildung der Ausreißergruppe mit Spannung erwartet worden. Thomas De Gendt (Lotto Soudal) gehörte von Kilometer null an zu den aktivsten Fahrern und setzte sich bald schon gemeinsam mit Tom Scully (Education First-Drapac) ab. Während die beiden allmählich schon fast eine Minute herausfuhren, gab es aus dem Feld noch eine Reihe weiterer Attacken, die alle fehlschlugen, bis nach etwa neun Kilometern erst Michael Schär (BMC Racing) und wenige Momente später Dimitri Claeys (Cofidis) davonziehen konnten. Als die beiden Verfolger nach 29 Kilometern schließlich zu den beiden Führenden aufschlossen, hatte der Abstand zum Peloton sein Maximum von knapp dreieinhalb Minuten erreicht. Im weiteren Rennverlauf ließen die Teams von Sagan, Démare und Kristoff keinen Zweifel daran, dass die Ausreißer entgegen ihrer Hoffnungen keine Chance haben würden. Deren Vorsprung schwankte immer wieder etwas, bewegte sich aber schon ab 60 Kilometer vor dem Ziel nur noch um eine Minute. 25 Kilometer vor Schluss nahm De Gendt als Erster die Beine hoch, wohingegen der Schweizer Schär kurz darauf Scully und Claeys abschüttelte und sich mit einem bis 5,6 Kilometer vor Schluss andauernden Solo die Auszeichnung zum kämpferischsten Fahrer sicherte.

Gilbert belebt den letzten Kilometer mit einer Attacke
Bei der Zielankunft in Valence wollte auch John Degenkolb ein Wörtchen mitreden, der in den beiden Massensprints vor seinem Kopfsteinpflaster-Sieg als Sechser respektive Dritter schon gezeigt hatte, dass mit ihm zu rechnen ist. Trek-Segafredo übernahm ab 2,5 Kilometer vor dem Ziel mit drei Helfern und dem deutschen Sprinter die Führung des Feldes, als aber an der Flamme Rouge der zweite Anfahrer ausscherte, schob sich Groupama-FDJ vorbei. Just in dem Moment, als sich dieser Wechsel in der Organisation des Feldes abspielte, witterte Philippe Gilbert (Quick-Step Floors) eine Gelegenheit und attackierte, so wie er es schon einmal auf der auf der 8. Etappe zwei Kilometer früher getan hatte. Der Versuch des Belgiers sah zwar gar nicht schlecht aus, aber die zwei verbliebenen Helfer Démares behielten die Lage unter Kontrolle, so dass der Angreifer 300 Meter vor der Ziellinie gestellt wurde. Démare eröffnete daraufhin den Endspurt – an seinem Hinterrad Kristoff und an dritter Position Sagan. 50 Meter vor dem Ende lagen sie dann alle drei auf gleicher Höhe, doch am Ende konnte sich Sagan wenige Zentimeter vor Kristoff und circa eine Radlänge vor Démare durchsetzen – Sieg Nummer 3 für den 28-jährigen Slowaken bei dieser Tour, womit er seinen persönlich Rekord aus den Jahren 2012 und 2016 eingestellt hat.


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Kleine Veränderungen in Nachwuchs- und Teamwertung
Degenkolb konnte im unmittelbaren Finale das Tempo von Sagan, Kristoff und Démare nicht mitgehen und wurde nur Etappenvierter. Die weiteren Top10-Platzierungen gingen der Reihenfolge nach an Greg Van Avermaet (BMC Racing), Yves Lampaert (Quick-Step Floors), Magnus Cort Nielsen (Astana), Andrea Pasqualon (Wanty-Groupe Gobert), Sonny Colbrelli (Bahrain Merida) und Taylor Phinney (Education First-Drapac). Fahrer wie Nikias Arndt (Sunweb), Edvald Boasson Hagen (Dimension Data) oder Christophe Laporte (Cofidis) konnten keinen Profit aus der neuen Sprintersituation schlagen, kamen über die Plätze 16, 17 und 19 nicht hinaus. Sagans erster Verfolger in der Punktewertung ist nun Kristoff, der am Zwischensprint vor Degenkolb und Sagan der Schnellste aus dem Feld gewesen war. Der Europameister liegt mit seinen 170 Punkten sage und schreibe 228 Punkte hinter dem Weltmeister! Démare (133), Degenkolb (128) und Pasqualon (100) sind die einzigen weiteren Fahrer mit dreistelligen Kontoständen. In der Gesamtwertung gab es auf den vorderen Positionen abgesehen vom Ausscheiden Nibalis keine Veränderungen. Der bestplatzierte Fahrer, der Zeit einbüßte, war Egan Bernal (Sky), der gut zwei Minuten nach dem Hauptfeld ankam, was die in der Nachwuchswertung vor ihm liegenden Pierre Latour (AG2R La Mondiale) und Guillaume Martin (Wanty-Groupe Gobert) mit Freude zur Kenntnis genommen haben dürften. Außerdem vergrößerte Movistar den Vorsprung in der Mannschaftswertung gegenüber Sky von 2:07 auf 4:03 Minuten.

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Die Sprinter müssen sich nun wieder bis zur 18. Etappe gedulden, am Wochenende geht es zunächst ins Zentralmassiv. Die morgige 14. Etappe endet in Mende kurz hinter der extrem steilen Côte de la Croix Neuve (3,0 km à 10,2%).

Video der Zielankunft



Das Zielfoto






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