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Omar Fraile lässt Stuyven und Alaphilippe an der Côte de la Croix Neuve enttäuscht zurück
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21.07.2018

Omar Fraile lässt Stuyven und Alaphilippe an der Côte de la Croix Neuve enttäuscht zurück

Info: TOUR DE FRANCE 2018 (2.UWT)
Autor: Felix Griep (Werfel)



Mende, 21.07.2018 – Zwei Rennen, getrennt durch beinahe zwanzig Minuten, spielten sich auf der 14. Etappe der Tour de France an der Côte de la Croix Neuve ab. Im Kampf der Ausreißer um den Etappensieg setzte sich der Spanier Omar Fraile durch, der am entscheidenden Anstieg der 14. Etappe ein langes Solo von Jasper Stuyven beendete und sich knapp den zu spät konternden Julian Alaphilippe vom Leib hielt. Das spätere Kräftemessen der Favoriten entschied der Vierte der Gesamtwertung Primoz Roglic für sich, der jedoch nur wenige Sekunden auf die Top3 aufholen konnte.


Das Profil der 14. Etappe der Tour de France

Windkante führt zu Riesengruppe
Obwohl die Wetterberichte bei Temperaturen um zwanzig Grad auch teils etwas stärkeren Wind vorhergesagt hatten, schienen viele Fahrer davon überrascht worden zu sein, als sich kurz nach dem Start der 14. Etappe der Tour de France das Feld teilte und zwar die Top3 der Gesamtwertung ganz vorne dabei waren, sich ein Großteil ihrer Konkurrenten aber über drei weitere Gruppen verteilte. Weil aber niemand wirklich Lust hatte, sich über die insgesamt 188 Kilometer auf in der zweiten Streckenhälfte auch noch ziemlich bergigem Terrain einen gut vierstündigen Dauerkampf zu liefern, um vielleicht ein paar Konkurrenten abzuhängen, beruhigte sich die Lage zwischen den Favoriten schon nach kurzer Zeit wieder. An der Spitze des Rennens gaben dennoch nicht wenige Fahrer weiter Vollgas: Bei Rennkilometer 21 war endgültig eine 32-köpfige Spitzengruppe entstanden, die zu jenem Zeitpunkt schon mehr als drei Minuten Vorsprung hatte und diesen im weiteren Rennverlauf recht langsam, aber kontinuierlich ausbaute. Die Träger von Grünem und Bergtrikot waren dabei, aber kein Fahrer, der für die Gesamtwertung gefährlich war – der Bestplatzierte war Damiano Caruso (BMC Racing) mit einem Defizit von beinahe 40 Minuten, dem am Ende immerhin eine Verbesserung von Rang 25 auf 17 gelang.

Alle 32 Ausreißer im Überblick
- Martinez + Rolland (Education First-Drapac)
- Geschke (Sunweb)
- G. Izagirre + Koren (Bahrain Merida)
- Hepburn + Impey (Mitchelton-Scott)
- Amador (Movistar)
- Caruso + Küng + Van Avermaet (BMC Racing)
- Alaphilippe + Gilbert + Lampaert (Quick-Step Floors)
- Sagan + Bodnar (Bora-Hansgrohe)
- Fraile (Astana)
- Slagter + Vermote (Dimension Data)
- De Gendt (Lotto Soudal)
- Calmejane + Boudat + Chavanel + Cousin + Gaudin (Direct Energie)
- Gogl + Stuyven (Trek-Segafredo)
- Laporte + Edet + Perez + Turgis (Cofidis)
- Degand (Wanty-Groupe Gobert)


Etappenvorschau zum Nachlesen:
Im Zentralmassiv wartet die Côte de la Croix Neuve


Stuyven als Solist mit fast 2 Minuten Vorsprung
Als 62 Kilometer vor dem Ziel der Abstand zwischen Spitzengruppe und Peloton gerade kurz davor war, die 10-Minuten-Marke zu erreichen, attackierte im Anstieg zum Col de la Croix de Berthel (9,1 km à 5,3%) der Spanier Gorka Izagirre (Bahrain Merida), der auf den nächsten drei Kilometern bis zur Bergwertung der 2. Kategorie eine halbe Minute Vorsprung herausfuhr. Kurz vor der Bergwertung griff zudem noch Tom-Jelte Slagter (Dimension Data) und direkt danach Jasper Stuyven (Trek-Segafredo) an, die daraufhin recht schnell beide zum Führenden aufschlossen. Der Vorsprung des Trios auf die restlichen Ausreißer blieb in einem folgenden Anstieg der 3. Kategorie und der nächsten, nicht kategorisierten Steigung, bei einer guten halben Minute, bis sich kurz vor dem höchsten Punkt der Strecke rund 35 Kilometer vor dem Ziel Stuyven von Izagirre und Slagter absetzte. Während diese beiden in der folgenden langen Abfahrt nach einiger Zeit wieder eingeholt wurden, setzte Solist Stuyven sich nun deutlicher ab. Den Beginn des Quasi-Schlussanstiegs auf die Côte de la Croix Neuve (3,0 km à 10,2%) erreichte der am Nationalfeiertag seines Heimatlandes besonders motivierte Belgier 1:45 Minute vor seinen ersten 19 Verfolgern, bei denen längere Zeit nur Philippe Gilbert für Julian Alaphilippe (Quick-Step Floors) Nachführarbeit geleistet hatte.

Alaphilippe reagiert viel zu spät auf Frailes Angriff
Als die große Gruppe in die Steigung kam, startete Thomas De Gendt (Lotto Soudal) sofort einen Verzweiflungsangriff, den er erwartungsgemäß nicht lange durchhalten konnte. Viel nachhaltiger war die Konterattacke von Omar Fraile (Astana), der De Gendt schnell überholte und nach der Hälfte des Anstiegs rund zwanzig Sekunden Vorsprung aufwies. Stuyven, der da noch genau eine Minute vor ihm lag, überholte der Spanier schließlich 500 Meter vor der Bergwertung. Unterdessen hatte sich aus der Verfolgergruppe Alaphilippe abgesetzt, der für kurze Zeit noch Simon Geschke (Sunweb) am Hinterrad gehabt, den Deutschen dann aber ebenfalls abgehängt hatte. Alaphilippe holte Stuyven gerade noch rechtzeitig ein, um sich vor ihm Platz zwei an der Bergwertung zu sichern – doch die zehn Sekunden Rückstand auf Fraile konnte er auf den verbleibenden 1500 Metern nicht mehr aufholen. Auf dem Flughafen von Mende verewigte sich der Giro-Etappensieger und zweimalige Vuelta-Bergtrikotgewinner Fraile nun auch in den Geschichtsbüchern der Frankreich-Rundfahrt. Alaphilippe verpasste seinen zweiten Sieg bei dieser Tour letztlich nur um sechs Sekunden, wurde Zweiter vor Stuyven. Mit zwölf Sekunden Rückstand folgte Peter Sagan (Bora-Hansgrohe), dich dahinter Caruso und Geschke. Nur vier der anfangs 32 Ausreißer wurden noch von den Favoriten eingeholt.


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Roglic gewinnt den Sekundenkampf der Favoriten
Das Peloton war mit ziemlich genau 20 Minuten Rückstand an den Fuß der Côte de la Croix Neuve gekommen – im Ziel lagen die besten Kletterer dann noch 18 Sekunden hinter Sieger Fraile. Schnell schrumpfte das Feld beträchtlich und bestand nach gut einem Kilometer, als Mathias Frank (AG2R La Mondiale) seine Führungsarbeit beendete, schon nur noch aus gut zwanzig Fahrern. Kurz darauf wagte Mikel Landa (Movistar) den ersten Angriff, konnte sich aber nicht losreißen, was wiederum dem zweiten Angreifer Primoz Roglic (LottoNL-Jumbo) gelang. Hinter ihm ackerte Egan Bernal für seine Kapitäne Geraint Thomas und Chris Froome – am Sky Trio blieben zunächst nur Nairo Quintana (Movistar), Romain Bardet (AG2R La Mondiale), Steven Krujswjik (LottoNL-Jumbo) und auch Tom Dumoulin (Sunweb) dran. Der Niederländer hatte dabei erst noch Mühe, fand dann aber seinen Rhythmus und konnte 500 Meter vor der Bergwertung sogar selbst einmal attackieren. Als danach Froome und Thomas Tempoverschärfungen fuhren, war Dumoulin der Einzige, der dabei mithalten konnte. Roglic konnte sich zwar vor diesem Trio halten, nahm ihnen aber lediglich acht Sekunden ab. Quintana erreichte das Ziel 18 Sekunden nach Roglic, Kruijswijk, Bernal und Bardet kassierten jeweils 22 Sekunden. Größter Verlierer aus den Top8 der Gesamtwertung war Landa, der 37 Sekunden nach Roglic ankam, seinen sechsten Rang aber dennoch behält.

In 4 von 5 Klassementen steigt der Vorsprung des Führenden
Auf den Podiumspositionen liegen mit unveränderten Abständen weiterhin Thomas, Froome (+1:39) und Dumoulin (+2:38), der Viertplatzierte Roglic verkürzte seinen Rückstand leicht auf 2:38 Minuten. Einen Positionstausch gab es erst auf den Plätzen neun und zehn: Jakob Fuglsang (Astana) zog an Daniel Martin (UAE Emirates) vorbei, nachdem der Ire unmittelbar vor der Côte de la Croix Neuve durch einen Defekt zurückgeworfen worden war. Im Nachwuchsklassement baute Pierre Latour (AG2R La Mondiale) seinen Vorsprung gegenüber Guillaume Martin (Wanty-Groupe Gobert) um 29 Sekunden auf 2:27 Minuten aus; Bernal nahm dem Träger des Weißen Trikots 33 Sekunden ab und liegt noch 6:16 Minuten zurück. Alaphilippe, der an vier Bergwertugnen heute nur 6 von 13 möglichen Punkten sammeln konnte, liegt jetzt 20 Zähler vor Warren Barguil, während Sagans Vorsprung in der Punktewertung durch den neuerlichen Gewinn des Zwischensprints und Etappenplatz vier auf schwindelerregende 267 Punkte angewachsen ist – rechnerisch ist ihm das grüne Leibchen aber immer noch nicht sicher! Movistar profitierte von Ausreißer Andrey Amador, auch wenn dieser lediglich Etappen-18. wurde, und distanzierte Sky in der Mannschaftswertung von 4 auf fast 20 Minuten. Auf der anderen Seite verkürzte Bahrain Merida dank Gorka Izagirre und Kristijan Koren seinen Rückstand von rund 25 auf 10 Minuten.

-> Zum Resultat

Vor dem zweiten Ruhetag gibt es auf der 15. Etappe noch einmal drei Bergwertungen, davon eine der 1. Kategorie. Den Gipfel des Pic de Nore (12,3 km à 6,3%) erreicht man 41,5 Kilometer vor dem Etappenziel, woraufhin eine lange Abfahrt folgt.

Video der Zielankunft






Omar Fraile lässt Stuyven und Alaphilippe an der Côte de la Croix Neuve enttäuscht zurück
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