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Starker Tag der französischen Sprinter: Démare gewinnt 18. Tour-Etappe vor Landsmann Laporte
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26.07.2018

Starker Tag der französischen Sprinter: Démare gewinnt 18. Tour-Etappe vor Landsmann Laporte

Info: TOUR DE FRANCE 2018 (2.UWT)
Autor: Felix Griep (Werfel)



Pau, 26.07.2018 – Nach einem einsamen Kampf gegen das Zeitlimit auf der 65-Kilometer-Etappe und einer anschließenden Auseinandersetzung in den sozialen Medien mit André Greipel, der seine Leistung in Frage gestellt und ihm indirekt vorgeworfen hatte, sich unerlaubt von seinem Begleitwagen ziehen gelassen zu haben, hat sich Arnaud Démare auf der 18. Etappe den Frust von der Seele gesprintet und nach der 4. Etappe 2017 zum zweiten Mal einen Sieg bei der Tour de France errungen. Doch erneut gab es nicht nur Schulterklopfer für den 26-Jährigen, denn er hatte durch einen Schwenker auf der Zielgeraden den Zorn seines Landsmanns Christophe Laporte auf sich gezogen.


Das Profil der 18. Etappe der Tour de France

Am Vortag gestürzter Sagan ist weiter dabei
Zur „Erholung“ vor dem letzten großen Kampf in den Pyrenäen durften sich die noch im Rennen verbliebenen 146 Teilnehmer der Tour de France auf der 18. Etappe über eine relativ einfache Strecke freuen, die lediglich zwei Bergwertungen der niedrigsten Kategorie bereithielt. 30. und bisher letzter Ausfall war Philippe Gilbert (Quick-Step Floors), der die 16. Etappe mit einem Kniescheibenbruch zu Ende gefahren war, am nächsten Tag deshalb aber nicht mehr antrat. Der auf der 17. Etappe in der Abfahrt vom Col de Val Louron-Azet gestürzte Peter Sagan (Bora-Hansgrohe) hatte mehr Glück und kam um ein Ausscheiden im Grünen Trikot herum, wie es Marcel Kittel vor einem Jahr passiert war. Der leicht lädierte Weltmeister konnte die 171 Kilometer von Trie-sur-Baïse nach Pau in Angriff nehmen, an deren Ende sich ihm im erwarteten Massensprint sogar die Chance auf einen vierten Sieg bei dieser Tour bot.


Etappenvorschau zum Nachlesen:
Sagan und Démare fit genug für einen Sprint?


Konterangriff von Stuyven und Vanmarcke
Die Ausreißergruppe des Tages entstand zwar sofort aus der ersten Attacke von Guillaume Van Keirsbulck (Wanty-Groupe Gobert) und Thomas Boudat (Direct Energie) und einem sofortigen Konter des Mitchelton-Scott-Duos Luke Durbridge und Mathew Hayman gemeinsam mit Niki Terpstra (Quick-Step Floors), doch das Quintett musste noch lange hart dafür kämpfen, nicht gleich wieder eingeholt zu werden. Es dauerte 25 Kilometer, bis das Feld sich beruhigte und ihr Vorsprung zumindest auf rund 1:40 Minute anwuchs. UAE Emirates und Groupama-FDJ sorgten dafür, dass es zunächst nicht mehr wurde. Nach 65 Kilometern war der Abstand sogar wieder auf eine Minute gefallen, was Trek-Segafredo auf eine abenteuerliche Idee brachte: Michael Gogl und Jasper Stuyven attackierten im Doppelpack, außerdem schloss sich ihnen Sep Vanmarcke (Education First-Drapac) an. Der Spitzengruppe näherten sie sich zwar rasch auf circa eine halbe Minute, doch ganz heran kamen sie nicht. Nachdem Gogl schon zurückgefallen war, beendeten Stuyven und Vanmarcke ihren Versuch nach nur etwa zehn Kilometer unmittelbar nach Passage des Zwischensprints.

Einholung der Fünfergruppe weit vor dem Ziel
Nach dem Zwischensprint ließ das Peloton die Spitzengruppe noch einmal von 40 Sekunden auf 2:20 Minuten davonziehen, bis UAE Emirates und Groupama-FDJ erneut die Kontrolle übernahmen und nun auch mit Unterstützung von Cofidis die Leine langsam wieder einzogen. Das definitive Fluchtende kam schließlich 18 Kilometer vor dem Ziel kurz nach der letzten Bergwertung. An der Côte d’Anos (2,1 km à 4,6%) hatte zuvor Simon Clarke (Education First-Drapac) attackiert und in seinem Sog Jack Bauer (Mitchelton-Scott), Daniel Martin (UAE Emirates) und Jesús Herrada (Cofidis) sowie vier weitere Fahrer mitgezogen. Als sie dann an die Spitzengruppe andockten, war der Schwung aber schnell raus, weil es sich bei den „vier weiteren Fahrern“ um Rudy Molard, David Gaudu, Jacopo Guarnieri und Arthur Vichot handelte – allesamt aus dem Team Groupama-FDJ, dessen Zielsetzung es natürlich war, das Rennen im Sinne ihres Sprinters Arnaud Démares erst einmal wieder zu beruhigen. In einer wenig später folgenden Abfahrt und der durch einige Kreisverkehre führenden Anfahrt nach Pau gab es keine weiteren besonderen Vorkommnisse.


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Démares leichter Linienwechsel stört Laporte
Zwischen neun und zwei Kilometern vor dem Ziel zeigte sich Sagans Bora-Hansgrohe-Mannschaft erstmals auf dieser Etappe an der Spitze des Feldes, konnte diese Dominanz im unmittelbaren Finale aber nicht mehr aufrechterhalten. Die beste Sprintvorbereitung gelang dem Team Groupama-FDJ, indem sich Guarnieri und Démare auf dem letzten Kilometer zunächst hinter Fahrern von Cofidis und Trek-Segafredo einreihten, bis der Anfahrer 400 Meter vor der Ziellinie loslegte und der Chef auf den letzten 200 Metern vollendete. An Démares Hinterrad lauerte Christophe Laporte (Cofidis) auf seine Chance, konnte letztlich aber nicht einmal wirklich versuchen, noch vorbeizugehen, da Démare vor ihm einen leichten Schlenker fuhr – die Änderung der Fahrlinie war aber nicht extrem genug, als dass die Rennjury eingegriffen hätte. UAE-Sprinter Alexander Kristoff wurde Dritter und verteidigte 13 Zähler vor Démare Rang zwei in der Punktewertung. Hinter dem Europameister folgten Edvald Boasson Hagen (Dimension Data), Sonny Colbrelli (Bahrain Merida), Ariel Maximiliano Richeze (Quick-Step Floors) und erst auf den Positionen sieben und acht John Degenkolb (Trek-Segafredo) und Sagan.

-> Zum Resultat

An der Spitze der Gesamtwertung gab es keine Veränderungen, was auf der 19. Etappe freilich anders werden wird. Diese führt unter anderem über die legendären Pyrenäen-Pässe Aspin, Tourmalet und Aubisque und endet mit einer 20 Kilometer langen Abfahrt.

Video der Zielankunft






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