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Wie erwartet: Viviani lässt sich die erste Sprintgelegenheit bei der Vuelta nicht entgehen
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27.08.2018

Wie erwartet: Viviani lässt sich die erste Sprintgelegenheit bei der Vuelta nicht entgehen

Info: VUELTA A ESPAÑA 2018 (2.UWT)
Autor: Felix Griep (Werfel)



Alhaurín de la Torre, 27.08.2018 – Nach einem Zeitfahren und einer Hügelankunft schlug auf der 3. Etappe der Vuelta a España die Stunde der Sprinter, bei deren erstem Kräftemessen es aber keine Überraschung gab: Elia Viviani, der im Mai bereits vier Etappen des Giro d’Italia gewonnen hatte, holte sich seinen Saisonsieg Nummer 16. Für kurzweilige Unterhaltung sorgten in der letzten Rennstunde Victor Campenaerts und Lukas Pöstlberger, deren Bemühungen um einen Überraschungscoup jedoch erfolglos waren und für den Zeitfahreuropameister sogar schmerzlich endeten.


Das Profil der 3. Etappe der Vuelta a España

Schon wieder Maté, Rolland und Sáez
Die erste Sprinteretappe der Spanien-Rundfahrt hatte es ganz schön in sich, denn wirklich flach waren eigentlich nur die ersten zwanzig und die letzten fünf der 178,2 Kilometer, auf denen es mit 2530 sogar noch ein paar Höhenmeter mehr gab als auf der schon sehr anstrengenden Etappe tags zuvor. Allein rund tausend Höhenmeter machte der Anstieg zum Puerto del Madroño (20,1 km à 4,9%) aus, auf dessen Gipfel bei Rennkilometer 45,6 Luis Angel Maté (Cofidis) die Bergwertung der 1. Kategorie vor Pierre Rolland (Education First-Drapac) gewann. Zwei bekannte Namen, denn beide waren, ebenso wie Héctor Sáez (Euskadi-Murias), zum zweiten Mal hintereinander Mitglieder der Fluchtgruppe, die diesmal durch Nans Peters (Ag2R La Mondiale), Jordi Simon (Burgos-BH) und Antonio Molina (Caja Rural-Seguros RGA) komplettiert wurde. Trotz einiger längerer Steigungen mehr, gab es in der Folge nur noch eine Bergwertung der 3. Kategorie, die Maté ebenfalls vor Rolland gewann, womit der Spanier sein Bergtrikot gegen den Franzosen erfolgreich verteidigt hatte und mit 24 zu 12 Punkten sogar verhältnismäßig deutlich führt.

Lotto Soudal bringt Würze ins Rennen
Das Peloton kam mit vier Minuten Rückstand über den Puerto del Madroño und näherte sich danach langsam, aber sicher wieder der Spitzengruppe an. Quick-Step Floors organisierte die Nachführarbeit, um sich die Chance auf einen Sprintsieg durch Elia Viviani nicht entgehen zu lassen, und hatte scheinbar leichtes Spiel. Doch 44 Kilometer vor dem Ziel, als der Abstand auf eine Minute gesunken war, wurde der Schwierigkeitsgrad durch eine überraschende Aktion von Lotto Soudal deutlich erhöht: Victor Campenaerts (Lotto Soudal), Dritter des Auftaktzeitfahrens und in der Gesamtwertung nur 44 Sekunden zurück, attackierte gemeinsam mit seinem Teamkollegen Jelle Wallays. Der österreichische Meister Lukas Pöstlberger (Bora Hansgrohe) folgte ihnen sofort und auch Alexis Gougeard (AG2R La Mondiale), ein weiterer Ausreißer der vorangegangen Etappe, sprang noch hinterher. In Windeseile schlossen sie zur Spitzengruppe auf, die nach dem baldigen Zurückfallen von Wallays und Rolland nunmehr acht Fahrer umfasste, die 30 Kilometer vor dem Ziel eine halbe Minute Vorsprung gegenüber dem Feld aufwiesen.


Etappenvorschau zum Nachlesen:
Viviani klarer Topfavorit für den ersten Sprint


Pöstlberger leistet am längsten Widerstand
Während es auf hügeligem Terrain immer wieder auf und ab ging, attackierte Simon zweimal und führte jeweils für zwei, drei Kilometer das Rennen alleine an, womit er genug Eindruck machte, um zum kämpferischsten Fahrer des Tages gewählt zu werden. Ein Titel, den ihm Campenaerts vielleicht noch streitig gemacht hätte, doch der Belgier rutschte 23 Kilometer vor dem Ziel in einer Abfahrt weg und fiel durch den Sturz ins Feld zurück. Kurz darauf hieß es nur noch „Pöstlberger gegen das Feld“, weil der sich an der 20-Kilometer-Marke von seinen letzten verblieben Mitstreitern abgesetzt hatte. Zwar hielt er noch eine Weile einen Vorsprung von etwa 15 bis 20 Sekunden, doch letztlich blieb der Auftaktsieg beim 100. Giro weiterhin sein einziger bei einer Grand Tour. Gut sechs Kilometer vor dem Ziel akzeptierte Pöstlberger die Aussichtslosigkeit des Unterfangens und nahm die Beine hoch, überließ den Sprintermannschaften die Bühne. LottoNL-Jumbo, Groupama-FDJ und Bora-Hansgrohe gehörten zu den Teams, die sich auf den letzten ein, zwei Kilometern in den vordersten Positionen präsentierten, wohingegen von Quick-Step Floors nicht mehr allzu viel zu sehen war.

Mørkøv und Viviani harmonieren perfekt
Einen großen QST-Sprintzug gab es nicht, aber im dänischen Meister Michael Mørkøv hatte der italienische Meister Viviani einen äußerst wertvollen Teamkollegen, der sicherstellte, dass der Topfavorit in den Positionskämpfen stets weit vorne blieb und eine gute Ausgangsposition hatte, um mit Vollgas auf den letzten 150 Metern alle Konkurrenten zu deklassieren. Einen ebenbürtigen Gegner hatte Viviani zumindest an diesem Tag nicht, seinen Landsmann Giacomo Nizzolo (Trek-Segafredo) ließ er um gut eine Radlänge hinter sich. Weltmeister Peter Sagan (Bora-Hansgrohe), hinter dessen Form seit dem Sturz bei der Tour de France ein dickes Fragezeichen stand, zeigte mit Platz drei, dass im Laufe dieser Vuelta wohl noch mit ihm zu rechnen sein wird. Dass hinter Simone Consonni (UAE Emirates) und Danny van Poppel (LottoNL-Jumbo) Mørkøv selbst halb im Ausrollen Sechster wurde, verdeutlicht die Stärke des QST-Sprintduos. Nichts Neues gibt es nach zeitgleicher Ankunft von mehr als hundert Fahrern an der Spitze der Gesamtwertung zu sehen, ganz oben steht weiterhin Michal Kwiatkowski (Sky), der unverändert ebenfalls Punkte- und Kombinationswertung anführt.

-> Zum Resultat

Auf der 4. Etappe wird die Gesamtwertung dagegen wohl ein völlig neues Gesicht bekommen, denn am Puerto de Alfacar (12,4 km à 5,4%) gibt es die erste richtige Bergankunft der Rundfahrt.

Video der Zielankunft






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