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Toon Aerts holt beim Jingle Cross seinen zweiten Weltcup-Sieg – Kaitlin Keough ihren ersten
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30.09.2018

Toon Aerts holt beim Jingle Cross seinen zweiten Weltcup-Sieg – Kaitlin Keough ihren ersten

Info: Radcross: WELTCUP JINGLE CROSS IOWA CITY 2018
Autor: Felix Griep (Werfel)



Iowa City, 29.09.2018 – Sechs Tage nach dem Weltcup-Auftakt in Waterloo fand in Iowa City noch ein weiteres zur wichtigsten Radcross-Rennserie gehörendes Event in den USA statt. Beim sogenannten Jingle Cross wiederholte sich das Geschehen bei den Männern und Toon Aerts verwies Weltmeister Wout Van Aert erneut deutlich auf Rang zwei. Bei den Frauen überraschte hingegen die US-Amerikanerin Kaitlin Keough, die genau das schaffte, was Aerts in Waterloo gelungen war: der erste Weltcup-Erfolg ihrer Karriere.

Van Aert bleibt im Schlamm stecken
Anders als in Waterloo, wo es erst recht spät eine Selektion gegeben hatte, drückte Toon Aerts (Telenet Fidea Lions) in Iowa City schon direkt nach dem Start ordentlich auf die Tube und fand in Wout Van Aert nur einen einzigen Mann, der ihm ebenbürtig war. Langsam, aber sicher setzten sich die beiden Favoriten vom Rest der Starter ab, während sich Michael Vanthourenhout (Marlux-Bingoal) und Quinten Hermans (Telenet Fidea Lions) als Verfolgerduo etablierten. Nachdem Van Aert in der dritten Runde in einer abschüssigen Passage beinahe den Kontakt zu Aerts verloren hatte, setzte sich der Weltmeister für die nächsten beiden Runden vor seinen Konkurrenten und kontrollierte das Rennen aus der ersten Position heraus. Nach genau 40 Minuten, in der sechsten von neun Runden, passierte Van Aert dann aber ein Missgeschick, als er im Schlamm stecken blieb und so aus dem Tritt kam. Das konnte Aerts ausnutzen und bis zur nächsten Zielpassage bereits 17 Sekunden Vorsprung herausfahren. Der Abstand stieg danach nur weiter an, betrug nach einer weiteren Runde 28 und im Ziel sogar 52 Sekunden.

Vanthourenhout: erst DNF, dann Podium
Die Vorentscheidung um Platz drei fiel in der vorletzten Runde zu Gunsten Vanthourenhouts, der das Rennen in Waterloo nicht beendet hatte, es nun aber aufs Podium schaffte. Lange war Hermans noch dicht hinter ihm geblieben, am Ende lagen dann aber 16 Sekunden zwischen ihnen – gegenüber Aerts wies Vanthourenhout 1:16 Minute Rückstand auf. Auf Platz fünf folgte mit 2:13 Minuten Rückstand der Niederländer Corné van Kessel, ein Telenet-Teamkollege von Aerts und Hermans, der es als einziger Nicht-Belgier in die Top10 schaffte. Im Gesamtstand des Weltcups führt natürlich der zweimalige Sieger Aerts (160 Punkte) vor dem zweimaligen Zweiten Van Aert (140), dahinter folgt der zweimalige Vierte Hermans (120). Der Waterloo-Dritte Laurens Sweeck (Pauwels Sauzen-Vastgoedservice) erwischte keinen guten Tag, lag in der ersten Hälfte des Rennens noch in Reichweite von Rang fünf, kam letztlich aber nicht über Platz neun hinaus.

-> Zum Resultat der Männer

Eine schlammige Abfahrt als entscheidende Stelle
Wie schon in Waterloo starteten auch in Iowa City die Frauen nach den Männern, was ihnen mehr Aufmerksamkeit bringen sollte, hinsichtlich der Streckenbedingungen aber nicht unbedingt von Vorteil war. Mehr noch als den für diesen Kurs charakteristischen Anstieg auf den Mount Krumpit betraf das die Abfahrt von diesem Hügel, die so schlammig war, dass sich dort einige Stürze ereigneten und die Frauen in den steileren Passagen alle nur noch ihre Räder schieben konnten. An dieser heiklen Stelle verlor die Schnellstarterin Eva Lechner (Clif Pro Team) ihre Führung an Marianne Vos (WaowDeals), die ihrerseits in der nächsten Runde aber ebenfalls dort Probleme bekam. Es war in diesem Moment, als die US-Amerikanerin Kaitlin Keough aus dritter Position an Sophie de Boer (Parkhotel Valkenburg) und Vos vorbei an die Spitze zog und sich sogar noch einen kleinen Vorsprung gegenüber den beiden Niederländerinnen herausholte. Am Ende der zweiten Runde, bei Halbzeit des Rennens, waren es zehn Sekunden. Näher kamen die Verfolgerinnen danach nicht mehr heran – im Gegenteil. Ihren ersten Weltcup-Sieg ließ sich die 26-Jährige mit schlussendlich gut einer halben Minute Vorsprng nicht mehr nehmen.

Richards schnappt den Niederländerinnen Platz zwei weg
Der Premieren-Sieg auf höchstem Niveau hatte sich in der vorigen Saison schon angedeutet, als Keough den Gesamt-Weltcup 2017/18 auf Rang zwei abgeschlossen hatte, nachdem sie in Iowa City, Waterloo und Nommay jeweils Zweite geworden war. Dass ihr der Kurs des Jingle Cross liegt, zeigte sie zudem im Vorjahr mit dem Sieg bei einem C1-Rennen zwei Tage vor dem damaligen Weltcup. Den bis zum Schluss spannenden Kampf um Platz zwei hinter der unangefochtenen Siegerin entschied die Britin Evie Richards (Trek Factory Racing CX) für sich, die Vos und De Boer sechs bzw. neun Sekunden hinter sich ließ, nachdem sich diese auf der Schlussrunde noch kleinere Fahrfehler erlaubt hatten. Dieses Ergebnis reichte Vos nach ihrem Sieg in Waterloo aber aus, um die Führung im Gesamt-Weltcup zu verteidigen (145 Punkte). Richards (130) liegt nach je einem vierten und zweiten Platz bei den US-Rennen auf Gesamtrang zwei. Ellen Noble (Trek Factory Racing CX) und Katerina Nash (Clif Pro Team), die in Waterloo noch auf dem Podium gestanden hatten, rutschten als Elfte und Sechste in Iowa City im Ranking nach unten. Die letztjährige Weltcup-Gesamtsiegerin und amtierende Weltmeisterin Sanne Cant (Corendon-Circus) verbesserte sich nach Platz zehn in Waterloo zwar auf Platz fünf, ist aber immer noch weit von ihrer Vorjahresform entfernt.

-> Zum Resultat der Frauen

Der nächste Radcross-Weltcup, der erste auf europäischem Boden, findet in drei Wochen am 21. Oktober in der Schweizer Bundesstadt Bern statt. Dort werden dann erstmals auch U23-Fahrer und Junioren im Einsatz sein.





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