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Adventskalender am 6. Dezember: Von Konrad bis Rabitsch – die Bilanz der Österreicher im Jahr 2018
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06.12.2018

Adventskalender am 6. Dezember: Von Konrad bis Rabitsch – die Bilanz der Österreicher im Jahr 2018

Info: Bildergalerie
Autor: Felix Griep (Werfel)
Fotos: Christine Kroth (Cofitine)



  06.12.  
Nach der großen Saisonbilanz der deutschen Profis sind im heutigen Adventskalender-Beitrag die Österreicher an der Reihe, die trotz ihrer geringeren Zahl auch 2018 wieder einige Achtungserfolge feiern konnten. Österreichische Grand-Tour-Etappensiege wie im vorigen Jahr durch Lukas Pöstlberger beim Giro und Stefan Denifl bei der Vuelta gab es 2018 zwar nicht wieder, dafür aber eine ebenfalls seltene Top10-Endplatzierung bei einer dieser Rundfahrten. Zu den weiteren Höhepunkten zählten zwei unerwartete Etappensiege bei WorldTour-Rennen und die Erfolgsserien zweier Fahrer von Felbermayr-Simplon Wels.


Der LiVE-Radsport.com Adventskalender 2018
Bis Weihnachten präsentieren wir euch täglich einen besonderen Beitrag, um in der an Radrennen ärmeren Adventszeit keine Langeweile aufkommen zu lassen.


Die Besten des Jahres

Patrick Konrad (Bora-Hansgrohe/27 Jahre)
Mit Platz 16 beim Giro d’Italia 2017 hatte Patrick Konrad sich als einer der besten Rundfahrer seiner Mannschaft Bora-Hansgrohe erwiesen, die folglich auch in diesem Jahr wieder bei der Italien-Rundfahrt auf ihn setzte. Am Ende dieser drei Wochen fand sich Konrad gar auf dem siebten Rang wieder, drei Plätze vor seinem italienischen Teamkollegen Davide Formolo. Fünf Etappen hatte Konrad in den Top10 beendet und sich auf den letzten drei Bergetappen von Rang elf noch um vier Positionen nach vorne geschoben. In der Vorbereitung auf den Giro hatte er einige weitere nennenswerte Resultate eingefahren: 11. bei der Volta ao Algarve, 7. bei Paris-Nizza, 10. bei der Baskenland-Rundfahrt und 10. bei La Flèche Wallonne – und auch danach konnte er mit dem Gewinn des Bergtrikots bei der Polen-Rundfahrt und einigen guten Klassikerergebnissen (u.a. zweimal Top10 bei den WorldTour-Rennen in Kanada) aufwarten. Nur bei der Heim-WM in Tirol konnte er leider nicht auftrumpfen, wurde nur 59.

Hermann Pernsteiner (Bahrain Merida/28 Jahre)
Österreichs zweitbester Rundfahrer dieser Saison war Hermann Pernsteiner, der erst spät vom Mountainbike auf die Straße gewechselt ist und 2018 seine erste Saison bei einem Topteam bestritt, in der er sich bei den WorldTour-Rundfahrten des Frühjahrs sofort als wertvoller Helfer für die Berge erwies. Dies brachte ihm sogar eine Teilnahme an der Vuelta a España ein, bei der er Ion Izagirre unterstützte und selbst auf dem starken 19. Rang lag, ehe ihn ein Sturz auf der 17. Etappe aus dem Rennen warf. Und wenn Pernsteiner auf eigene Rechnung fahren durfte, lieferte er ebenfalls verlässlich ab: er wurde Gesamtzweiter der Tour of Japan und – noch viel wichtiger – Gesamtzweiter der Österreich Rundfahrt, außerdem feierte er beim Gran Premio di Lugano einen beeindruckenden Ausreißersieg.

Felix Großschartner (Bora-Hansgrohe/24 Jahre)
Die herausragenden Leistungen Patrick Konrads ließen die ebenfalls guten Leistungen von Felix Großschartner (Foto aus 2017) bei der ersten Grand Tour des Jahres ein wenig untergehen. Für ihn standen am Ende Rang 27 in der Gesamtwertung und Platz sechs im Nachwuchsklassement zu Buche. Seinen besten Tag hatte er auf der vorletzten Etappe nach Cervinia, die er hinter seinen Mitausreißern Mikel Nieve und Robert Gesink als Dritter beendete. Darüber hinaus schaffte er es bei drei Rundfahrten in die Top10, wurde Neunter der Volta ao Algarve, Zehnter bei Paris-Nizza und überraschender Zweiter bei der Tour of Guangxi, auf deren Königsetappe er ebenfalls Zweiter geworden war.

Georg Preidler (Groupama-FDJ/28 Jahre)
Das was Großschartner zur Krönung seiner Saison fehlte – ein Sieg – gelang Georg Preidler (Foto aus 2017) aus heiterem Himmel auf der 6. Etappe der Tour de Pologne. Ein später Anstieg hatte die Hauptgruppe auf neun Fahrer verkleinert, ehe sich Preidler mit einem Angriff wenige hundert Meter vor Schluss entscheidend absetzen konnte. Seine auch sonst starken Leistungen brachten ihm in Polen schlussendlich mit Gesamtrang sechs auch ein überaus starkes Endergebnis ein. Des Weiteren fuhr Preidler wie einige seiner Landsleute mit Platz 29 ein achtbares Giro-Ergebnis ein. Der Erfolg in Polen war übrigens sein erster Sieg überhaupt bei einem internationalen Rennen, während er auf nationaler Ebene in diesem Jahr zum dritten Mal den Zeitfahr-Titel holte.

Gregor Mühlberger (Bora-Hansgrohe/24 Jahre)
Neben Preidler gab es nur noch einen weiteren Österreicher, der 2018 in der WorldTour siegreich war: Gregor Mühlberger kam auf der 6. Etappe der Binck Bank Tour auf ähnliche Weise zu einem Erfolg, nachdem er gut tausend Meter vor dem Ziel attackiert hatte, und belegte am Ende der Rundfahrt Platz acht der Gesamtwertung. Zu den Höhepunkten seiner Saison gehörten des Weiteren ein vierter Etappenplatz bei der Tour de Suisse und ein achter Platz bei der Tour de France. Außerdem war er zum Saisonstart bei den bergigen Teilstücken der Mallorca Challenge Fünfter und Zweiter.

Lukas Pöstlberger (Bora-Hansgrohe/26 Jahre)
Österreichischer Staatsmeister im Straßenrennen wurde zum zweiten Mal nach 2012 Lukas Pöstlberger (Foto aus 2017), der auf der bergigen Strecke in Wien nach langer Flucht überlegen gewann. Im Meistertrikot bestritt er anschließend sowohl die Tour de France, die er beenden konnte, als auch die Vuelta a España, die er zwecks WM-Vorbereitung drei Tage vor Schluss verließ. Im Straßenrennen der Weltmeisterschaft konnte er dann jedoch keine Akzente setzen.

Bis hierhin haben wir nur auf die WorldTour-Profis geschaut, doch die beiden Fahrer mit den meisten Siegen stammen aus dem Continental Team Felbermayr-Simplon Wels. Zusammen sind sie für 10 der 19 österreichischen Saisonsiege verantwortlich.

Riccardo Zoidl (Felbermayr-Simplon Wels/30 Jahre)
Der Name Riccardo Zoidl (Foto aus 2016) dürfte jedem österreichischen Radsportfan ein Begriff sein, seit er 2013 Landesmeister, Ö-Tour-Champion sowie Gesamtsieger der Europe Tour geworden war und anschließend drei Jahre für die Trek-Mannschaft fuhr. 2018 war das zweiterfolgreichste Jahr seiner Karriere mit Gesamtsiegen bei der Tour de Savoie Mont Blanc und der Czech Cycling Tour, bei der er eine Etappe als als Solist mit zwei Minuten Vorsprung gewonnen hatte. Auch in der Heimat war Zoidl stark, wurde Zweiter der Oberösterreichrundfahrt und Fünfter der Österreich Rundfahrt.

Stephan Rabitsch (Felbermayr-Simplon Wels/27 Jahre)
Zoidls Teamkollege Stephan Rabitsch sammelte gar noch mehr Siege – sieben an der Zahl! Von Anfang Mai bis Mitte Juni gewann er jeweils eine Etappe und die Gesamtwertung bei Rhône-Alpes Isère Tour, der Trophée Paris-Arras Tour sowie zwei Etappen und die Gesamtwertung bei der Oberösterreichrundfahrt. Außerdem fiel Gesamtrang zwei beim Flèche du Sud in diesen Zeitraum. Am 1. Juli belegten Zoidl und Rabitsch im Rennen um die Staatsmeisterschaft übrigens die Plätze vier und fünf hinter drei WorldTour-Profis.

Weitere Österreicher

Neben Konrad, Pernsteiner, Großschartner, Preidler, Mühlberger und Pöstlberger fuhren noch vier weitere Österreicher 2018 für WorldTour-Mannschaften. Der erfahrenste von ihnen ist Bernhard Eisel (Dimension Data/37 Jahre), der sich auch in der nächsten Saison weiterhin in den Dienst der Sprinter seines Teams stellen wird. Selbst ein ganz passabler Sprinter ist Marco Haller (Katusha Alpecin/27 Jahre), was der Teamkollege des Deutschen Marcel Kittel in diesem Jahr allerdings nur ein einziges Mal zeigen konnte: auf der letzten Etappe der Dubai Tour wurde er Zweiter hinter Elia Viviani. Das Zeitfahrtalent von Matthias Brändle (Trek-Segafredo/28 Jahre), der morgen Geburtstag feiert und 2019 zum Israel Cycling Academy wechselt, kam ebenfalls nur selten zur Geltung. Platz sechs im Prolog der Dauphiné war sein einziges internationales Top10-Ergebnis, bei der Landesmeisterschaft unterlag er Preidler um vier Sekunden. Ein paar mehr gute Ergebnisse verbuchte da schon Michael Gogl (Trek-Segafredo/25 Jahre), der u.a. jeweils Gesamtfünfter bei Tour des Fjords und Tour Poitou-Charentes wurde.

Zu guter Letzt sollen auch noch die beiden Österreicher in Reihen von Professional Teams Erwähnung finden. Stefan Denifl (Aqua Blue Sport/31 Jahre), der LiVE-Radsport vor zwei Jahren ein ausführliches Interview gegeben hatte, erlebte eine Saison ohne Top10-Ergebnisse, wobei ihn im Frühjahr lange Zeit Knieprobleme außer Gefecht gesetzt hatten und ihn ein schwerer Sturz die Teilnahme an der Österreich Rundfahrt kostete. Nichtsdestotrotz ist Denifl ein Aufstieg gelungen, denn 2019 fährt er für das CCC Team wieder auf WorldTour-Niveau. Auf ein solches Level ist Sebastian Schönberger (Wilier Triestina-Selle Italia/24 Jahre), noch nicht gekommen, aber auch er hat zumindest einen Achtungserfolg vorzuweisen: bei der von Zoidl gewonnenen Czech Cycling Tour wurde er Gesamtfünfter.



Eisel (2018), Haller (2017), Brändle (2017), Gogl (2018), Denifl (2018)





Bernhard Eisel - Deutschland Tour 2018
Bernhard Eisel - Deutschland Tour 2018

Patrick Konrad - Tour de Suisse 2018
Patrick Konrad - Tour de Suisse 2018

Hermann Pernsteiner - Tour de Suisse 2018
Hermann Pernsteiner - Tour de Suisse 2018

Felix Großschartner - Tour de Suisse 2017
Felix Großschartner - Tour de Suisse 2017


[Weitere Bilder]
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