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Kein Titel mehr seit 2015: Kann Mathieu van der Poel seinen „WM-Fluch“ brechen?
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01.02.2019

Kein Titel mehr seit 2015: Kann Mathieu van der Poel seinen „WM-Fluch“ brechen?

Info: RADCROSS-WELTMEISTERSCHAFT 2019 IN BOGENSE
Autor: Felix Griep (Werfel)



Wer wird am Sonntag Cyclocross-Weltmeister? Eine Frage, die angesichts der krassen Überlegenheit von Mathieu van der Poel im Laufe der gesamten Saison scheinbar nur eine mögliche Antwort kennt. Doch erst im letzten Jahr hat Wout Van Aert gezeigt, dass das gar nichts bedeuten muss.


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Van der Poel dominiert nach Belieben

Inklusive der niederländischen Meisterschaft hat Mathieu van der Poel in dieser Saison bei 27 Rennstarts 25-mal den Sieg davongetragen. Seine einzigen Ausrutscher gab es am 13. Oktober beim Brico Cross in Lokeren, wo er nach einem Sturz mit einer Knöchelverletzung aufgab, und am 1. November beim Koppenbergcross, wo er nur den 21. Platz erreichte. In jeder der drei großen Rennserien feierte er bisher sechs Saisonsiege – im Superprestige und der DVV trofee steht er vor dem Gesamtsieg; nur im Weltcup reichte es dafür nicht ganz, weil er die ersten beiden Saisonrennen in den USA ausgelassen hatte.

Der Weltmeistertitel für Van der Poel wäre eigentlich eine logische Konsequenz aus diesen Zahlen, doch – fünf Euro ins Phrasenschwein! – die WM hat ihre eigenen Gesetze. Das hat Van der Poel im vorigen Jahr schmerzlich feststellen müssen.

Drei WM-Niederlagen bei nur einem Sieg

WM 2018 in Valkenburg

2018 war die Ausgangslage vor der Weltmeisterschaft ganz ähnlich, auch damals hatte Van der Poel 25 Saisonsiege auf dem Konto, war der absolute Dominator der Saison gewesen. Doch die Titelträume gingen schon in der zweiten Runde flöten, als er in einer Steilkurve in die Bande fuhr und dadurch den Kontakt zu Wout Van Aert verlor. Während der Belgier, der es bis dahin nur auf sieben Saisonsiege gebracht hatte, überaus souverän den Sieg einfuhr, landete Van der Poel am Ende gar nur auf Rang drei.

WM 2017 in Bièles

Van Aert war auch schon in den beiden Jahren davor Weltmeister geworden, als die Kräfteverhältnisse noch etwas ausgeglichener gewesen waren. Vor der WM 2017 standen für Van Aert 14 und für Van der Poel 15 Saisonsiege zu Buche, davon 9 respektive 10 in den großen Rennserien. Der Zweikampf um den Titel wurde auf unerfreuliche Weise durch einen Hinterradplatten bei Van der Poel entschieden, der letztlich mit 44 Sekunden Rückstand Silber holte.

WM 2016 in Heusden-Zolder

Bei Van Aerts erstem Weltmeister-Titel im Jahr 2016 hatten sich kurz nach der Hälfte des Rennens sein Rad und das von Van der Poel ineinander verhakt, wodurch beide den Anschluss an die Spitzengruppe verloren. Während sich Van Aert dann doch wieder ganz nach vorne kämpfte, reichte es für Van der Poel nur zu Platz fünf. Zuvor war Van Aert mit 14 Siegen gegenüber Van der Poel mit 8 der erfolgreichere Fahrer gewesen, doch in der wichtigsten Serie, dem Weltcup, hatte es nach Siegen 4:1 für Van der Poel gestanden.

WM 2015 in Tabor

Im Jahr 2015 waren Van Aert und Van der Poel beide erstmals in der Elite-Kategorie gestartet – und ihr erstes WM-Duell auf diesem Level entschied noch Van der Poel mit 15 Sekunden Vorsprung für sich, nachdem er sich schon in der ersten Runde als Solist abgesetzt hatte. Zur WM war Van der Poel als sechsmaliger Saisonsieger angetreten. Van Aert hatte neben neun Elite-Siegen noch fünf weitere Siege in U23-Rennen vorzuweisen gehabt.

Auch Nys wurde viel zu selten Weltmeister

Dass der sonst unbestritten erfolgreichste Radcrosser ausgerechnet bei der Weltmeisterschaft eine Schwäche zeigt oder einfach nur Pech hat, das kennt nicht nur Van der Poel. In dieser Hinsicht kommt einem unweigerlich der Name Sven Nys in den Sinn, der in seiner zwei Jahrzehnte umfassenden Karriere beinahe 300 Siege feierte. In nicht weniger als 15 Saisons war die Anzahl seiner Erfolge zweistellig, fünfmal lag sie sogar bei mehr als 20 Siegen. Doch Weltmeister wurde Nys lediglich zweimal: 2005 im deutschen St. Wendel und 2013 in Louisville in den USA. Neben zwei goldenen sammelte er noch zwei silberne und fünf bronzene WM-Medaillen, doch in seinem Palmarès wirkt das rückblickend viel zu wenig.





Bisher trug Mathieu van der Poel das Sternetrikot des Europameisters, jetzt will er das Regenbogentrikot des Weltmeisters (Bild: Weltcup Bern, Christine Kroth)
Bisher trug Mathieu van der Poel das Sternetrikot des Europameisters, jetzt will er das Regenbogentrikot des Weltmeisters (Bild: Weltcup Bern, Christine Kroth)

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