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De Ketele/De Pauw triumphieren trotz Punkterückstand beim Kopenhagener Sechstagerennen
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06.02.2019

De Ketele/De Pauw triumphieren trotz Punkterückstand beim Kopenhagener Sechstagerennen

Info: Sixdays: Six Day Copenhagen 2019
Autor: Felix Griep (Werfel)



Kopenhagen, 05.02.2019 – Nach Punkten waren Michael Mørkøv und sein blutjunger Partner Oliver Wulff beim 57. Kopenhagener Sechstagerennen nicht zu bezwingen und machten der legendären Startnummer 7 alle Ehre. Zum ganz großen Wurf reichte es letztlich aber nicht, weil ihnen die Belgier Kenny De Ketele und Moreno De Pauw in der Final-Jagd eine Runde abnahmen und somit nach zwei zweiten Plätzen in den Jahren 2016 und 2017 erstmals gemeinsam in der Ballerup Super Arena triumphierten. Für De Ketele, der 2018 mit Mørkøv gewonnen hatte, war es sogar die Titelverteidigung.


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Final-Nacht ohne Reinhardt/Hester

Fahrerausfälle infolge von Stürzen und Krankheiten waren seit der 2. Nacht ein ständiger Begleiter dieses Kopenhagener Sechstagerennens – und auch vor der letzten Nacht am Dienstag gab es wieder Änderungen in den Teambesetzungen. Der am Montag in der Handicap-Jagd gestürzte Jesper Mørkøv kehrte erfreulicherweise zurück auf die Bahn und an die Seite seines ursprünglichen Partners Christian Grasmann. Der hatte die 5. Nacht noch interimistisch mit Yoeri Havik beendet, dessen Landsmann Wim Stroetinga bei seinem Sturz in der Handicap-Jagd weniger Glück gehabt und sich Verletzungen an Schulter und Hüfte zugezogen hat. Havik bekam daher nun Matias Malmberg zur Seite gestellt, der damit nach Achim Burkart sowie Sebastian Schmiedel und Daniel Staniszewski schon seinen vierten Partner bei diesen Sixdays hatte.

Die „neuen“ Teams Havik/Malmberg und Grasmann/Mørkøv wurden mit jeweils einer Runde Rückstand auf Oliver Wulff Frederiksen/Michael Mørkøv und Kenny De Ketele/Moreno De Pauw in die Final-Nacht geschickt. Theo Reinhardt/Marc Hester hätten eigentlich als drittes Team in der Nullrunde gelegen, doch weil Reinhardt sich krankmeldete und für Hester kein Ersatzpartner mehr verfügbar war, schied ihr Team komplett aus dem Rennen aus.
 Stand vor der 6. Nacht     
1 Wulff/Mørkøv       0 247
2 De Ketele/De Pauw  0 186
3 Havik/Malmberg    -1 195
4 Grasmann/Mørkøv   -1 133

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Wulff/Mørkøv erreichen locker ihren dritten Bonus

Der Abend begann mit einer Sprintserie, die für De Ketele/De Pauw und Havik/Malmberg genügend Punkte abwarf, um ihre zweite Bonusrunde abzuholen, mit der sie Wulff/Mørkøv gehörig unter Druck setzten. Aber auch die Dänen punkteten stark und konnten im Anschluss überdies eine halbstündige Jagd gewinnen, in der die Topteams alle rundengleich blieben. Zweite Plätze in der Mannschaftsausscheidung (Wulff unterlag Havik) und im Derny (Michael Mørkøv unterlag seinem Bruder Jesper) reichten ihnen dann schon aus, um die 300-Punkte-Marke zu knacken. Der zweite Platz im Rundenzeitfahren hinter den bereits in der 5. Nacht siegreichen Bartosz Rudyk/Szymon Krawczyk kam noch obendrauf.

So waren die Punkteverhältnisse vor der Final-Jagd mehr als deutlich: De Ketele/De Pauw brauchten einen Rundengewinn, um gewinnen zu können, mussten zugleich aber auch auf Havik/Malmberg achten, die ihnen mit zwar einer Runde Rückstand, aber mittlerweile deutlich mehr Punkten im Nacken saßen. Für Grasmann/Mørkøv waren das Podium und erst recht der Gesamtsieg durch die fehlende zweite Bonusrunde in weite Ferne gerückt.
 Stand vor Final-Jagd       
1 Wulff/Mørkøv       0 311
2 De Ketele/De Pauw  0 220
3 Havik/Malmberg    -1 244
4 Grasmann/Mørkøv   -2 153

Zwischenzeitlich sogar vier Teams in der Nullrunde

Den ersten Angriff der einstündigen Final-Jagd gab es von Havik/Malmberg, die ohne große Gegenwehr schnell in die Nullrunde vorstießen und diese Position fortan verteidigten, so dass es doch nicht nur einen Zweikampf, sondern einen wahren Dreikampf um den Sieg gab. Nach rund zwanzig Minuten konnten dann überraschend sogar Grasmann/Mørkøv mit zwei kurz aufeinanderfolgenden Rundengewinnen in die Nullrunde aufschließen. Sie fielen aber wenig später wieder zurück, als nach einem sehr lange dauernden gemeinsamen Rundengewinn der vier Topteams Wulff/Mørkøv sofort wieder attackierten und ihnen nur De Ketele/De Pauw und Havik/Malmberg folgen konnten. Mit den letzten 20 Minuten begann die Zeit der Einzelattacken, wobei die Versuche von Wulff/Mørkøv und Havik/Malmberg fehlschlugen, sich De Ketele/De Pauw hingegen aber rasch deutlich vom Feld absetzen konnten. Exakt in dem Moment, als der Countdown auf 50 Runden umschaltete, vollzogen die Belgier ihren Rundengewinn, der sie alleine in Front brachte.

Wulff/Mørkøv wollten sich mit der Niederlage noch nicht abfinden und gingen sofort wieder in die Offensive, doch De Ketele/De Pauw und auch Havik/Malmberg reagierten zu schnell, so dass sie den Angriff abblasen mussten. 27 Runden vor Schluss probierten sie es noch einmal und diesmal sah es besser aus: eine halbe Runde Vorsprung war zügig erreicht. Doch weiter ließen De Ketele/De Pauw die Ausreißer nicht weg, bis sie sie sieben Runden vor Rennende wieder ganz einholten. So feierten De Ketele, einen Monat nach seinem Schlüsselbeinbruch von Rotterdam, und der vor Kurzem Vater gewordene De Pauw doch noch einen Sieg in einer für sie sonst nicht gerade berauschenden Sixdays-Saison. Die heimischen Fans konnten zwar, was in Kopenhagen sehr selten ist, keinen dänischen Sieg bejubeln, dafür aber in den beiden unerfahrenen 18-jährigen Wulff und Malmberg vielleicht die „Geburt“ zweier künftiger Sixdays-Stars erleben. Abschied nehmen hieß es derweil für Grasmann, der seine Karriere nach 80 Sechstagerennen und zwei Siegen (Bremen 2016 mit De Ketele und Rotterdam 2017 mit Kluge) beendet.
 Endstand                   
1 De Ketele/De Pauw  0 246
2 Wulff/Mørkøv      -1 341
3 Havik/Malmberg    -1 278
4 Grasmann/Mørkøv   -2 159
-> Zum vollständigen Endstand und allen Resultaten der Profis



Kopenhagen war das letzte Sechstagerennen der Saison 2018/19, aber noch nicht das letzte „Sixdays-artige“ Event. Schon morgen beginnt in Australien das Six Day Melbourne – die erste von vier neuen dreitägigen Veranstaltungen, die es auch in Hongkong (08.-10.03.), Manchester (22.-24.03.) und Brisbane (12.-14.04.) geben wird.





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