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Mountainbike: Favoriten setzen klare erste Marke beim Cape Epic Prolog
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17.03.2019

Mountainbike: Favoriten setzen klare erste Marke beim Cape Epic Prolog

Info: MTB: Absa Cape Epic 2019
Autor: Tom Roegner, www.cape-epic.com



Schurter/Forster (Schweiz) vor Fumic/Avancini am Tafelberg - Weltmeister-Duo Langvad/van der Breggen siegt bei den Frauen

Kapstadt, 17.03.2019 - Das Team Scott-SRAM MTB-Racing unterstrich seine Favoritenrolle und die Ansprüche auf den Gesamtsieg mit dem Gewinn des Prologs beim heute gestarteten 2019 Absa Cape Epic. Auf den Flanken des weltberühmten Tafelbergs in Kapstadt, Teil des SAN (Südafrikanischen Nationalparks), setzte das Schweizer Duo Nino Schurter/Lars Forster 41 Sekunden zwischen sich und seine Verfolger Manuel Fumic und Henrique Avancini von Cannondale Factory Racing. In 43:41.5 Minuten legten die Schweizer den leicht rutschigen Kurs von 20 Kilometern und 600 Höhenmetern zurück und schlüpften in das gelbe Leadertrikot. Auf den 3. Rang fuhren KROSS-SPUR, das spanisch-tschechische Team mit Sergio Gutierrez und Ondřej Cink.

Damit zeigten die Cross-Country-Spezialisten ihre Stärken auf dem schnellen, winkligen Kurs direkt am Rand von Kapstadt. Die Verhältnisse waren eher kühl für die südafrikanische Hafenstadt mit rund 18 Grad. Regen am Morgen hatte den Kurs mit seinem lehmigen, sandigen Untergrund leicht rutschig gemacht, gleichzeitig aber schneller. Die Siegerzeit war zwei Minuten kürzer als vergangenes Jahr auf dem identischen Streckenverlauf. „Die Strecke kam uns sehr entgegen“, kommentierte der 32-jährige Schurter, der 2017 das Rennen gewonnen hatte. Der mehrfache Gesamtworldcup-Gewinner, Weltmeister und Olympiasieger hat mit Lars Forster einen Cape-Epic-Neuling im Team. „Beim Anstieg zum Dead Man’s Tree war ich 20 Watt über meiner sonstigen Leistung, eindeutig im roten Bereich“ erzählte Forster, „glücklicherweise ist Nino so stark im Flachen, dass ich mich hinter ihm wieder etwas erholen konnte.“ Das Scott-SRAM-MTB-Team musste umdisponieren, da der ursprüngliche Partner Schurters, Andri Frischknecht, Magenprobleme hatte und nun ins Support-Team wechselte.

An den fünf Zwischenzeit-Punkten waren den Siegern die Südafrikaner von SpecializedFoundationNAD, Matt Beers und Alan Hatherly (U23-Weltmeister), dicht auf den Fersen, bevor ein Platten die beiden Lokalmatadoren bremste. Ihnen blieb ein 5. Platz und das Absa African Red Jersey, das rote Leadertrikot für die schnellste afrikanische Paarung beim Cape Epic.
Der Deutsche Manuel Fumic und sein brasilianischer Partner Henrique Avancini enttäuschten ihre zahlreichen Fans nicht, die zum Tafelberg gepilgert waren und dem unfreundlichen Wetter standhielten. „Wir haben unsere gute Form umsetzen können und gezeigt, dass mit uns zu rechnen ist“, sagte der Brasilianer, frischgebackener Vater einer Tochter. Erst in dieser Woche landete Avancini in Kapstadt, da er wegen seiner Tochter seine Flüge mehrmals verschoben hatte. „Ich bin das viele Reisen gewohnt, das macht mir nichts aus“, meinte Avancini, “wir haben nun eine gute Position für den Start in die echten langen Etappen“.

Etwas überraschend war für Insider der relativ schlechte 8. Platz für das Team Investec-songo-Specialized mit Vorjahressieger Jaroslav Kulhavy und dem Neuseeländer Sam Gaze. Doch ihre 2 Minuten Rückstand können sie sicher morgen auf den 111 Kilometern und 2700 Höhenmetern rund um die Wal-Stadt Hermanus verkleinern.

Auch bei den Frauen setzten sich die Favoritinnen klar durch. Die Weltmeisterin und mehrfache Epic-Siegerin Annika Langvad und ihre Partnerin Anna van der Breggen, Weltmeisterin und Olympiasiegerin auf der Straße, siegten souverän mit rund zweieinhalb Minuten Vorsprung.

Die Dänin und die Niederländerin, erstmals gemeinsam bei einem Mountainbike-Rennen unterwegs, ließen nichts anbrennen. Investec-songo-Specialized, so der Team-Name, benötigten nur 51 Minuten 44 Sekunden (das ist ein überragender 43. Platz in der Gesamtwertung). Ariane Lüthi, die ehemalige Partnerin von Langvad bei drei Absa Cape Epic Siegen, und Maja Wloszczowska vom Kross-Spur Racing Team wurden Zweite vor Summit Fins Candice Lill und Adelheid Morath.

Langvad und Van der Breggen starteten zuletzt im Frauenfeld und zeigten bereits nach 6 Kilometern und den ersten Anstiegen, dass sie den anderen Frauen nur die weiteren Plätze lassen würden: 66 Sekunden hatten sie nach dem ersten Drittel des Prologs bereits Vorsprung. Die zwei Weltmeisterinnen werden dem Frauenring auch weiterhin ihren Stempel aufdrücken, denn sie bauten diesen Abstand auf über zwei Minuten zu den Zweitplatzierten aus.
„Ein guter Start, ein guter erster Tag ist sehr wichtig“, meinte Langvad im Ziel, „es ist gut für unsere Moral und es ist eine starke Motivation für uns“, so die Dänin, „ich denke, das war der schnellste und härteste Prolog bei einem Epic für mich, seit ich dabei bin.“

Van der Breggen war erleichtert und glücklich, den Prolog hinter sich zu haben. „Gut, dass es losgegangen ist“, so die Olympiasiegerin von 2016, “es lief heute besser für mich als erwartet, aber es kommen ja noch sieben Tage und da kann noch einiges passieren.“ Bei einer Straßenspezialistin wie van der Breggen fragen sich Beobachter und Insider, wie sie mit den technischen Schwierigkeiten eines Mountainbike-Rennens zurechtkommt und ob sie nicht in den schwierigen Downhill-Passagen Zeit verliert. Doch die amtierende Straßenweltmeisterin zeigte keine Schwächen und hat ihre Kritiker überzeugt. „Ich muss mich hier beherrschen, sagte die Niederländerin, „auf der Straße gehe ich immer Vollgas, hier musst du Tempo rausnehmen auf technischem Terrain, daran muss ich mich noch gewöhnen. Aber mit Annika habe ich ja eine der besten Mountainbikerinnen der Welt direkt vor mir und sie zeigt mir die optimale Linie und wie es am besten geht.“

Einen guten Prologstart erwischten auch die Deutschen Frauen Adelheid Morath und Sabine Spitz mit Nadine Rieder. Morath belegte mit der Südafrikanerin Candice Lill den dritten Platz nach Ariane Lüthi und der Polin Maja Wloszczowska. Das einzige komplett deutsche Frauenteam Spitz/Rieder kam auf Rang 4 mit dreieinhalb Minuten Rückstand. Die mehrfache Olympiasiegerin und Weltmeisterin Sabine Spitz kann ihre Epic-Erfahrung an die Debütantin Rieder weitergeben und hat sich mindestens einen Podestplatz vorgenommen.

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