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Herber Rückschlag für Dumoulins Giro-Ambitionen – Richard Carapaz gewinnt chaotisches Etappenfinale
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14.05.2019

Herber Rückschlag für Dumoulins Giro-Ambitionen – Richard Carapaz gewinnt chaotisches Etappenfinale

Info: GIRO D’ITALIA 2019 (2.UWT)
Autor: Felix Griep (Werfel)



Frascati, 14.05.2019 – Ob die Sprintspezialisten auf den leicht ansteigenden letzten zwei Kilometern würden mithalten können, schien die entscheidende Frage am 4. Tag der Italien-Rundfahrt zu sein, doch ein Massensturz kurz vor dem Finale sorgte für ein völlig unerwartetes Szenario. Am Ende siegte Richard Carapaz aus einer kleinen Gruppe glücklicher Fahrer, die den Sturzfolgen entkommen waren. Zu diesen gehörten auch Primoz Roglic, der seine erste brenzlige Situation im Rosa Trikot unbeschadet überstand. Ganz im Gegenteil zu Tom Dumoulin, der in den Straßengraben katapultiert wurde und die Etappe mit vier Minuten Rückstand beendete.


Das Profil der 4. Etappe des Giro d‘Italia

Drei Namen, die man noch oft hören wird
Mit seinen vielen Sonderwertungen ist der Giro d'Italia ein Eldorado für Ausreißer. Sie können nicht nur um das Bergtrikot kämpfen, sondern auch um die Sprintwertung (Zwischensprints), die „Premio della Combattività“ (Punkte an allen Sprint-, Berg- und Zielwertungen) und nicht zuletzt natürlich die „Premio Fuga“ (meiste Kilometer als Ausreißer). Die ambitioniertesten Spezialisten für diese Preise haben sich spätestens auf der 4. Etappe zu erkennen gegeben: Marco Frapporti (Androni Giocattoli Sidermec), Mirco Maestri (Bardiani CSF) und Damiano Cima (Nippo-Vini Fantini-Faizanè) begaben sich direkt bei Kilometer 0 von 235 gemeinsam auf die Flucht, nachdem sie alle auch schon auf der 2. Etappe zu den Ausreißern gehört hatten. An den Zwischensprints lautete die Reihenfolge einmal Maestri-Cima-Frapporti und dann Cima-Frapporti-Maestri, womit Cima sich die Führung im Sprintklassement zurückholte, das er jetzt zehn Punkte vor den anderen beiden anführt. Auch in der Combattività-Wertung hat er knapp die Nase vorn. Nach der Gesamtzahl als Ausreißer zurückgelegter Kilometer steht am Ende des Tages aber immer noch Frapporti (411) vor Maestri (374) und Cima (364) auf Rang eins.

Ein Massensturz sorgt für Chaos im Finale
Der Vorsprung des italienischen Trios hatte bei der von Frapporti gewonnen einzigen Bergwertung nach 33 Kilometern sein Maximum von gut zwölf Minuten erreicht. Durch Arbeit von Lotto Soudal und Groupama-FDJ stabilisierte sich der Abstand dann bei sechs bis sieben Minuten, ehe er 90 Kilometer vor dem Ziel nochmals auf neun Minuten anwuchs. Bora-Hansgrohe brachte aber rechtzeitig wieder Schwung ins Peloton und konnte die Ausreißer mit der Unterstützung weiterer Sprinterteams unter Kontrolle halten. Elf Kilometer vor dem Ziel kam es zur Einholung von Frapporti und Maestri, nachdem Cima schon zehn Kilometer eher zurückgefallen war. Sechs Kilometer vor dem Ende ereignete sich dann ein verhängnisvoller Massensturz. Das Feld war geteilt und nur 15 Fahrer bildeten eine erste Gruppe, in der Bora-Hansgrohe (Schwarzmann, Formolo und Ackermann) und Groupama-FDJ (Démare mit einem Teamkollegen) Tempo bolzten. Aus den Reihen der Topsprinter waren auch noch Caleb Ewan (Lotto Soudal) und Elia Viviani (Deceuninck-Quick Step) dabei, wobei der italienische Meister gleich zu Beginn des zwei Kilometer langen, im Schnitt gut vier Prozent steilen Schlussanstiegs nicht mehr mithalten konnte. Valerio Conti und Diego Ulissi (beide UAE Emirates) gaben dort den Ton an.

Carapaz jubelt, gestürzter Dumoulin leidet
Die Spitzengruppe schrumpfte in der finalen Steigung weiter, bis nur noch sechs Mann übrig waren. 300 Meter vor Schluss fasste sich Richard Carapaz (Movistar) ein Herz und kam mit dieser Attacke zu seinem zweiten Giro-Etappensieg nach Montevergine di Mercogliano 2018. Caleb Ewan (Lotto Soudal) reagierte einen kleinen Moment zu spät, kam zwar wieder näher an den Ecuadorianer heran, hatte auf der Ziellinie aber noch eine Radlänge Rückstand. Dahinter folgten Ulissi, Ackermann, Florian Sénéchal (Deceuninck-Quick Step) und auf Platz sechs Primoz Roglic, der das Rosa Trikot nicht nur verteidigte, sondern seinen Vorsprung auch ausbauen konnte. 16 Sekunden gewann er gegenüber einer größeren Verfolgergruppe mit unter anderem Simon Yates (Mitchelton-Scott), Vincenzo Nibali (Bahrain Merida) und Miguel Angel Lopez (Astana), die in der Gesamtwertung jetzt 35, 39 und 44 Sekunden hinter ihm liegen. Noch viel schlimmer traf der Massensturz Tom Dumoulin (Sunweb), der nicht nur aufgehalten wurde, sondern direkt involviert war. Der körperlich schwer leidende Giro-Sieger von 2017 erreichte das Ziel erst vier Minuten nach der Spitze.

-> Zum Resultat

Zwei Anstiege gleich zu Beginn und eine Bergwertung über 50 Kilometer vor dem Ziel sind die Schwierigkeiten der 5. Etappe, die sonst komplett flach verläuft und daher wieder die Sprintspezialisten favorisiert.

Video der Zielankunft






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