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Caleb Ewan holt sich in Pesaro den erhofften Giro-Etappensieg – Ackermann Dritter
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18.05.2019

Caleb Ewan holt sich in Pesaro den erhofften Giro-Etappensieg – Ackermann Dritter

Info: GIRO D’ITALIA 2019 (2.UWT)
Autor: Heike Oberfeuchtner (H.O.)



Pesaro, 18.05.2019 - Beim Giro d'Italia hat Caleb Ewan (Lotto Soudal) nach einem vierten, einem dritten und einem zweiten Platz endlich den Tagessieg davongetragen. Der 24-jährige Australier gewann den Massensprint am Ende der achten Etappe, welche von Tortoreto Lido über 239 Kilometer nach Pesaro führte und somit das längste Teilstück der diesjährigen Austragung war. Der zweifache Etappengewinner Pascal Ackermann (Bora-Hansgrohe) wurde diesmal hinter dem italienischen Meister Elia Viviani (Deceuninck-Quick Step) zwar nur Dritter, verteidigte aber problemlos die Führung in der Punktewertung.


Das Profil der 8. Etappe des Giro d‘Italia

Mailand-Sanremo ohne Turchino, sozusagen
Nach all den Mammutetappen, mit denen uns die 102. Italienrundfahrt in dieser Woche mehr oder weniger erfreute, ist es eigentlich schwer vorstellbar, dass die Distanz zwischen Start und Ziel noch steigerbar sei. Doch das 8. Teilstück zählte 239 Kilometer (ohne neutralisierte Phase) – einen Kilometer mehr als der Abschnitt zwei Tage zuvor – und war damit offiziell die allerlängste unter den langen Etappen. Verschiedentlich wurde ihr Profil mit dem von Mailand-Sanremo verglichen. Über die Hälfte davon führte nämlich flach an der Adriaküste entlang, bevor auf den letzten ca. 100 km hügliges Gelände mit drei Bergwertungen (1 x 3. Kat., 2 x 4. Kat.) befahren werden musste. Im Vorfeld viel besprochen wurde die rasante Abfahrt, die über Haarnadelkurven fast bis ins Ziel führte. Man befürchtete, dass im Falle regennasser Straße erneut eine Neutralisation nötig sein würde, doch am Ende war das Wetter besser als gedacht.

Zwei Ausreiß-Experten unter sich
Die Fluchtgruppe des Tages bildete sich unverzüglich nach dem Start. Sie bestand aus lediglich zwei Männern, aus Marco Frapporti (Androni Giocattoli Sidermec) und Damiano Cima (Nippo-Vini Fantini-Faizanè), wobei kurzzeitig auch Nathan Brown (EF Education First) dazugehörte, der sich aber bald wieder einholen ließ. Bei den beiden Italienern handelte es sich um den Erst- und den Drittplatzierten der Ausreißer-Wertung bzw. um den Zweit- und den Erstplatzierten der Sprintwertung. Die Mannschaft des Gesamtführenden, UAE-Team Emirates, musste nur ganz am Anfang Nachführarbeit verrichten, dann konnte sie Groupama-FDJ und Bora-Hansgrohe das Feld überlassen. Der Vorsprung des Duos erreichte maximal 6 Minuten. Beim ersten Zwischensprint in Senigallia gönnte Punktetrikot-Träger Pascal Ackermann Arnaud Démare (Groupama) kampflos den ersten Platz hinter den Ausreißern, er selbst sicherte sich noch 5 Punkte.

Frapporti hält sich bis Monteluro
Kurze Zeit später machte die Strecke einen Schwenk ins Hinterland. Die Sonne wagte sich zwischenzeitlich aus dem zuvor bedeckten Himmel heraus und der zweite Zwischensprint (ohne Bedeutung fürs Punkteklassement) stand an. Man durchfuhr die Heimat des Manns im weißen Trikot, Giovanni Carboni, der von Bardiani-CSF stolz präsentiert wurde. Mittlerweile hatte auch Lotto Soudal mit Thomas de Gendt eine Zugmaschine an der Spitze des Felds abgestellt. An der ersten Bergwertung (Monte della Mattera), wo Cima Schwierigkeiten erkennen ließ, betrug der Vorsprung der Ausreißer etwas unter drei Minuten. In der nächsten, unkategorisierten Steigung und im anschließenden Flachstück drückte Lotto noch mehr aufs Tempo und der Abstand wurde kleiner und kleiner. Es ging der zweiten Bergwertung in Monteluro entgegen. Cima holte man vorher schon ein, Frapporti hielt sich vorne, bekam aber Gesellschaft durch Bergtrikot-Träger Giulio Ciccone (Trek-Segafredo), der sich die 2 Punkte sicherte. Wenig später hieß es geschlossenes Feld.

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Trio mit Mann im blauen Trikot
Bei der letzten Bergwertung (Gabicce Monte) schwenkte man wieder auf die Küstelinie ein und der Regen meldete sich zurück, wobei es glücklicherweise bei einem kurzen Guss blieb. Ciccone setzte sich erneut aus dem Feld ab, wobei er einem Vorstoß von Louis Vervaecke (Sunweb) folgte. Auch Francois Bidard (AG2R-La Mondiale) schloss sich an. Da das Feld nicht sofort nachführte, wuchs der Vorsprung des Trios in Abfahrt und Gegensteigung erst einmal rasch an, Groupama zog jedoch noch rechtzeitig die Reißleine. Es ging über gewundene Straßen rauf und runter; 10 Kilometer vor dem Ziel lag die Gruppe, die sich übrigens uneins zu sein schien, keine 20 Sekunden mehr voraus und etwa 4 Kilometer später wurde sie sehr zum Unmut von Ciccone gestellt. In der letzten Abfahrt sah man zum ersten Mal überhaupt die Deceunick-Quick Step Mannschaft vorne.

Befreiungsschlag für Caleb Ewan
Spätestens am Ende der zum Glück sturzfrei absolvierten Abfahrt standen alle Zeichen auf Massensprint. Bora-Hansgrohe spannte sich vor Pascal Ackermann. Caleb Ewan hingegen hatte seine Teamkollegen aufgebraucht, aber der Australier wusste sich zu helfen. In der letzten Kurve, keine 250 Meter vor der Ziellinie, schnappte er sich das Hinterrad des deutschen Meisters und konterte dessen Antritt anschließend mit Bravour. Ackermann musste dann auch noch Viviani vorbeilassen, bekam aber als Dritter immerhin 12 Punkte für die Maglia Ciclamino gutgeschrieben. Für Caleb Ewan war es nach Platz 3 auf der zweiten, Platz 2 auf der vierten und Platz 4 auf der fünften Giro-Etappe endlich der Befreiungsschlag. In der Gesamtwertung blieb eigentlich alles wie gehabt; man hat Kraft gespart für das morgige Zeitfahren. Es gab keine Aufgaben zu verzeichnen, wie gestern sind noch 164 Fahrer im Rennen.

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Video der Zielankunft






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