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Zakarin und Landa die Stärksten bei erster Giro-Bergankunft – Lopez im Pech, Yates enttäuscht
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24.05.2019

Zakarin und Landa die Stärksten bei erster Giro-Bergankunft – Lopez im Pech, Yates enttäuscht

Info: GIRO D’ITALIA 2019 (2.UWT)
Autor: Felix Griep (Werfel)



Ceresole Reale, 24.05.2019 – Die 13. Etappe der Italien-Rundfahrt mit zwei schweren Anstiegen plus langer Bergankunft hat für Triumphe und Dramen gesorgt und große Abstände herbeigeführt. Die größten Gewinner des Tages waren Ilnur Zakarin, der seinen zweiten Giro-Etappensieg nach Imola 2015 feierte, und Mikel Landa, der viel Zeit auf alle Konkurrenten gutmachen konnte. Große Rückschläge erlebten der schwache Simon Yates und der am Schlussanstieg von der Defekthexe heimgesuchte Miguel Angel Lopez. Jan Polanc gelang die Verteidigung von Rosa und Giulio Ciccone die Rückeroberung des Bergtrikots.


Das Profil der 13. Etappe des Giro d‘Italia

Trek-Segafredo zu viert in der Spitzengruppe
Die zweite schwere Bergetappe in Folge wurde von Beginn an mit hoher Intensität gefahren, bis im Anstieg auf den Colle del Lys (14,9 km à 6,4%), die Ausreißergruppe des Tags entstand, aus der am Ende tatsächlich der Etappensieger kommen sollte. 27 Fahrer überquerten den ersten Gipfel des Tages drei Minuten vor dem Feld – 80 Kilometer später auf dem Pian del Lupo (9,4 km à 8,7%) waren es dann noch 15 mit einer Minute Vorsprung. Trek-Segafredo gab den Ton in der Fluchtgruppe an: Gianluca Brambilla und Nicola Conci arbeiteten für Bauke Mollema, den bestplatzierten Ausreißer in der Gesamtwertung, und Giulio Ciccone sammelte mit Siegen an den Bergwertungen der 1. und 2. Kategorie viele Punkte für sein Ziel, das Bergtrikot zu gewinnen.

Ursprüngliche Ausreißergruppe (27 Fahrer):
Amador + Carretero + Rojas (MOV), Gallopin + Vuillermoz (ALM), Cattaneo + Masnada (ANS), Cataldo + Izagirre + Zeits (AST), Nibali + Pozzovivo (TBM), Formolo (BOH), De La Parte (CPT), Dombrowski (EF1), Neilands + Plaza (ICA), Juul-Jensen + Nieve (MTS), Dunbar + Geoghegan Hart (INS), Tolhoek (TJV), Zakarin (TKA), Mollema + Brambilla + Ciccone + Conci (TFS)

Verkleinerte Ausreißergruppe (15 Fahrer):
Amador + Carretero (MOV), Gallopin + Vuillermoz (ALM), Masnada (ANS), Izagirre (AST), Formolo (BOH), Dombrowski (EF1), Nieve (MTS), Dunbar (INS), Tolhoek (TJV), Zakarin (TKA), Mollema + Brambilla + Ciccone (TFS)

Astana forciert das Tempo am Pian del Lupo
Am Pian del Lupo sprengte eine Tempoverschärfung von Astana das Hauptfeld und reduzierte die Favoritengruppe mehr als 60 Kilometer vor dem Ziel auf vorübergehend gerade einmal elf Fahrer. Pello Bilbao legte sich für Kapitän Miguel Angel Lopez ins Zeug, außerdem halfen zwei Teamkollegen, die aus der Ausreißergruppe zurückgefallen waren: Dario Cataldo arbeitete kurze Zeit im Anstieg mit und Andrey Zeits kam nach der Abfahrt dazu. Der Gesamtführende Jan Polanc (UAE Emirates) und sein Teamkollege Valerio Conti hatten auf dem Gipfel mehr als eine Minute Rückstand zur Favoritengruppe gehabt, fanden nach der Abfahrt mit einer Reihe weiterer Fahrer aber wieder Anschluss, so dass sich ein fast 30 Fahrer großes Feld bildete.

Favoritengruppe am zweiten Berg (11 Fahrer):
Landa + Carapaz (MOV), Lopez + Bilbao (AST), Nibali (TBM), Majka (BOH), Carthy (EF1), Yates + Hamilton (MTS), Sivakov (INS), Roglic (TJV)

Vier Sieganwärter zu Beginn des Schlussanstiegs
Der Vorsprung der verbliebenen Ausreißer war zwischenzeitlich auf deutlich unter eine Minute gefallen, stieg aber in Folge eines Angriffs von Fausto Masnada (Androni Giocattoli Sidermec) rasch wieder an. Der Gewinner der 6. Etappe setzte sich mit Hector Carretero (Movistar), Ion Izagirre (Astana), Joe Dombrowski (Education First) und Ciccone vom Rest ab. Kurz nach dem offiziellen Beginn des Schlussanstiegs zum 2247 Meter hoch gelegenen Stausee Lago Serrù (20,3 km à 5,9%) schlossen Andrey Amador (Movistar). Davide Formolo (Bora-Hansgrohe), Mikel Nieve (Mitchelton-Scott), Ilnur Zakarin (Katusha Alpecin) und Mollema wieder zu ihnen auf. Doch lange blieben sie nicht zu zehnt und die Spitzengruppe schrumpfte zu einem Quartett, bestehend aus Nieve und Zakarin sowie dem Trek-Duo Ciccone und Mollema.

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Yates‘ Körper und Lopez‘ Material schwächeln
Unterdessen wagte aus dem Feld Mikel Landa (Movistar) einen Angriff, bei dem er bald durch seine Teamkollegen Carretero und Amador unterstützt wurde, die zu den Ausreißern gehört hatten und auf ihn warteten. Auf der Verfolgung des Spaniers bildete sich eine sechsköpfige Gruppe, in der neben dem Rosa Trikot auch der eigentlich zu den Topfavoriten gezählte Simon Yates (Mitchelton-Scott) fehlte. Als der Schlussanstieg nach circa acht Kilometern abflachte, hatte Lopez einen Defekt, der einen Radwechsel nötig machte, was den Kolumbianer in die abgehängte Gruppe um Polanc und Yates zurückwarf. Als der steilste Teil der Bergankunft begann – 8,9% im Schnitt auf den letzten sechs Kilometern – lagen sie bereits eine gute halbe Minute hinter den meisten Konkurrenten und sogar fast eine Minute hinter Landa.

Rennsituation 6 Kilometer vor Schluss:
Spitze = Nieve (MTS), Zakarin (TKA), Ciccone + Mollema (TFS)
+1:30 = Landa (MOV)
+1:55 = Carapaz (MOV), Nibali + Pozzovivo (TBM), Majka (BOH), Sivakov (INS), Roglic (TJV)
+2:20 = u.a. Lopez (AST), Yates (MTS), Polanc (UAD)

Zakarin ringt Nieve im Kampf um den Sieg nieder
An der Spitze des Rennens attackierte fünf Kilometer vor Schluss Zakarin und schien die Vorentscheidung schon herbeigeführt zu haben, bis Nieve doch noch einmal an ihn herankam. Gut einen Kilometer vor Schluss schüttelte der Russe den Spanier dann aber doch noch endgültig ab und gewann die Etappe mit 35 Sekunden Vorsprung. Dritter im Ziel war dann bereits Landa mit einem Rückstand von 1:20 Minute. Es folgten in größeren Abständen mit Richard Carapaz (Movistar), Mollema und Rafal Majka (Bora-Hansgrohe) weitere Ausreißer, bevor nach 2:57 Minuten Primoz Roglic (Jumbo-Visma) und Vincenzo Nibali (Bahrain Merida) finishten. Der Slowene und der Italiener hatten ihre Begleiter auf den letzten Kilometern noch deutlich distanzieren können: Die Uhr tickte weiter erbarmungslos runter und stoppte für Lopez erst nach 4:19 Minuten, für Polanc nach 4:39 Minuten und für Yates nach exakt 5:00 Minuten.

Polanc weiter in Rosa, Ciccone wieder in Blau, Sivakov jetzt in Weiß
Für Polanc war der Tag trotz oder gerade wegen des Zeitverlustes durchaus ein Erfolg, denn in der Gesamtwertung schrumpfte sein Vorsprung gegenüber Landsmann Roglic nur von 4:07 Minuten auf 2:25 Minuten. Die Ausreißer Zakarin (+2:56) und Mollema (+3:06) rücken auf die Plätze drei und vier vor, gefolgt von Nibali (+4:09), Carapaz (+4:22), Majka (+4:28) und Landa (+5:08), der von Platz 21 auf acht kletterte. Für Lopez (+7:48) und Yates (+8:14), jetzt Zehnter und Zwölfter, scheint der Traum vom Gesamtsieg dagegen fast schon beendet. Ciccone hat das Bergtrikot zurückerobert, führt jetzt mit 90 Punkten vor Zakarin (42) und Brambilla (40), der das Blaue heute anstelle seines Teamkollegen getragen hatte. Das Weiße Trikot des Nachwuchsbesten, welches gestern Hugh Carthy (Education First) von Nans Peters (AG2R La Mondiale) übernommen hatte, gehört nun Pavel Sivakov (Ineos), der 35 Sekunden vor Lopez liegt. In der Mannschaftswertung hat sich Movistar mit über 15 Minuten Vorsprung wieder an die Spitze gesetzt.

-> Zum Resultat und allen Gesamtständen

Der Giro bietet in diesen Tagen keine Erholungspause: Auf der 14. Etappe warten bereits fünf weitere Bergertungen, darunter eine 1. Kategorie 25 Kilometer vor Schluss auf dem Colle San Carlo (10,5 km à 9,8%) und eine 3. Kategorie im Ziel in Courmayeur.

Video der Zielankunft






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