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Pascal Ackermann von Ausreißer Damiano Cima geschlagen – aber wieder im Maglia Ciclamino
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30.05.2019

Pascal Ackermann von Ausreißer Damiano Cima geschlagen – aber wieder im Maglia Ciclamino

Info: GIRO D’ITALIA 2019 (2.UWT)
Autor: Felix Griep (Werfel)



Santa Maria di Sala, 30.05.2019 – Auf der einzigen Flachetappe der zweiten Giro-Hälfte haben drei Ausreißer für eines der spannendsten Finals der Rundfahrt gesorgt, das am Ende mit Damiano Cima tatsächlich einen Überraschungssieger bekam. Pascal Ackermann verpasste zwar haarscharf seinen dritten Etappensieg, kann sich aber mit der Rückeroberung des Maglia Ciclamino trösten.


Das Profil der 18. Etappe des Giro d‘Italia

Eine kleine Ausreißergruppe
Nach insgesamt fünf Massensprints auf den ersten elf Etappen hatten einige Topsprinter wie Caleb Ewan oder Elia Viviani den Giro d’Italia verlassen. Diejenigen, die sich anschließend über sechs Bergetappen quälten, wurden auf dem 18. Teilstück noch einmal mit einer Chance auf einen Sieg belohnt. Eine wichtige Voraussetzung war, auf der 222 Kilometer langen Etappe keine zu starke Ausreißergruppe zuzulassen, was zur Zufriedenheit der Sprinterteams auch gelang: Nach den leicht ansteigenden ersten 30 Kilometern hatte sich in der dann beginnenden 80 Kilometer langen Abfahrt eine zunächst aus neun Fahrern bestehende Ausreißergruppe gebildet, deren Vorsprung aber erst ernsthaft anstieg, als Matteo Montaguti (Androni Giocattoli Sidermec), Michael Schwarzmann (Bora-Hansgrohe), Jack Bauer (Mitchelton-Scott), Enrico Battaglin (Katusha Alpecin), Michael Gogl (Trek-Segafredo) und Tom Bohli (UAE Emirates) wieder ins Feld zurückfielen. Mit den italienischen Fluchtspezialisten Mirco Maestri (Bardiani CSF) und Damiano Cima (Nippo-Vini Fantini-Faizanè) und dem Deutschen Nico Denz (AG2R La Mondiale) blieb ein Trio übrig, dessen Vorsprung schnell auf dreieinhalb Minuten stieg, bevor Israel Cycling Academy und Bora-Hansgrohe ihnen genauso schnell wieder eine Minute abnahmen.

Der Abstand fährt Achterbahn
Trotzdem stieg der Abstand später noch einmal auf gut sechs Minuten vor dem Anstieg nach Pieve di Alpago (6,7 km à 4,5%) zur einzigen Bergwertung der Etappe. Am ersten Zwischensprint, wo es 62,5 Kilometer vor dem Ziel auch um das Maglia Ciclamino ging, hatte das Feld bereits wieder nur zwei Minuten Rückstand – und Arnaud Démare (Groupama-FDJ) sicherte sich einen Punkt mehr als sein Konkurrent Pascal Ackermann (Bora-Hansgrohe). Nach dem Sprint ließ das Feld den Rückstand allerdings erneut auf viereinhalb Minuten ansteigen, woraufhin die viel zitierte "1-Minute-pro-10-Kilometer"-Regel lange Zeit einen leichten Vorteil für die Ausreißer auswies, auch wenn neben Israel Cycling Academy und Bora-Hansgrohe mit Dimension Data und Deceuninck-Quick Step noch weitere Mannschaften in die Verfolgungsarbeit einstiegen. Exakt zwei Minuten betrug die Differenz zwischen Spitze und Feld am zweiten Zwischensprint 16,9 Kilometer vor Schluss, 1:03 Minute an der Zehn-Kilometer-Marke, 31 Sekunden drei Kilometer vor dem Ende, nachdem Denz zwischenzeitlich erfolglos versucht hatte, seine Begleiter zu attackieren, und 14 Sekunden an der Flamme Rouge ...

Spannung bis zum letzten Meter
Der schnurgerade letzte Kilometer dieser Etappe gehörte mit zum Spannendsten, was die Italien-Rundfahrt bisher zu bieten hatte. Die drei Ausreißer blickten sich um, ließen sich zu taktischen Spielchen hinreißen, schwankten von einer Straßenseite zur anderen. Denz versuchte 500 Meter vor Schluss nochmals anzugreifen, hatte aber wieder kein Glück. Der Vorjahreszweite in Gualdo Tadino und Maestri wurden auf den letzten einhundert Metern noch eingeholt und auf die Plätze elf und zehn durchgereicht. Aber Cima – der schaffte es tatsächlich vor den Sprintern über die Ziellinie. Um eine Radlänge rettete sich der Ausreißer vor Ackermann, der vor Wut über den so extrem knapp verpassten dritten Etappensieg mit der Faust auf seinen Lenker schlug. Doch da hatte der deutsche Meister noch nicht gesehen, was hinter ihm passiert war: Simone Consonni (UAE Emirates) war Dritter geworden, gefolgt von Florian Sénéchal (Deceuninck-Quick Step), Ryan Gibbons (Dimension Data), Manuel Belletti (Androni Giocattoli Sidermec) und Davide Cimolai (Israel Cycling Academy). Erst dann kam an achter Position Démare, der eine bessere Platzierung verpasst, weil er im Endspurt nicht an Sénéchal vorbeigekommen war.

Cima führt zwei Klassemente an
Etappenplatz zwei war für Ackermann 35 Punkte wert, während Démare für Platz acht nur 8 Punkte erhielt. Das reichte für Ackermann locker aus, um die Führung in der Punktewertung und das Maglia Ciclamino zurückzuerobern, dessen Gewinn ihm jetzt bei 13 Punkten Vorsprung kaum noch zu nehmen scheint. Démare müsste schon auf beiden noch folgenden Bergetappen an den Zwischensprints punkten, um diesen Rückstand wieder wettzumachen. Cima hat sich durch die Flucht sogar die Führung in zwei Klassementen geholt: In der Sprintwertung liegt er wieder fünf Zähler vor Fausto Masnada (Androni Giocattoli Sidermec) und in der Ausreißerwertung hat er mit 172 weiteren und insgesamt nun 932 Fluchtkilometern dessen Teamkollegen Marco Frapporti überholt.

-> Zum Resultat

Der Zwischensprint auf der 19. Etappe befindet sich bei Kilometer 86,6 kurz hinter einem Anstieg der 3. Kategorie (6,3 km à 6,8%, max. 10,0%). Die Etappe endet mit einer Bergankunft in San Martino di Castrozza (13,6 km à 5,6%).

Video der Zielankunft






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