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Dylan Teuns und Giulio Ciccone haben auf der Planche des Belles Filles beide Grund zum Feiern
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11.07.2019

Dylan Teuns und Giulio Ciccone haben auf der Planche des Belles Filles beide Grund zum Feiern

Info: TOUR DE FRANCE 2019 (2.UWT)
Autor: Felix Griep (Werfel)



Plancher-les-Mines, 11.07.2019 – Was für ein Jahr für Giulio Ciccone! Der 24-jährige Italiener, der beim Giro d’Italia eine Etappe und das Bergtrikot gewonnen hatte, fuhr bei der ersten Bergetappe der Tour de France sogar ins Gelbe Trikot. Und ausgerechnet die neuen Bergwertungsboni spielten eine entscheidende Rolle bei der Entthronung von Julian Alaphilippe. Im Kampf um den Etappensieg auf der Planche des Belles Filles unterlag Ciccone seinem Mitausreißer Dylan Teuns, dem aus neutraler Sicht sein erster Grand-Tour-Erfolg nach den fünf Top5-Resultaten von der Vuelta a España 2018 sicher auch zu gönnen ist.


Das Profil der 6. Etappe der Tour de France

Wellens bekommt Konkurrenz ums Bergtrikot
Sieben Bergwertungen von der 3. bis zur 1. Kategorie auf nur 160,5 Kilometern – das war das Menü am Tag der ersten richtigen Bergetappe der Tour de France. Die Bildung einer Ausreißergruppe ging erstaunlich schnell vonstatten und schon vor Beginn des ersten Anstiegs hatten sich 14 Mann deutlich vom Peloton abgesetzt. Mit dabei – natürlich – der Mann im Bergtrikot: Tim Wellens (Soudal Lotto) hatte Unterstützung in Person von Thomas De Gendt mitgebracht und auch Giulio Ciccone und Julien Bernard (Trek-Segafredo) sowie Xandro Meurisse und Andrea Pasqualon (Wanty-Groupe Gobert) schafften es als Pärchen in die Gruppe, deren Vorsprung bis zu acht Minuten erreichte. Insgesamt fünf Fahrer konnten sich eine oder zwei der Bergwertungen schnappen, doch Wellens gewann die wichtigsten, nämlich die 1. Kategorien in Le Markstein und auf dem Ballon d'Alsace. So bleibt der Belgier mit am Ende des Tages 43 Punkten vor Ciccone (30) und Meurisse (27) weiterhin im gepunkteten Leibchen.

Die Ausreißergruppe im Überblick:
Cosnefroy (ALM), Teuns (TBM), Pauwels (CPT), Bernard + Ciccone (TFS), Arndt (SUN), Berhane (COF), De Gendt + Wellens (LTS), Grellier (TDE), Politt (TKA), Meurisse + Pasqualon (WGG), Greipel (PCB)

Entscheidung an einer Rampe mit 24%(!) Steigung
Nach dem gesicherten Erhalt des Bergtrikots von Wellens bekam sein Teamkollege De Gendt freie Fahrt und nutzte dies für einen Angriff am Col des Croix 37 Kilometer vor dem Ziel. In der Abfahrt fuhr er schnell eine halbe Minute Vorsprung heraus, wurde jedoch 20 Kilometer vor Schluss im steilen Anstieg auf den Col des Chevrères (3,5 km à 9,5%) von einem Quartett überholt. Die Spitzengruppe war zerfallen und Ciccone, Wellens, Meurisse und Dylan Teuns (Bahrain Merida) erwiesen sich als die Stärksten an diesem enorm steilen Berg. Mit noch vier Minuten Vorsprung gegenüber dem Hauptfeld starteten sie in den Schlussanstieg zur Planche des Belles Filles (7,0 km à 8,7%), wo Wellens und Meurisse circa vier Kilometer vor dem Ziel zurückfielen, während die anderen beiden den Sieg unter sich ausmachten. Auf dem letzten Kilometer, der über eine Schotterstraße führte, fiel die Entscheidung erst sehr spät in einer 24-prozentigen Rampe, an der Ciccone Teuns nicht mehr folgen konnte. Meurisse schaffte es als Dritter ins Ziel, wohingegen Wellens noch weit durchgereicht wurde.

Alaphilippe kämpft spektakulär, aber vergeblich um Gelb
Unter den Favoriten ging es am Schlussanstieg zwar ernst zu, aber es gab noch nicht das ganz große Spektakel. Warren Barguil (Arkéa-Samsic) war der erste Angreifer und konnte kurz sein französisches Meistertrikot den Fernsehkameras präsentieren, bevor Mikel Landa (Movistar) an ihm vorbeischoss. Die Attacke des Spaniers hatte wesentlich mehr Wucht und brachte ihm im Handumdrehen zwanzig Sekunden Vorsprung ein. Nachdem bis dahin Movistar und Ineos die Führungsarbeit in der Hauptgruppe geleistet hatte, übernahm jetzt Groupama-FDJ mit Helfer David Gaudu und Kapitän Thibaut Pinot und holte Landa bis zum Beginn der unbefestigten Straße auf dem letzten Kilometer wieder ein. Dort sprintete dann überraschend Julian Alaphilippe (Deceuninck-Quick Step) los, der wohl von seinem sportlichen Leiter erfahren hatte, wie eng die Entscheidung um das Gelbe Trikot ausfallen würde. Der Franzose litt aber an der finalen Rampe merklich und wurde noch von Geraint Thomas (Ineos) und Pinot übersprintet – und verlor das Maillot Jaune. Ciccone hat im neuen Klassement einen Vorsprung von sechs Sekunden, was er den acht Bonussekunden für Platz eins auf dem Col des Chevrères zu verdanken hat.

Thomas setzt ein kleines Zeichen – Bardet verliert viel Zeit
Die „Hauptgruppe“ bestand zum Schluss aus 14 Fahrern, die mit Rückständen von 1:44 Minute bis 2:02 Minuten auf den Etappensieger in die Wertung kamen. Thomas machte bei dieser Gelegenheit beispielsweise neun Sekunden auf seinen Teamkollegen Egan Bernal gut und bügelte damit jene fünf Sekunden aus, die Bernal ihm im Hügelsprint auf Etappe 3 abgenommen hatte. Eigentlich alle Anwärter auf die Spitze der Gesamtwertung waren in besagter Gruppe Hauptgruppe mit dabei oder dicht dahinter, aber es gab eine prominente Absenz: Romain Bardet (AG2R La Mondiale) erreichte das Ziel erst 1:09 Minute nach Thomas und liegt inklusive des MZF-Rückstandes gesamt bereits 2:08 Minuten hinter dem Titelverteidiger. In der Gesamtwertung ist Thomas 49 Sekunden hinter Ciccone aktuell Fünfter, vor ihm liegen noch Alaphilippe (+0:06), Teuns (+0:32) und vielleicht ein wenig überraschend George Bennett (Jumbo-Visma/+0:47), der heute 17 Sekunden vor seinem eigentlich höher gehandelten Teamkollegen Steven Kruijswijk finishte. Die deutsche Tour-Hoffnung Emanuel Buchmann wurde Etappenachter und liegt im Gesamtklassement mit 1:22 Minute Rückstand auf Rang zwölf.

-> Zum Resultat

Am Wochenende geht es im Zentralmassiv bergig weiter, doch zuvor ist auf der 7. Etappe, dem längsten Teilstück der Tour, wohl mit einer Sprintentscheidung zu rechnen.

Video der Zielankunft






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