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Bergankunft Prat d’Albis: Simon Yates feiert zweiten Tour-Etappensieg – Alaphilippe verliert Zeit, behält aber Gelb
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21.07.2019

Bergankunft Prat d’Albis: Simon Yates feiert zweiten Tour-Etappensieg – Alaphilippe verliert Zeit, behält aber Gelb

Info: TOUR DE FRANCE 2019 (2.UWT)
Autor: Heike Oberfeuchtner (H.O.)



Foix / Prat d'Albis, 21.07.2019 - An seinem 10. Tag im Gelben Trikot hat Julian Alaphilippe (Deceuninck-Quick Step) einen Rückschlag hinnehmen müssen. Bei der Bergankunft auf dem Prat d'Albis oberhalb von Foix verlor der Franzose gegenüber Geraint Thomas (Ineos) sowie Steven Kruiswijk (Jumbo-Visma) 27 Sekunden. Auch gegenüber dem erneut wie entfesselt fahrenden Thibaut Pinot (Groupama-FDJ) büßte Alaphilippe einiges an Zeit ein. Pinot wurde Tageszweiter hinter Simon Yates (Mitchelton-Scott), welcher seinen zweiten Etappensieg innerhalb von vier Tagen feierte. Eine starke Leistung lieferten wiederum die beiden Deutschen Emanuel Buchmann (Bora-Hansgrohe) und Lennard Kämna (Sunweb) ab. Gestartet wurde die 185 Kilometer lange 15. Etappe in Limoux.


Das Profil der 15. Etappe der Tour de France

Simon + Simon in Foix vorne
Die Situation in Foix, am Fuße der Schlusssteigung zur Hochebene Prat d'Albis (Kat.1) gestaltete sich folgendermaßen: An der Spitze befanden sich der Deutsche Simon Geschke (CCC), Tour-de-France-Etappensieger vor vier Jahren, und sein englischer Namensvetter Simon Yates, Tour-de-France-Etappensieger vor vier Tagen. Geschke hatte sich an der Mur de Péguère, der vorletzten Bergwertung des Tages (Kat.1), abgesetzt und Yates hatte auf dem Gipfel zu ihm aufgeschlossen. Die beiden entstammten einer ehedem 36 Fahrer großen Fluchtgruppe, die am Col de Montségur, der ersten kategorisierten Steigung des Tages (Kat.2), zustande gekommen war und in der sich auffallend viele starke Bergfahrer und ehemalige Gesamtklassements-Favoriten befanden. Der Deutsche und der Brite hatten in Foix anderthalb Minuten Vorsprung auf 10 ihrer ehemaligen Begleiter, darunter Romain Bardet (AG2R-La Mondial), Nairo Quintana (Movistar), Sébastien Reichenbach (Groupama-FDJ) und Lennard Kämna. Etwa 45 Sekunden dahinter folgte Mikel Landa (Movistar), der sich aus der Maillot-Jaune-Gruppe abgesetzt hatte und auf die Hilfe seiner zuvor strategisch unter den Ausreißern platzierten Teamkollegen Marc Soler und Andrey Amador bauen konnte. 3 Minuten hinter Simon + Simon fuhr der Rest vom Hauptfeld, mit u. a. dem Gesamtführenden Julian Alaphilippe, dem Gesamtzweiten Geraint Thomas, dem Gesamtdritten Steven Kruiswijk und dem Nachwuchsbesten Egan Bernal (Ineos), dem Deutschen Emanuel Buchmann sowie mit Thibaut Pinot, dem umjubelten Etappensieger von gestern.

Landa setzt Movistar-Taktik um
8,7 Kilometer vor dem Ziel attackierte Simon Yates und schüttelte Geschke mühelos ab. Auch Landa ließ seine Teamkollegen jetzt stehen und dockte allein an die Gruppe mit Quintana an, von dem er allerdings keine Unterstützung mehr erhielt. Der Spanier verschärfte die Gangart und zwang auch Bardet und Kämna, die am längsten Widerstand leisteten, bald in die Knie. Regen setzte ein, der immer stärker auf die Fahrer herunterprasselte. FDJ hatte in der Gruppe des Gelben Trikots, die praktisch den ganzen Tag über von Deceuninck-Quick Step angeführt worden war, das Kommando übernommen und bereitete einen Angriff von Pinot vor, welcher zudem einige 100 Meter Helferarbeit des zurückgefallenen Reichenbach genießen konnte. Zunächst konnten Alaphilippe, Bernal und Buchmann an Pinot dranbleiben, während Thomas und Kruiswijk sofort abgehängt wurden. Pinot insistierte und war kurz darauf allein unterwegs. Er schloss zu Mikel Landa auf und erreichte das Ziel zusammen mit diesem 33 Sekunden hinter Yates, welcher nach seinem Triumph in Bagnères-de-Bigorre erneut jubeln durfte. Natürlich ließ sich Pinot die sechs Bonifikationssekunden nicht entgehen. Buchmann hatte sich erholen und wieder an Bernal heranfahren können, sodass er noch vor dem Kolumbianer (und genau wie am Vortag) Platz vier belegte (+0:51). Es folgte Lennard Kämna (+1:03) und dann schon die Gruppe mit Thomas, Kruiswijk und Weltmeister Alejandro Valverde (+1:22). In diese war der wie ein Löwe kämpfende Julian Alaphilippe zurückgefallen, aber eine Tempoverschärfung von Geraint Thomas hatte ihm noch den letzten Zahn gezogen.

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Pinot verbessert sich auf den 4. Gesamtrang
So erreichte der Mann im Gelben Trikot das Ziel noch hinter Richie Porte (Trek-Segafredo) als Elfter mit einem Rückstand von 1:49. Die Gesamtführung konnte er zwar verteidigen, er liegt aber nur noch 1:35 Minuten vor Thomas und 1:47 Minuten vor Kruiswijk, ganz abgesehen davon, dass sein Nimbus angekratzt ist. Ob der 27-Jährige sich am morgigen Ruhetag ausreichend wird erholen können, ist unklar. Thibaut Pinot hat seine Aufholjagd fortgesetzt, Bernal und Buchmann überholt und ist mittlerweile Gesamtvierter mit unter 2 Minuten Rückstand (1:50 um genau zu sein). Landa wurde für seine Mühen mit dem Sprung in die Top10 belohnt - und mit der roten Rückennummer. Er belegt jetzt den siebten Gesamtrang, den vorher der um drei Positionen abgerutschte Rigoberto Uran (EF Education First) innehatte. Was das Punktetrikot angeht, so konnte Michael Matthews (Sunweb) etwas an Boden gutmachen, weil er (im Gegensatz zu Peter Sagan) zur Fluchtgruppe des Tages gehörte und den Zwischensprint in Tarascon-sur-Ariège nach 93 Kilometern für sich entschied. Er liegt jedoch immer noch fast 100 Punkte hinter dem Bora-Hansgrohe-Superstar und vier Pünktchen hinter Sonny Colbrelli (Bahrain-Merida). Den größten Sprung in der Bergwertung hat Etappensieger Simon Yates gemacht, aber an der Spitze bleibt alles unverändert - wobei weder Tim Wellens noch Thomas de Gendt zu den Ausreißern gehörten und die Interessen von Lotto Soudal vertreten konnten. Wellens hat jetzt noch 14 Zähler Vorsprung auf Pinot. Romain Bardet konnte die Kategorie-1-Bergwertung am Port de Lers gewinnen, verbesserte sich im Ranking jedoch nicht.

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