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Quintana gewinnt Königsetappe der 106. Tour de France – Bernal nutzt den Galibier zum Sprung auf Rang 2
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25.07.2019

Quintana gewinnt Königsetappe der 106. Tour de France – Bernal nutzt den Galibier zum Sprung auf Rang 2

Info: TOUR DE FRANCE 2019 (2.UWT)
Autor: Felix Griep (Werfel)



Valloire, 25.07.2019 – Die Enttäuschung über den Verlust seiner Gesamtsiegchancen in den Pyrenäen hat Nairo Quintana am ersten der drei Renntage in den Alpen als Ausreißer erfolgreich verarbeiten können und zum dritten Mal in seiner Karriere eine Etappe der Tour de France gewonnen. Keine Chance, dem entscheidenden Angriff des Kolumbianers am Galibier zu folgen, hatte Romain Bardet, der neben Etappenplatz zwei aber auch noch die Übernahme des Bergtrikots vorweisen kann. Julian Alaphilippe verteidigte dank seiner Abfahrtskünste das Gelbe Trikot, während Kletterkünstler Egan Bernal nach einer Attacke am Galibier in der Gesamtwertung vom fünften auf den zweiten Platz vorstürmte.


Das Profil der 18. Etappe der Tour de France

Große Hitze, hohes Tempo, viele Ausreißer
Das Wetter ist in dieser Woche unbarmherzig und so brannte die Sonne auch während der Königsetappe der Tour de France, die auch aus Sicht des Rennverlaufes heiß begann. Erst nach über 40 Kilometer konnte sich kurz vor dem Zwischensprint durch eine Teilung des Feldes eine abermals enorm große Ausreißergruppe formieren, in welcher es einen einzigen Mann gab, den man für die Gesamtwertung im Auge behalten musste: Nairo Quintana (Movistar), für den nach schwachen Auftritten in den Pyrenäen mit neuneinhalb Minuten Rückstand das Tour-Podium eigentlich außer Reichweite geraten war, wagte sich an den Versuch, nach den Bergankünften 2013 in Annecy-Semnox und 2018 am Col du Portet zum dritten Mal einen Etappensieg zu erringen. Wiedergutmachung für geplatzte Träume vom Gelben Trikot suchten auch der Franzose Romain Bardet (AG2R La Mondiale) und der Brite Adam Yates (Mitchelton-Scott).

Die Ausreißergruppe im Überblick (34 Fahrer):
Van Baarle (INS), Richeze (DQT), Bardet, Cherel, Frank (ALM), Caruso (TBM), Ladagnous (GFC), Quintana, Amador, Verona (MOV), Izagirre, Lutsenko (AST), Jansen, Teunissen (TJV), Bettiol, Woods (EF1), Adam Yates, Impey, Juul-Jensen (MTS), Van Avermaet, Geschke, Pauwels (CPT), Henao (UAD), Bernard (TFS), Arndt, Kämna (SUN), Périchon, Rossetto (COF), Benoot, De Buyst, Wellens (LTS), Ourselin (TDE), Politt (TKA), Moinard (PCB) – nicht vertretene Teams: BOH, WGG, TDD

Wellens kämpft vergebens um sein Bergtrikot
Von den drei großen Bergen dieser Etappe passierte am Col de Vars (9,3 km à 7,5%), der nur zur 1. Kategorie gehörte, am wenigsten. Die Gruppe überquerte ihn, angeführt von Bergtrikotträger Tim Wellens (Soudal Lotto) siebeneinhalb Minuten vor dem Hauptfeld. Auf dem Weg zum Col d'Izoard (14,1 km à 7,3%) verlor der Belgier jedoch den Kontakt und konnte sich keine weiteren Punkte gutschreiben lassen. Die Spitzengruppe war an dieser ersten HC-Bergwertung nur noch neun Fahrer groß, wuchs nach der Abfahrt zwar nochmals deutlich an, schrumpfte aber im langen Anstieg zum Col du Galibier (23,0 km à 5,1%) sogleich wieder. Gegen Mitte des Anstiegs wurden die Angriffe immer heftiger, bis gut sieben Kilometer vor dem Hors-Catégorie-Gipfel – kurz nach dem Beginn des im Schnitt sieben Prozent steilen finalen Abschnitts, den die Passage des Col du Lautaret einläutete – Quintana mit einer unwiderstehlichen Attacke für klare Verhältnisse sorgte. Bis zur letzten Bergwertung des Tages, 19 Kilometer vor dem Ziel gelegen, fuhr er 1:45 Minute auf seinen ersten Verfolger Bardet heraus, der mit drei zweiten Bergplätzen in Folge zumindest genügend Punkte gesammelt hatte (insgesamt 86), um Wellens (74) zu entthronen.

Team Ineos erinnert am Galibier an alte Zeiten
Im Hauptfeld hatte Quintanas Team Movistar am Izoard mit einer Tempoverschärfung aufhorchen lassen, doch der von vielen erwartete Angriff Mikel Landas blieb aus und so rollten letztlich rund zwanzig Fahrer inklusive des Gelben Trikots gemeinsam über diesen Berg. Am Galibier wurde das Tempo dann ausschließlich von Ineos gemacht, was Erinnerungen an die dominante Sky-Vergangenheit der britischen Mannschaft weckte. Noch stärker wurden diese, als drei Kilometer vor dem Ende der Steigung Egan Bernal als erster Favorit zur Attacke blies, sich zügig absetzte und bis zur Bergwertung einen Vorsprung von einer halben Minute herausfuhr. Auf dem letzten Kilometer folgte auch noch eine Attacke seines Teamkollegen Geraint Thomas, die aber weniger Erfolg hatte. Alle Hauptkonkurrenten um den Gesamtsieg kamen noch vor der Bergwertung wieder an den Vorjahressieger heran – alle außer Julian Alaphilippe (Deceuninck-Quick Step). Der Träger des Maillot Jaune hatte bei Bernals Angriff noch auf die Hilfe seines Teamkollegen Enric Mas zählen können, war nach Thomas‘ Vorstoß aber auf sich allein gestellt und geriet leicht ins Hintertreffen, konnte den Zeitverlust aber in Grenzen halten und ging nur mit circa zwanzig Sekunden Rückstand in die Abfahrt.

Quintana lässt in Abfahrt nichts mehr anbrennen
Sein kleines Defizit am Berg konnte Alaphilippe mit einer hervorragenden Abfahrt wettmachen, benötigte kaum die Hälfte der 19 Kilometer um wieder an Thomas und Co. heranzukommen, und hätte diese Gruppe dann sogar fast abgehängt. Schlussendlich finishte Alaphilippe zeitgleich mit Thomas, Steven Kruijsiwjk (Jumbo-Visma), Thibaut Pinot (Groupama-FDJ) und Emanuel Buchmann (Bora-Hansgrohe) – von den Top6 der Gesamtwertung gewann nur Bernal Zeit. Der Träger des Weißen Trikots holte 32 Sekunden heraus und ist mit 1:30 Minute Rückstand zu Alaphilippe und fünf Sekunden vor Thomas neuer Gesamtzweiter. Zum Etappensieg fehlten selbst Bernal am Ende noch fast fünf Minuten – den Tageserfolg ließ sich Quintana nicht mehr nehmen, sein Vorsprung gegenüber Verfolger Bardet war letztlich mit 1:35 Minute praktisch identisch wie noch oben auf dem Galibier. Quintana verbesserte sich zudem in der Gesamtwertung von Rang zwölf auf sieben und verdrängte dabei auch seinen Teamkollegen Landa um eine Minute. Zu guter Letzt verdienen noch ein paar Ausreißer Erwähnung: Alexey Lutsenko (Astana) erkämpfte sich Etappenplatz drei und der junge Deutsche Lennard Kämna (Sunweb) reüssierte im Sprintduell mit Damiano Caruso (Bahrain Merida) um Position vier.

-> Zum Resultat

Auf der morgigen 19. Etappe gibt es praktisch eine Bergankunft, denn sie endet mit nur zwei flachen Kilometern nach der Montée de Tignes (7,4 km à 7,0%). 37,5 Kilometer vor dem Ziel erreicht man auf dem Col de l'Iseran (12,9 km à 7,5%) das 2770 Meter hohe „Dach der Tour“.

Video der Zielankunft






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