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Nibali triumphiert am letzten Berg der Tour de France – Alaphilippe rutscht noch vom Podium
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27.07.2019

Nibali triumphiert am letzten Berg der Tour de France – Alaphilippe rutscht noch vom Podium

Info: TOUR DE FRANCE 2019 (2.UWT)
Autor: Felix Griep (Werfel)



Val Thorens, 27.07.2019 – Oft hatte es Vincenzo Nibali bei dieser Tour de France schon versucht und bei der letzten Gelegenheit gelang dem Gesamtsieger von 2014 tatsächlich noch ein Etappensieg. Am enorm langen letzten Alpenanstieg nach Val Thorens verlief der Kampf um die Endplatzierungen an der Spitze der Gesamtwertung wenig spektakulär und ohne Überraschungen. Nur Julian Alaphilippe musste den Strapazen erneut Tribut zollen und rutschte auf Gesamtrang fünf hinunter, womit das Team Ineos wieder einmal einen Doppelsieg feiern kann und Steven Kruijswijk noch aufs Podium rutscht.


Das Profil der 20. Etappe der Tour de France

Extrem verkürzte letzte Alpenetappe
Die Natur meinte es nicht gut mit den Alpenetappen und führte nicht nur zum Abbruch der Izoard-Etappe. Am selben Tag hatte es auch am Cormet de Roselend einen Erdrutsch gegeben, der über Nacht nicht zu beseitigen war, woraufhin nicht nur dieser Berg, sondern auch die Côte de Longefoy aus dem Programm der 20. Etappe gestrichen werden musste (siehe Etappenvorschau). Diese war statt 130 dann nur noch 59,5 Kilometer lang und begann mit einem längeren Flachstück, auf dem Dylan Teuns (Bahrain Merida), Magnus Cort (Astana), Rui Costa (UAE Emirates), Alberto Bettiol (Education First), Kevin Van Melsen (Wanty-Groupe Gobert) und Lilian Calmejane (Total Direct Energie) die erste Ausreißergruppe bildeten, welche nach einiger Zeit noch deutlich anwuchs. 23 Fahrer, von denen der Schweizermeister Sébastien Reichenbach (Groupama-FDJ) mit 40 Minuten Rückstand Bester in der Gesamtwertung war, kamen daraufhin gemeinsam zweieinhalb Minuten vor dem Hauptfeld an den Fuß des 33,4(!) Kilometer langen Schlussanstiegs nach Val Thorens, wo es sofort einen Angriff von Pierre-Luc Périchon (Cofidis) und Anthony Turgis (Total Direct Energie) an der Spitze des Rennens gab.

Alaphilippe lernt seine Grenzen kennen
Turgis verschwand recht schnell wieder von der Bildfläche, doch Périchon konnte sich bei Vincenzo Nibali (Bahrain Merida), Tony Gallopin (AG2R-La Mondiale), Michael Woods (Education First), und Ilnur Zakarin (Katusha Alpecin) festbeißen, als diese den Franzosen nach wenigen Kilometern wieder einholten. Nach einiger Zeit kam auch noch einmal Omar Fraile (Astana) hinzu. Das Hauptfeld näherte sich der somit sechsköpfigen ersten Gruppe nur langsam, wurde bergauf vor allem von den Jumbo-Visma-Helfern George Bennett und Laurens De Plus angeführt. Eine Zäsur im Rennverlauf gab es erst knapp 15 Kilometer vor dem Ende, als praktisch gleichzeitig Marc Soler (Movistar) im Feld und Nibali in der Spitzengruppe angriffen. Durch Solers Tempoverschärfung wurde Julian Alaphilippe (Deceuninck-Quick Step) an seine Grenze gebracht und verlor den Kontakt zu den Konkurrenten um das Tour-Podium, den er auch mit Hilfe seines Teamkollegen Enric Mas nicht wiederherstellen konnte. Unterdessen schüttelte Nibali einen nach dem anderen seine Mitausreißer ab und kämpfte fortan allein mit einem Vorsprung von noch einer Minute gegen die Favoriten an.

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Keine finalen Attacken der Topfahrer
Erst sieben Kilometer vor dem Ziel gab es wieder Angriffe aus der Favoritengruppe, jedoch immer noch nicht von jenen Fahrern, die um die vordersten Plätze der Gesamtwertung kämpften. Stattdessen zeigten sich der zweimalige Etappensieger Simon Yates (Mitchelton-Scott), der französische Meister Warren Barguil (Arkéa-Samsic) sowie Soler und sein Teamkollege Nairo Quintana noch einmal offensiv, wurden aber alle nach kurzer Zeit schon wieder eingeholt. Gregor Mühlberger (Bora-Hansgrohe) hatte die Tempoarbeit in der Gruppe um das Gelbe Trikot übernommen, aber weder folgte darauf ein Angriff seines Kapitäns Emanuel Buchmann, noch hatte Jumbo-Visma-Leader Steven Kruijswijk die Kraft für eine finale Offensive. So kontrollierte zum Ende hin das Team Ineos mit Egan Bernal, Geraint Thomas und Wout Poels das Geschehen. All das kam natürlich Nibali entgegen, der das 2365 Meter hohe Ziel letztlich 10 bzw. 14 Sekunden vor den beiden Movistar-Fahrern Alejandro Valverde und Mikel Landa erreichte, die im Endspurt der Favoritengruppe die Explosivsten waren, aber nicht mehr an den Italiener herankamen.

Ineos-Doppelsieg und Podium für Kruijswijk
Bernal und Thomas überquerten die Ziellinie 17 Sekunden nach Nibali als Vierter und Fünfter der Etappe – und triumphierend über den Doppelsieg in der Gesamtwertung, da Alaphilippe seinen zweiten Rang zwischen den beiden Ineos-Fahrern nicht verteidigen konnte. Der Franzose, der 14 Tage lang das Gelbe Trikot getragen hatte, rutschte mit einem Verlust von drei Minuten bis auf Rang fünf ab. Das freute auch Steven Kruijswijk, der den letzten Podiumsplatz übernimmt, welcher ihm bei 25 Sekunden Vorsprung zum Vierten Buchmann ebenfalls praktisch sicher ist. Romain Bardet (AG2R La Mondiale), der gemeinsam mit Alaphilippe abgehängt worden war, kann sich über den Gewinn des Bergtrikots freuen, welches ihm Bernal, Yates und Quintana noch hätten abnehmen können, wäre einer von ihnen mindestens Etappenzweiter geworden. In der Punktewertung geht Peter Sagan (Bora-Hansgrohe) mit 85 Punkten Vorsprung ebenfalls als uneinholbarer Führender in die abschließende Etappe dieser 106. Tour de France.

-> Zum Resultat

Die Frankreich-Rundfahrt endet in den Abendstunden des Sonntags mit der 21. Etappe in Paris, wo wie gewohnt mehrere Runden auf den Champs-Élysées gedreht werden, bevor es wahrscheinlich zu einem Massensprint kommen wird.

Video der Zielankunft






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