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Nairo Quintana gewinnt auf ungewohnte Art und Weise die wegweisende 2. Etappe der Vuelta
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25.08.2019

Nairo Quintana gewinnt auf ungewohnte Art und Weise die wegweisende 2. Etappe der Vuelta

Info: VUELTA A ESPAÑA 2019 (2.UWT)
Autor: Felix Griep (Werfel)



Calpe, 25.08.2019 – Sieben Grand-Tour-Etappen hatten Nairo Quintana in seiner Karriere schon gewinnen können – allesamt bei Bergankünften bzw. Bergzeitfahren. Auf der 2. Etappe der Spanien-Rundfahrt bewies der 29-jährige Kolumbianer aber, dass er auch auf andere Art zum Erfolg kommen kann: Nachdem seine Teamkollege Alejandro Valverde an einem kurzen, steilen Anstieg das Feld stark dezimiert hatte, folgte Quintana einem Angriff von Primoz Roglic und vier anderen Fahrern, die er mit einem Angriff auf flacher Strecke kurz vor der Zielankunft abschüttelte.


Das Profil der 2. Etappe der Vuelta a España

Madrazo drängt energisch in die Ausreißergruppe
Nach dem Mannschaftszeitfahren zum Auftakt der Vuelta stand am zweiten Tag der Rundfahrt die mit 199,6 Kilometern zweitlängste Etappe auf dem Programm – ein auch vom Profil her alles andere als leichtes Teilstück. Kurz nach dem Start ging es bereits in den langen Anstieg zum Puerto de Confrides (20,4 km à 3,6%), dem direkt der Alto de Benilloba (6,4 km à 4,2%) folgte. Beide Bergwertungen gewann der Spanier Angel Madrazo (Burgos-BH), was ihm neben dem Bergtrikot auch die Auszeichnung des kämpferischsten Fahrers bescherte. Sein erster Fluchtversuch mit Gonzalo Serrano (Caja Rural-Seguros RGA), Fernando Barceló (Euskadi-Murias) und Mickaël Delage (Groupama-FDJ) war noch nach nur wenigen Kilometern fehlgeschlagen, doch anschließend hatte sich Madrazo zusammen mit Sander Armée (Lotto Soudal) vom Feld absetzen können. Zwischen den beiden Bergwertungen stießen die Verfolger Willie Smit (Katusha Alpecin) und Jonathan Lastra (Caja Rural-Seguros RGA) zu den beiden und das Quartett konnte einen Maximalvorsprung von sieben Minuten erreichten.

Valverde kontrolliert das Geschehen am Puig Llorença
Gerade einmal noch 1:25 Minute betrug der Vorsprung des Quartetts, als man erstmals die Ziellinie passierte und sich auf eine 43,6 Kilometer lange Zusatzrunde begab. Die Zusammenarbeit an der Spitze hielt nicht mehr lange an, Armée attackierte und fuhr seinen Mitausreißern davon, wurde aber nur kurz nach ihnen 30 Kilometer vor dem Ziel ebenfalls schon vom Feld eingeholt. Dies geschah unmittelbar vor dem Anstieg zum Alto de Puig Llorença (3,0 km à 9,5%), wo es für Fahrer, die etwas in der Gesamtwertung erreichen wollen, kein Zurückhalten gab. Pierre Latour (AG2R La Mondiale) attackierte mit Davide Formolo (Bora-Hansgrohe) und George Bennett (Jumbo-Visma) im Schlepptau, doch Alejandro Valverde (Movistar) holte sie wieder zurück, wobei kaum zwei Dutzend Fahrer dem hohen Tempo des Weltmeisters standhielten. Einen weiteren Angriff von Latour und Bennett kurz vor der Bergwertung konnte Valverde mit einer umgehenden Reaktion und einem starken Sprint im Keim ersticken. 25 Kilometer waren noch zu fahren und die mit Hochkarätern üppig besetzte erste Gruppe lag bereits 30 Sekunden vor einem größeren Verfolgerfeld.

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Roche bekommt trotz Quintanas Solo das Rote Trikot
Keine fünf Kilometer später wurde die Rennsituation noch komplizierter, als sich an der Spitze des Rennens sechs Fahrer absetzen konnten – und es waren nicht nur Fahrer, deren einziges Ziel ein Etappensieg ist, sondern vor allem mit Primoz Roglic (Jumbo-Visma) und Nairo Quintana (Movistar) auch solche, die ganz weit oben auf der Liste der Favoriten für die Gesamtwertung stehen. Quintana, der im Sprint des Sextetts wohl kaum Siegchancen gehabt hätte, landete drei Kilometer vor Schluss den Lucky Punch mit einer Attacke, auf welche die anderen zu spät reagierten, so dass der Kolumbianer das Ziel mit fünf Sekunden Vorsprung erreichen konnte. Zweiter wurde – vor Roglic, Rigoberto Uran (Education First), Fabio Aru (UAE Emirates) und Mikel Nieve (Mitchelton-Scott) – der Ire Nicolas Roche (Sunweb), der zwei Sekunden vor Quintana neuer Gesamtführender ist und zum zweiten Mal nach 2013 das Rote Trikot tragen wird. Damals hatte er zwar ebenfalls die 2. Etappe gewonnen, doch die Führung eroberte er erst sechs Tage später, verlor sie aber gleich wieder und wurde letztlich Gesamtfünfter.

Große Enttäuschung in den Reihen des Teams Ineos
37 Sekunden Rückstand standen im Ziel für 13 Fahrer zu Buche, die es zusammen mit Quintana und Co. über den Alto de Puig Llorença geschafft hatten, danach aber noch abgehängt wurden. Zu ihnen zählt neben Valverde unter anderem auch Miguel Angel Lopez (Astana), der trotz tatkräftiger Unterstützung des am Ende noch weiter zurückgefallenen Ion Izagirre den Verlust des Roten Trikots nicht abwenden konnte. Der Kolumbianer liegt gesamt jetzt 33 Sekunden hinter Roche auf Rang fünf und nur noch drei Sekunden vor Roglic, der zu seinen Hauptkonkurrenten im Kampf um den Gesamtsieg gehören dürfte. Noch schlimmer endete die 2. Etappe für andere starke Rundfahrer wie Steven Kruijswijk (Jumbo-Visma), Daniel Martinez (Education First) oder Jakob Fuglsang (Astana), die in einem 50 Fahrer großen Hauptfeld 1:43 Minute nach Quintana finishten. Das Team Ineos war in diesem Feld nur durch David De La Cruz und Salvatore Puccio vertreten, während die eigentlich hoch gehandelten Wout Poels und Tao Geoghegan Hart sogar fast zehn Minuten einbüßten.

-> Zum Resultat

Auf der 3. Etappe sollte es eigentlich etwas ruhiger werden. Trotz zwei Bergwertungen der niedrigsten Kategorie 72 und 38 Kilometer vor dem Ziel dürfte mit einem Massensprint gerechnet werden können.

Video der Zielankunft





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