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Stroetinga/De Pauw gehen aus einem dramatischen Vierkampf bei den Berliner Sixdays als Sieger hervor
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28.01.2020

Stroetinga/De Pauw gehen aus einem dramatischen Vierkampf bei den Berliner Sixdays als Sieger hervor

Info: Sixdays: Six Day Berlin 2020
Autor: Felix Griep (Werfel)



Berlin, 28.01.2020 – Mit einem unwiderstehlichen Angriff fünf Runden vor Schluss haben sich am späten Dienstagabend der Belgier Moreno De Pauw, im letzten Rennen seiner Karriere, und sein niederländischer Partner Wim Stroetinga den Sieg beim 109. Berliner Sechstagerennen gesichert. Am Ende einer packenden Final-Jagd lagen die vier Topteams alle in der Nullrunde und Marc Hester/Oliver Wulff waren vor der letzten Wertung punktgleich gewesen. Für Vorjahressieger Theo Reinhardt sprang mit Morgen Kneisky letztlich nur der dritte Platz heraus. König und Königin des Sprints wurden unangefochten Maximilian Levy, der das vierte Mal in Folge in Berlin triumphiert, und Emma Hinze.


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Vier Anwärter auf den Gesamtsieg

Im Vorfeld des Berliner Sechstagerennens waren vier Favoritenpaar ausgemacht worden, die auch alle den Erwartungen gerecht wurden und am letzten Abend noch Chancen auf den Gesamtsieg hatten. Am besten war die Ausgangssituation für Marc Hester/Oliver Wulff, die wenige Minuten vor dem Ende der 5. Nacht gemeinsam mit Andreas Graf/Andreas Müller einen Rundengewinn herausgefahren hatten, durch den sie sich von Morgan Kneisky/Theo Reinhardt und Wim Stroetinga/ Moreno De Pauw absetzen konnten. Die Österreicher waren zwar noch rundengleich mit den Dänen, nach Punkten aber weit abgeschlagen.
 Stand nach der 5. Nacht     
1 Hester/Wulff        0 380
2 Graf/Müller         0 332
3 Kneisky/Reinhardt  -1 381
4 Stroetinga/De Pauw -1 374

Hester/Wulff bleiben in der Pole-Position

Die 6. Nacht begann mit einer 20-minütigen Jagd, in der ganz schnell fast alle Teams einen ersten Rundengewinn vollziehen konnten. Kneisky/Reinhardt hatten den Abgang zweier großer Gruppen verpasst und mussten dann alleine nachziehen, was ihnen aber auch problemlos gelang. Kurz vor Schluss umrundeten dann die Nummern fünf bis acht der Gesamtwertung gemeinsam das Feld und entschieden den Jagd-Sieg im Endspurt, den die auf Rang fünf liegenden Briten Stephen Bradbury/Chris Latham gewinnen konnten, die ihre Position außerdem durch eine Bonusrunde festigten – etwas, das drei der vier vor ihnen platzierten Teams wenig später in der Mannschaftsausscheidung schafften. Kneisky/Reinhardt gewannen diese vor Stroetinga/De Pauw und kamen ebenso wie die Viertplatzierten Hester/Wulff über die 400-Punkte-Marke. Graf/Müller waren von dieser noch 36 Punkte entfernt.

Zwei Entscheidungen standen vor der Final-Jagd noch aus, und durch die erste kamen lediglich zwei weitere Püntkchen auf das Konto von Graf/Müller. Im auf zwei Abende verteilten Rundenzeitfahren belegten sie den letzten Platz. Hester/Wulff, die, ebenfalls schon in der 5. Nacht, eine Topzeit von 12,670 Sekunden vorgelegt hatten, mussten wegen Bartosz Rudyk/Damian Slawek noch stark um ihren Sieg bangen, doch die Polen waren am Ende eine Tausendstelsekunde(!) schlechter. Stroetinga/De Pauw wurden Dritte, Kneisky/Reinhardt Elfte. Im Derny-Finale fand man Graf/Müller anschließend am anderen Ende des Klassements, denn diesmal holten sie sich vor Kneisky/Reinhardt, Stroetinga/De Pauw und Hester/Wulff den Sieg, so dass ihnen letztlich nur vier mickrige Pünktchen fehlten, um in die Nullrunde zurückzukehren. Hester/Wulff hatten nun mit einer Runde Vorspung auf alle Gegner und den meisten Punkten gleich zwei Trümpfe in der Hand.

 Stand vor der Final-Jagd    
1 Hester/Wulff        0 464
2 Stroetinga/De Pauw -1 461
3 Kneisky/Reinhardt  -1 459
4 Graf/Müller        -1 396

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Graf/Müller kämpfen sich ins Rennen zurück

Eine Runde Rückstand und viel zu wenige Punkte – Graf/Müller ließen sich von ihrer schlechten Lage nicht unterkriegen und gingen die einstündige Final-Jagd sehr offensiv an. Nach 7 Minuten hatten sie den ersten Rundengewinn eingefahren und zwangen ihre Gegner zu einer Reaktion, welche nicht lange auf sich warten ließ. Nach 18 Minuten gab es den nächsten Rundengewinn für Graf/Müller, die dann allerdings beim folgenden Angriff der restlichen Topteams mitgehen konnten, woraufhin die Top4 gemeinsam dem Restfeld eine Runde abnahmen.

Graf/Müller lagen also wieder in der Nullrunde und hatten so viel Selbstvertrauen getankt, dass sie 21 und 19 Minuten vor Schluss abermals Attacken fuhren, die allerdings von der Konkurrenz im Keim erstickt wurden. Als die Österreicher sich wieder beruhigten, gingen prompt Stroetinga/De Pauw in die Offensive und zogen mit Kneisky/Reinhardt im Schlepptau davon. In Windeseile fuhren sie einen Rundengewinn heraus, doch Hester/Wulff und Graf/Müller hatten die Verfolgung aufgenommen und folgten nur wenige Meter hinter ihnen. Alle Teams waren in dieser Rennphase am Anschlag, aber Kneisky/Reinhardt setzten sofort zur Doublette an und konnten tatsächlich sofort den nächsten Rundengewinn holen – diesmal alleine.

Großartige Schlussoffensive von Stroetinga/De Pauw

16 Minuten vor dem Ende, als gerade der Rundenzähler anfing von 60 herunter zu zählen, waren damit drei Teams in der Nullrunde und nur Stroetinga/De Pauw in Rückstand. Dass sie durch Siege an den ersten beiden Zwischensprints nach 15 und 30 Minuten nun die höchste Punktzahl hatten, half ihnen in dem Moment also nicht. Nachdem sich Hester/Wulff am ersten der fünf verbleibenden Sprints die Punktehoheit zurückgeholt hatten, setzten Stroetinga/De Pauw zum Angriff an und rasten dem Feld davon. Kurz bevor sie den Rundengewinn abschlossen, nahmen sie noch den Sieg an der nächsten Sprintwertung mit und gewann kurz darauf noch eine weitere. 20 Runden vor Schluss, vier Teams in der Nullrunde!

Kneisky/Reinhardt waren nach Punkten mittlerweile hoffnungslos abgeschlagen und wollten daher noch einmal angreifen. Graf/Müller sprangen hinterher, doch beide Paare konnten sich nicht absetzen und wurden zügig wieder eingeholt. Unterdessen konnten Hester/Wulff an der vorletzten Sprintwertung nach Punkten wieder mit Stroetinga/De Pauw gleichziehen. Doch die wollten es nicht auf ein weiteres direktes Duell ankommen lassen: Fünf Runden vor Schluss lancierte Stroetinga die alles entscheidende Attacke, woraufhin er und De Pauw das Ziel mit komfortablem Vorsprung als Sieger erreichten.
 Endstand                    
1 Stroetinga/De Pauw  0 505
2 Hester/Wulff        0 495
3 Kneisky/Reinhardt   0 480
4 Graf/Müller         0 412
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Aufgrund der Absage des Six Day Copenhagen war das Berliner Sechstagerennen das letzte dieser Wintersaison. Die nächste Saison beginnt wie gewohnt im Oktober mit dem Six Day London (20.10.-25.10.). Im Frühjahr finden im Rahmen der Six Day Series aber wieder die dreitägigen Events in Manchester (13.03.-15.03.) und Brisbane (03.04.-05.04.) statt.



Levy und Babek bestimmen das Geschehen

Bei den Sprintern begann der letzte Abend mit Maximilian Levys Siegen Nummer Nummer neun und zehn bei diesen Sixdays. Zuerst unterbot er im Zeitfahren mit 12,202 Sekunden seine vorherige Bestmarke aus diesem Jahr um zwei Zehntel, danach setzte er sich auch im Sprintduell gegen Tomas Babek durch. Im Keirin scheute Levy dann jedes Risiko und rollte in aller Seelenruhe als Letzter über den Zielstrich, während Babek bereits mitten im Siegesjubel steckte. Der Tscheche sicherte sich mit seinem starken letzten Abend den zweiten Platz in der Gesamtwertung mit deutlichem Vorsprung gegenüber Maximilian Dörnbach und Anton Höhne.

-> Zum Endstand und allen Resultaten der Sprinter



Hinze und Friedrich dominieren zum Abschluss

Auch bei den Frauen gaben am Dienstagabend zwei Sprinterinnen ganz klar den Ton an. Emma Hinze war im Zeitfahren wieder nicht zu bezwingen und legte mit 13,339 Sekunden wie Levy eine neue persönliche Bestzeit hin. Im Sprintfinale musste sich Hinze dann aber Lea Friedrich geschlagen geben, bevor die Reihenfolge im Keirin wieder umgekehrt ausfiel. Friedrich konnte sich dank dieser Ergebnisse letztlich souverän vor Pauline Grabosch den zweiten Platz der Gesamtwertung sichern; den ersten konnte sie Emma Hinze aber natürlich nicht mehr streitig machen.

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