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Souveräne Vorstellung: Van der Poel verteidigt den Titel des Radcross-Weltmeisters – Pidcock und Aerts auf dem Podium
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02.02.2020

Souveräne Vorstellung: Van der Poel verteidigt den Titel des Radcross-Weltmeisters – Pidcock und Aerts auf dem Podium

Info: RADCROSS-WELTMEISTERSCHAFT 2020 IN DÜBENDORF
Autor: Heike Oberfeuchtner (H.O.)



Dübendorf, 02.02.2020 – Mathieu van der Poel hat für die einzige Titelverteidigung bei der Radcross-Weltmeisterschaft im schweizerischen Dübendorf, Kanton Zürich gesorgt. Der 25-jährige Niederländer ließ keinerlei Widerstand gelten und stürmte schon im Verlauf der ersten von sieben Runden auf und davon. Mit einem Vorsprung von 1:20 holte er sich zum insgesamt dritten Mal das Regenbogentrikot. Silber ging etwas überraschend an den auf den Punkt fitten Briten Thomas Pidcock, letztes Jahr noch U23-Weltmeister. Als Drittplatzierter sorgte schließlich Toon Aerts dafür, dass auch Belgien auf dem Podium vertreten war.


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Start-Ziel-Sieg für Van der Poel
Im Vorfeld hatte Mathieu van der Poel zu den Kritikern des Parcours am Dübendorfer Flugplatz gehört – weniger wegen angeblich fehlender Höhenmeter, eher aufgrund der Tatsache, dass dort noch nie zuvor ein internationales Crossrennen ausgetragen worden war. Schwierigkeiten verzeichnete der Top-Favorit – der Gewinner von fünf Weltcups, von Europa- und Landesmeisterschaft sowie 16 weiterer Rennen – bei der Titelverteidigung dennoch nicht. In der Vergangenheit machte ihm Pech oder einfach ein Blackout bei der WM manchesm Mal einen Strich durch die Rechnung, deswegen standen bislang auch "nur" die Elite-Titel von 2015 und 2019 (sowie zwei bei den Junioren) zu Buche. Von derlei Eventualitäten war bei Mathieu van der Poel heute allerdings nichts zu sehen. Er setzte sich sofort an die Spitze des Feldes und blickte buchstäblich kein einziges Mal zurück. Natürlich wussten die Belgier, dass sie ihn bewachen mussten und bei der EM war ihnen dies tatsächlich ansatzweise gelungen. Aber weder Toon Aerts noch Eli Iserbyt noch Michael Vanthourenhout, die als Erste hinterhersetzen, kamen noch einmal auch nur die Nähe des Dominators. Nach drei Runden hatte Van der Poel schon eine Minute Vorsprung.

Pidcock mischt die belgischen Verfolger auf
Der Regen, der seit den Morgenstunden über Dübendorf lag, ließ im Verlaufe des Rennens nach, was an der Bodenbeschaffenheit natürlich nichts mehr änderte. Das Gras war einer dicken Schlammschicht gewichen, stellenweise war der Untergrund so rutschig, dass man laufen musste. In den Abfahrten wurden die Riefen immer tiefer und an ein Überspringen der Hindernisbalken war gar nicht zu denken. Zudem pfiff ein unbarmherziger Sturm über das Flugfeld. Die belgische Verfolgergruppe, der sich auch noch der frühere Weltmeister Wout van Aert und Landesmeister Laurens Sweeck anschlossen, wurde vom britischen Meister Thomas Pidcock aufgemischt – im wahrsten Sinne des Wortes. Der erst 20-Jährige griff am Ende der dritten Runde an. Und während er sich im Weltcup diese Saison das eine oder andere mal überschätzt hatte, wurde sein Mut diesmal vollauf belohnt. Iserbyt, Vanthourenhout und Sweeck hatten gar nichts entgegenzusetzen. Aerts und Van Aert behielten Pidcock zunächst im Blick, bekamen die Lücke aber auch nicht wieder zu. Zudem verließen Van Aert, womöglich aufgrund seines Trainingsrückstands nach dem Tour-de-France-Sturz, irgendwann die Kräfte und Aerts, der Gesamtsieger des Weltcups, musste die belgischen Hoffnungen allein am Leben halten.

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Timon Rüegg wird Dreizehnter
Mathieu van der Poel entledigte sich nach 4 Runden seiner schlammverspritzten Brille, zuckte ansonsten aber nicht mit der Wimper. Der Sohn des früheren Weltmeisters Adrie van der Poel und Enkelsohn des 2019 verstorbenen Raymond Poulidor hob sein geschätztes Rad am Ende über die Ziellinie und bedankte sich ganz nochchalant. Mit einigem Abstand folgte der bis zur Unkenntlichkeit verdreckte Tom Pidcock – wie Amstel-Gold-Race- und MTB-Weltcup-Sieger Van der Poel übrigens ein vielseitig begabter Mann. Im letzten Jahr hatter er u. a. Paris-Roubaix Espoirs gewonnen und war Dritter bei der U23-Straßenrad-WM geworden. Er sorgte für die zweite britische Medaille bei diesen Titelkämpfen. Toon Aerts wies einen Rückstand von 1:45 Minuten auf, Van Aert schaffte es mit 2 Minuten Rückstand als Vierter ins Ziel. Dann folgten Sweeck, Vanthourenhout und mit Corné van Kessel der zweitbeste Niderländer. Iserbyt fiel bis auf den zehnten Platz noch hinter die Teamkollegen Tim Merlier und Quinten Hermans zurück. Bester Schweizer war Timon Rüegg mit einem wirklich starken 13. Platz trotz zweier Reifendekte. Bester Deutscher durfte sich Sascha Weber als Neunzehnter nennen. Landesmeister Marcel Meisen teilte das Schicksal, das auch U23-Meister Tom Lindner gestern getroffen hatte: er musste das Rennen vorzeitig aufgeben.

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Van der Poel verteidigt den Titel – Pidcock und Aerts auf dem Podium






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