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Friedrich, Brennauer und Brauße bringen Deutschland weitere WM-Medaillen – Dygert sorgt für den nächsten Weltrekord
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29.02.2020

Friedrich, Brennauer und Brauße bringen Deutschland weitere WM-Medaillen – Dygert sorgt für den nächsten Weltrekord

Info: BAHNRADSPORT-WELTMEISTERSCHAFT 2020 IN BERLIN
Autor: Felix Griep (Werfel)



Berlin, 29.02.2020 – Auf Deutschlands Frauen war auch am vierten Tag der Bahnradsport-Weltmeisterschaft in Berlin wieder Verlass, sie fuhren am Samstag einen vollständigen Medaillensatz ein. Lea Sophie Friedrich holte Gold im 500 Meter Zeitfahren und in der Einzelverfolgung belegten Lisa Brennauer, Franziska Brauße sowie Lisa Klein die Plätze zwei bis vier. Nur der bisherigen und zweimaligen neuen Weltrekordlerin Chloé Dygert aus den USA mussten sie sich geschlagen geben. Im Omnium der Männer wurde Roger Kluge in einer hektischen Schlussphase noch vom Podium verdrängt, den Sieg fuhr überlegen der Franzose Benjamin Thomas ein. Die Niederlande konnten die Titelverteidigung des Madison-Duos Kirsten Wild/Amy Pieters und starke Auftritte ihrer Sprinter Harrie Lavreysen und Jeffrey Hoogland bejubeln.


Zeitplan | Ergebnis-Übersicht | Medaillenspiegel


500 Meter Zeitfahren Frauen

Friedrich Salazar Vece

Teamsprint-Teilnehmerin Friedrich holt ihre erste eigene Goldmedaille

Einmal hatte Lea Sophie Friedrich in Berlin schon auf dem Podium stehen dürfen, feierte am ersten Tag der WM gemeinsam mit Pauline Grabosch und Emma Hinze
den Sieg im Teamsprint, hatte dabei aber nur in der Qualifikation aushelfen dürfen. Drei Tage später fuhr die 20-Jährige im 500 Meter Zeitfahren mit Bestzeiten in der Qualifikation und im Finale aber nun souverän eine zweite Goldmedaille ein, die nur ihr allein gehört! In der Qualifikation hatte Grabosch sogar für einen Doppelerfolg gesorgt, doch mit einer zweiten deutschen Medaille wollte es nicht klappen. Während Friedrich sich 0,033 Sekunden vor der Mexikanerin Jessica Salazar und 0,050 Sekunden vor der Italienerin Miriam Vece den Titel sicherte, verpasste Grabosch den Bronze um lediglich acht Tausendstel und wurde Vierte. Damit lag sie am Ende immer noch einen Platz vor der amtierenden Europameisterin Anastasiia Voinova und zwei Plätze vor der letztjährigen Weltmeisterin Daria Shmeleva; die beiden Russinnen erreichten nicht ihre Topform von 2019.

-> Zum Resultat 500 Meter Zeitfahren Frauen


Einzelverfolgung Frauen

Dygert Brennauer Brauße

Nur die nunmehr dreifache Weltmeisterin Dygert thront über den Deutschen

Die WM 2019 hatte Chloé Dygert wegen einer Verletzung verpasst und ihren Titel in der Einzelverfolgung daher kampflos an die Australierin Ashlee Ankudinoff abtreten müssen. Doch in Berlin feierte die US-Amerikanerin ein sensationelles Comeback auf der WM-Bühne: Sie startete gleich im ersten Lauf der Qualifikation und verbesserte
ihren Weltrekord von 2018 um 2,777 Sekunden auf 3:16,937 Minuten! Doch sie war nicht die einzige unfassbar schnelle Frau an diesem Tag: Auch Lisa Brennauer blieb deutlich unter der alten Rekordmarke, hatte nach 2000 Metern sogar sechs Zehntel Vorsprung auf Dygert, belegte am Ende der 3000 Meter mit 3:18,320 aber nur Platz zwei. Nur? Das reichte immerhin zum souveränen Einzug ins Finale und zur Verteidigung der Silbermedaille aus dem vorigen Jahr. Das dritte Gold nach 2017 und 2018 war Dygert nicht zu nehmen, sie verbesserte den Weltrekord gar noch ein weiteres Mal auf 3:16,937 Minuten. Die anderen beiden deutschen Starterinnen Franziska Brauße (3:20,222) und Lisa Klein (3:21,828) wurden Quali-Dritte und -Vierte, bestritten anschließend gemeinsam das Madison und trafen sich dann zum Duell um Bronze wieder, das Brauße für sich entscheiden konnte.

-> Zum Resultat Einzelverfolgung Frauen


Omnium Männer

Thomas Van Schip Walls

Der zweite WM-Triumph von Thomas gerät zu keinem Zeitpunkt in Gefahr

Die Frauen kamen damit schon auf sechs WM-Medaillen, wohingegen die deutschen Männer noch ganz ohne Edelmetall dastanden. Roger Kluge wollte das im Omnium endlich ändern und war nach Platz elf im Scratch, Platz drei im Temporennen und Platz zwei im Ausscheidungsfahren auf einem guten Weg! Mit 94 Punkten belegte er Rang drei 10 Zähler hinter Jan-Willem van Schip und 18 hinter Benjamin Thomas. Die Führung des Weltmeisters von
Hongkong 2017 blieb im Punkterennen unantastbar, denn niemand sammelt auch nur halb so viele Punkte wie der bei den Sprintwertungen stets präsente Franzose. Kluge fuhr dagegen erst spät seine ersten Punkte ein, fiel dann aber vom Podium, als Cameron Meyer und Matthew Walls gemeinsam einen Rundengewinn herausfuhren. Der Australier Meyer stellte zwar keine Gefahr mehr dar, nachdem er sich im Ausscheidungsfahren gleich als zweiter Fahrer hatte eliminieren lassen, aber de Brite Walls sprang durch die 20 Zusatzpunkte vom vierten auf den zweiten Platz. Dadurch hatte er auch Van Schip von zwei auf drei verdrängt, doch der Niederländer schlug noch einmal zurück und fuhr gemeinsam mit Thomas drei Runden vor Schluss ebenfalls einen Rundengewinn heraus. So sind die Abstände am Ende mehr als deutlich: Thomas siegt 23 Punkte vor Van Schip, der holt sich 18 Punkte vor Walls doch noch Silber und Kluge fehlen als Viertem genau 20 Punkte zu Bronze.

-> Zum Resultat Omnium Männer


Madison Frauen

Wild/Pieters Copponi/Le Net Paternoster/Balsamo

Wild und Pieters lassen keine Zweifel an ihrer Titelverteidigung aufkommen

Ähnlich dominant wie Thomas im Omnium präsentierten sich auch Kirsten Wild und Amy Pieters im Madison, das die Niederländerinnen schon
vor einem Jahr in Polen für sich entschieden hatten. Sie starteten furios in das Rennen und hatten nach den ersten vier von zwölf Sprints schon so viele Punkte auf ihrem Konto wie die beiden nächstbesten Teams zusammen! Insgesamt gingen sie lediglich an einer einzigen Wertung leer aus und haben bei 36 gesammelten Punkten eine Vorsprung von zwölf Punkten auf die Zweitplatzierten Clara Copponi und Marie Le Net. Die Französinnen hatten es als Einzige gewagt zu versuchen, einen Rundengewinn herauszufahren. Sie kamen den 20 Bonuspunkten tatsächlich sehr nah, konnten diese aber letztendlich doch nicht erreichen. Mit zwei Wertungssiegen hatte ihre Soloflucht aber trotzdem etwas Gutes mit sich gebracht. Auf der finalen Runde attackierten Copponi/Le Net noch ein weiteres Mal und sicherten sich vor Letizia Paternoster und Elisa Balsamo den Gewinn der Schlusswertung – und verwiesen die zuvor mit ihnen punktgleichen Italienerinnen damit zugleich auf den Bronzerang. Die deutschen Verfolgungs-Spezialistinnen Franziska Brauße und Lisa Klein wurden Zehnte. Klein war eine von zahlreichen Fahrerinnen, die bei einer ungewöhnlich hohen Zahl von Stürzen unsanfte Bekanntschaft mit der Berliner Bahn machten.

-> Zum Resultat Madison Frauen


Sprint Männer

Die Favoriten Lavreysen und Hoogland präsentieren sich in Topform

Der Madison-Erfolg von Wild/Pieters brachten den Niederlanden ihr fünftes Gold bei dieser Weltmeisterschaft – mindestens ein weiteres wird am letzten WM-Tag wohl noch dazukommen! Harrie Lavreysen und Jeffrey Hoogland fuhren in der Sprint-Qualifikation mit enorm schnellen Zeiten (9,253 und 9,322 Sekunden, der Weltrekord liegt bei 9,100) auf die Plätze eins und zwei und meisterten auch ihre Aufgaben im Achtel- und Viertelfinale höchst souverän (ausnahmslos jeder Lauf unter 10 Sekunden). Hoogland verwehrte dem einzigen deutschen Teilnehmer Stefan Bötticher, der zuvor Ex-Weltmeister Jason Kenny besiegt hatte, den Sprung unter die letzten Vier. Zu denen gehören noch der Pole Mateusz Rudyk, der den Niederländer Matthijs Büchli ausschaltete, und der Malaysier Azizulhasni Awang, der sich gegen den Japaner Tomohiro Fukaya durchsetzen konnte. Im Halbfinale trifft am Sonntag Lavreysen auf Awang und Hoogland auf Rudyk, doch alles andere als ein weiteres Finale Oranje vs. Oranje käme einer Sensation gleich. Topfavorit auf den Titel bleibt Lavreysen, der seinen Landsmann Hoogland in den Finals bei der WM 2019 und den Weltcups in Minsk, Glasgow und Hongkong besiegen konnte und sich ihm nur bei der EM 2019 geschlagen geben musste.

-> Zum Resultat Sprint Männer






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