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Emma Hinze ist bei der Bahn-WM auch im Keirin unbesiegbar, Kluge/Reinhardt holen im Endspurt eine Medaille
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01.03.2020

Emma Hinze ist bei der Bahn-WM auch im Keirin unbesiegbar, Kluge/Reinhardt holen im Endspurt eine Medaille

Info: BAHNRADSPORT-WELTMEISTERSCHAFT 2020 IN BERLIN
Autor: Felix Griep (Werfel)



Berlin, 01.03.2020 – In den letzten Wettbewerben bei der Bahnradsport-Weltmeisterschaft von Berlin gab es am Sonntag vier sehr deutliche Entscheidungen. Mit derselben Souveränität und Selbstverständlichkeit, die ihr schon Goldmedaillen im Teamsprint und Sprint eingebracht hatte, entschied Emma Hinze auch das Keirin-Turnier für sich. Im Madison dominierten von Start bis Ziel die Dänen Lasse Norman Hansen/Michael Mørkøv, im Punkterennen holte die Britin Elinor Baker einen Rundengewinn mehr als ihre Konkurrentinnen und im Sprint war der Niederländer Harrie Lavreysen auf dem Weg zur Titelverteidigung nicht aufzuhalten.


Zeitplan | Ergebnis-Übersicht | Medaillenspiegel


Keirin Frauen

Hinze H. Lee Morton

Emma Hinze lässt sich auf dem Weg zum 3. Gold nicht aufhalten

Drei Starts, drei Siege – das ist die makellose WM-Bilanz von Emma Hinze. Die 22-Jährige entwickelte sich vor dem heimischen Publikum zum Superstar. Nach den Erfolgen
im Teamsprint und im Sprint stand zum Abschluss das Keirin auf dem Programm. 1. Runde, Viertelfinale, Halbfinale – jeden ihrer drei Läufe vor dem Finalkampf um die Medaillen konnte Hinze ungefährdet für sich entscheiden. Auch die zweite deutsche Teilnehmerin Lea Sophie Friedrich hatte in den ersten beiden Runden Siege davongetragen, ehe sie das Halbfinale etwas knapper als Drittplatzierte überstand. Während die 500-Meter-Weltmeisterin im Finale auf dem letzten Platz landete, lieferte Hinze ein weiteres Mal eine perfekte Vorstellung ab, setzte sich drei Runden vor Schluss an die Spitze und war einfach stärker als alle Gegnerinnen, die ihren Sieg nicht mehr anfechten konnten. Hyejin Lee aus Südkorea und die Australierin Stephanie Morton bekamen die weiteren Medaillen, wohingegen die Hongkongerin Wai Sze Lee als Vierte leer ausging. Die Doppelweltmeisterin von 2019 nimmt damit lediglich eine Bronzemedaille vom Sprint aus Berlin mit nach Hause.

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Madison Männer

Hansen/Mørkøv Stewart/Gate Kluge/Reinhardt

Der einzige Rundengewinn des Rennens bringt die frühe Entscheidung

Die zweite deutsche Medaillenchance des Sonntags gab es im Madison durch die zweimaligen Weltmeister Roger Kluge und Theo Reinhardt, deren Hoffnungen auf einen Titel-Hattrick aber schon früh einen Dämpfer erhielten. Es war nicht der Sieg von Andreas Graf und Andreas Müller an der ersten Sprintwertung, der ihnen zu schaffen machte, denn dies blieben die einzigen Punkte der Österreicher. Aber anschließend begaben sich Lasse Norman Hansen und Michael Mørkøv auf eine geradezu epische Soloflucht. Drei Wertungssiege fuhren die Dänen ein, bevor sie auch noch den Rundengewinn perfekt machten und 30 und mehr Punkte vor allen anderen Teams lagen. Diese hervorragende Position verteidigten sie aktiv, indem sie sich an fast jedem weiteren Sprint beteiligten und somit auch eventuelle Angriffe ihrer Gegner unterbanden. Ihr Rundengewinn blieb bis zum Schluss der einzige des Rennens, dass sie mit 29 Punkten Vorsprung für sich entschieden – für Mørkøv bereits der zweite Sieg nach 2009 (mit Michael Rasmussen), Hansen hatte 2019 mit Casper Von Folsach Silber geholt. Im Kampf um die restlichen Medaillen hatten vor dem letzten Sprint die Neuseeländer Campbell Stewart/Aaron Gate und die Niederländer Jan-Willem van Schip/Yoeri Havik die Nase vorn, lagen vier Punkte vor den Belgiern Kenny De Ketele/Robbe Ghys und fünf Punkte vor Kluge/Reinhardt. Die Vorjahressieger holten sich mit einem starken Endspurt die zehn Punkte im Ziel und sprangen noch von Rang fünf auf drei; Stewart/Gate konnten als Zweite des Sprints ihre Silbermedaille gerade noch um einen Punkt verteidigen.

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Punkterennen Frauen

Barker Valente Stenberg

Elinor Barker sorgt für den einzigen britischen Sieg in Berlin

Auch im Punkterennen der Frauen drängten einige Fahrerinnen auf eine schnelle Vorentscheidung oder zumindest eine Verkleinerung des Kreises der Medaillenanwärterinnen. Die niederländische Scratch- und Madison-Weltmeisterin Kirsten Wild fuhr gemeinsam mit der US-Amerikanerin Jennifer Valente und der Norwegerin Anita Stenberg den ersten Rundengewinn heraus, doch eine weitere Gruppe mit fünf Fahrerinnen machte es ihnen kurze Zeit später nach. Diesmal war auch
die Weltmeisterin von 2017 Elinor Barker mit dabei, die knapp 30 Runden vor Schluss zusammen mit Vorjahressiegerin Alexandra Manly einen weiteren Angriff startete. Die Australierin fiel zwar wieder ins Feld zurück, aber Barker schaffte ihren zweiten Rundengewinn und war dank der Bonuspunkte nicht mehr einzuholen – Großbritannien durfte sich also doch noch über wenigstens eine Goldmedaille bei dieser WM freuen. Zwischen den übrigen Fahrerinnen mit einem Rundengewinn blieb es bis zum Ende spannend. Valente verteidigte ihren zweiten Platz mit letztlich 16 Punkten Rückstand auf Barker und nur einem Zähler Vorsprung auf Stenberg, der mit dem Gewinn der Schlusswertung ein Sprung von Position sieben auf drei gelang. Wild, die im Rennverlauf einen Sturz wegzustecken hatte, landete auf Rang sechs.

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Sprint Männer

Lavreysen Hoogland Awang

Die Kräfteverhältnisse bleiben klar – Lavreysen ist die Nummer eins

So souverän wie Emma Hinze bei den Frauen das Sprint-Tripel einfuhr, gelang dies Harrie Lavreysen bei den Männern. Nach seinen Siegen im
im Teamsprint und im Keirin verteidigte der 22-jährige Niederländer auch noch seinen Titel im Sprint. Im Finale traf er dabei erneut auf seinen vier Jahre älteren Teamsprint-Kollegen Jeffrey Hoogland, nachdem sie beide mit ihren Halbfinalgegnern Azizulhasni Awang (Lavreysen) bzw. Mateusz Rudyk (Hoogland) kurzen Prozess gemacht hatte. Am Samstag waren sie nach ihrem Doppelsieg in der Qualifikation bereits ähnlich mühelos durch die ersten K.o.-Runden marschiert. Das direkte Duell der Niederländer bot aber auch nicht viel mehr Spannung, denn in zwei Läufen war jeweils Lavreysen der klar Stärkere. Die Bronzemedaille musste der Pole Rudyk in diesem Jahr dem Malaysier Awang überlassen. Der 32-Jährige, der 2017 in Hongkong Gold im Keirin gewann, hatte im Sprint vor elf Jahren hinter Grégory Baugé Silber geholt und war seitdem bei Weltmeisterschaften kein einziges Mal auch nur ins Achtelfinale vorgestoßen.

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Medaillenspiegel

Niederlande und Deutschland gewinnen zusammen 10 von 20 Titeln

Den WM-Medaillenspiegel gewinnen zum dritten Mal in Folge die Niederlande, die mit 6x Gold, 2x Silber und 1x Bronze ihr Level von 2010 (6/4/1) und 2018 (5/5/2) weiterhin konstant halten. Deutschland hat mit 4x Gold, 1x Silber und 3x Bronze wieder an das Ergebnis von 2018 (4/0/2) angeknüpft; 2019 (1/2/3) hatte es zwar eine ähnliche Gesamtzahl an Medaillen gegeben, aber eben wesentlich weniger Siege. Vor zwei Jahren hatten Kristina Vogel und Miriam Welte allein dreimal Gold geholt – in Berlin haben sich Emma Hinze, Pauline Grabosch und Lea Sophie Friedrich als ihre würdigen Nachfolgerinnen erwiesen und zusammen sogar alle vier Sprint-Disziplinen gewonnen. Emma Hinze ist mit drei Goldmedaillen gemeinsam mit dem Niederländer Harrie Lavreysen in Berlin am erfolgreichsten gewesen. Den größten Absturz legte Australien hin, das im vorigen Jahr sechsmal Gold und insgesamt zehn Medaillen geholt hatte und diesmal lediglich 1x Silber und 2x Bronze bekam.

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