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Lyons Hügel garantieren ein aufregendes Finale – Etappe 14 der Tour de France 2020
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11.07.2020

Lyons Hügel garantieren ein aufregendes Finale – Etappe 14 der Tour de France 2020

Info: TOUR DE FRANCE 2020 (2.UWT)
Autor: Felix Griep (Werfel)



11.07.2020 – Zwischen zwei Gebirgsetappen erinnert die 107. Tour de France mit einer Ankunft in Lyon an ihre allererste Ausgabe. Wenngleich sie keineswegs ganz chancenlos sind, werden Sprinter es an diesem Tag sehr schwer haben, denn die Streckenführung durch die drittgrößte Stadt Frankreichs macht auch deren hügeligem Profil alle Ehre.


Wegen der Coronakrise wurde die Tour de France um rund zwei Monate verschoben und findet nun vom 29. August bis 20. September statt. In dem ursprünglich geplanten Austragungszeitraum vom 27. Juni bis 19. Juli können wir also leider noch nicht über das Rennen berichten, nutzen die Gelegenheit aber, um Tag für Tag einen genaueren Blick auf die Strecke der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt zu werfen, welche unverändert zu ihrer Präsentation im Oktober letzten Jahres bleibt.


Die Strecke des Tages

Etappe 14: Clermont-Ferrand - Lyon (197 km)

Bevor die Tour das Zentralmassiv endgültig hinter sich lässt, gibt es noch einmal einen langen Anstieg mit total rund 1000 Höhenmetern zum Col du Béal Die Kletterpartie beginnt nach einer flachen ersten Rennstunde und sollte so weit vor dem Ziel keinen großen Einfluss haben. Viel entscheidender wird das Etappenfinale auf dem hügeligen Stadtgebiet Lyons, wo zwischen 15 und 5 Kilometern vor dem Ziel drei Anstiege warten: Côte de la Duchère, Montée de l'Observance und Côte de la Croix-Rousse – jeweils circa 1 bis 1,5 km lang und 4 bis 5 Prozent steil. Die letzte Abfahrt endet kurz vor der Flamme Rouge.

Generalprobe bei der Dauphiné

Exakt einen Monat vor der Tour-Etappe findet am 12. August die 1. Etappe des Critérium du Dauphiné statt, die auf fast identischer Strecke ebenfalls von Clermont-Ferrand nach Lyon führt; es fehlt lediglich die Montée de l'Observance. Wer sich für diesen Tag bei der Frankreich-Rundfahrt viel vorgenommen hat, kann also in der Vorbereitung schon einmal seine Strategie unter Rennbedingungen testen.


Profil der Dauphiné-Etappe



Wichtige Orte und Berge

Col du Béal

Bei anderen Rennen hat der Col du Béal schon eine wesentlich größere Rolle gespielt als bei seiner Tour-de-France-Premiere. Zweimal gab es dort nämlich sogar schon Bergankünfte, allerdings über eine andere Route als heuer. Bei der Tour de l'Avenir 2010 setzte sich Yannick Eijssen vor heute noch viel bekannteren Fahrern wie Jarlinson Pantano, Mikel Landa und dem späteren Gesamtsieger Nairo Quintana durch. Beim Critérium du Dauphiné 2014, welches übrigens mit einem Zeitfahren in Lyon begonnen hatte, kamen Chris Froome und Alberto Contador gemeinsam als Erste auf dem 1391 Meter hohen Gipfel an.

Clermont-Ferrand

Nach mehr als drei Jahrzehnten taucht Clermont-Ferrand wieder auf der Landkarte der Tour de France auf. In den 60er, 70er und 80er Jahren (zuletzt 1988) war die Stadt insgesamt achtmal Startort von Tour-Etappen – und davor in den 50ern sogar zweimal Ziel. Raphaël Géminiani und André Le Dissez siegten dort 1951 respektive 1959 als Solist.

Lyon

Lyon hat mit bereits 17 Etappenankünften eine weitaus umfangreichere und an speziellen Höhepunkten reiche Tour-Historie. Die 1. Etappe der 1. Tour führte im Jahr 1903 von Paris über 467 Kilometer nach Lyon, wo Maurice Garin nach fast 18 Stunden Fahrzeit 55 Sekunden vor Emile Pagie und 35 Minuten(!) vor Leon George gewann und den Grundstein für den Gesamtsieg legte. In den Jahren 1908 bis 1910 hieß der Sieger in dieser Stadt dreimal in Folge François Faber. Am drittletzten Tag der Tour 1950 besiegelte der Schweizer Ferdi Kübler dort mit dem Gewinn eines 98 Kilometer langen Zeitfahrens seinen Gesamtsieg. 1991 fand auch einmal der Grand Départ in Lyon statt, Thierry Marie gewann den Prolog und Djamolidine Abdoujaparov einen Sprint. Zum 100-jährigen Jubiläum der Tour 2003 und zur 100. Ausgabe der Tour 2013 gab es danach die bisher letzten beiden Ankünfte in Lyon.



Denkwürdige Etappen

2003: Der letzte Tag von Petacchis Siegesserie

Zum 100-jährigen Jubiläum der Frankreich-Rundfahrt wurden alle Etappenorte des Jahres 1903 in die Strecke eingebaut, also auch Lyon. Das Etappenfinale war damals aber deutlich leichter, der letzte Anstieg (Côte de Lozanne) war gut 20 Kilometer vom Ziel entfernt. Der 29 Jahre alte Alessandro Petacchi sprintete auf der gerade einmal 6. Etappe jener Frankreich-Rundfahrt zu seinem 4. Sieg und konnte damit endlich auch Robbie McEwen das Grüne Trikot abnehmen – es war das erste in Petacchis Karriere. Doch schon am nächsten Tag stieg der Italiener beim ersten Kategorie-2-Anstieg der Rundfahrt überraschend vom Rad. Seine einzigen weiteren beiden Tour-Etappensiege gelangen Petacchi 2010, er erreichte damals auch Paris und gewann 11 bzw. 21 Punkte vor Mark Cavendish und Thor Hushovd die Punktewertung.

2013: Simon als Solist an der letzten Bergwertung

Mehr Gemeinsamkeiten mit der Strecke des Jahres 2020 hatte die Lyon-Ankunft von 2013, als mit Côte de la Duchère und Côte de la Croix-Rousse immerhin zwei der drei Anstiege auch zum Programm gehört hatten. Es war ebenfalls die 14. Etappe und die Entscheidung fiel aus einer großen Ausreißergruppe. Julien Simon konnte sich zwischen den beiden Anstiegen alleine absetzen und wies an der letzten Bergwertung 22 Sekunden Vorsprung gegenüber seinen Verfolgern auf. Aber das Solo des Franzosen endete dann doch kurz vor der Flamme Rouge, woraufhin Matteo Trentin im Sprint der Gruppe den Schweizer Michael Albasini auf Platz zwei verwies.






Die 1. Etappe des Critérium du Dauphiné
Die 1. Etappe des Critérium du Dauphiné

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