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Contador gönnt Tiralongo den ersten Profi-Sieg auf Etappe 19 des Giro d´Italia
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27.05.2011

Contador gönnt Tiralongo den ersten Profi-Sieg auf Etappe 19 des Giro d´Italia

Info: GIRO D´ITALIA 2011
LiVE-Ticker zum Nachlesen: Flash | Text
Autor: Felix Griep (Werfel)



Macugnaga, 27.05.2011 - Am Ende des langen Schlussanstieges nach Macugnaga ließ Alberto Contador (Saxo Bank) einmal kurz die Muskeln spielen und hängte die Konkurrenz scheinbar locker ab. Dann zeigte er aber auch Herz und überließ den Sieg seinem ehemaligen Teamkollegen Paolo Tiralongo (Astana), der sechs Kilometer vor dem Ziel angegriffen hatte. Für den 33-jährigen Italiener war es in seiner elften Profi-Saison der erste Sieg. In den Top5 der Gesamtwertung veränderten sich die Abstände nur minimal, Jose Rujano (Androni Giocattoli) fiel aber von Platz sechs auf zehn zurück.

Garzelli verliert wegen zwölf Sekunden zwölf Punkte
Wie die beiden Teilstücke zuvor verlief auch die 19. Etappe zunächst lange flach, erst etwa nach der Hälfte der 209 Kilometer wurde es bergig. Bei regnerischem Wetter entfachte wieder ein harter Kampf um die Ausreißergruppe, die sich nach einer ersten Rennstunde mit einem 50er Schnitt absetzte. Mit drei Fahrern - Jérôme Pineau (Quick Step), Matteo Rabottini (Farnese Vini) und Lars Ytting Bak (HTC-Highroad) - war sie unerwartet klein. Nachdem sich Pineau, der beim Giro 2010 die Ausreißerwertung gewann, kurzzeitig von den anderen beiden abgesetzt hatte, kam das Trio auf einen Vorsprung von fast zwölf Minuten. Der fiel aber bald schon wieder ab, weil Acqua & Sapone das Tempo anzog. Man wollte heute möglichst schon den Gewinn des Bergtrikots durch Stefano Garzelli sicherstellen. Am Fuß des Mottarone, einem Berg der 1. Kategorie, war der Rückstand auf sieben Minuten gesunken und wurde immer kleiner. Im steilen Ende der Steigung fuhr Garzelli dann sogar alleine der Spitzengruppe nach, verpasste sie aber um die Winzigkeit von zwölf Sekunden. So gab es nur drei statt 15 Punkten für Garzelli und in der Bergwertung ist die Entscheidung noch nicht gefallen. Alberto Contador (Saxo Bank) hat nach der heutigen Etappe nur elf Punkte Rückstand.

Heute kein Tag für Ausreißer, Katusha arbeitet für Rodriguez
Garzelli wollte aus dieser unbefriedigenden Situation das Beste machen und auf Tagessieg fahren. Schnell hatte er zu Pineau, Rabottini und Bak aufgeschlossen. Vor der Bergwertung hatten zudem Johann Tschopp (BMC Racing Team) und Mikael Cherel (Ag2r) angegriffen, die in der glücklicherweise trockenen Abfahrt ebenfalls zur Spitze stießen. In der Ebene stieg der Vorsprung des Sextetts bei starkem Regen auf fast fünf Minuten, bis ein weiteres Team die Arbeit für ein offensichtliches Ziel begann, das doch verfehlt wurde. Katusha spannte sich vor das Feld und machte Jagd auf die Ausreißer. Weniger als eine Minute betrug die Differenz, als die erste Rampe des Schlussanstieges erreicht wurde, der sich über 28 Kilometer zog. Pineau und Rabottini hielten dem Druck der Verfolgung am längsten Stand und wurden erst nach der Hälfte dieser Distanz gestellt. Katusha behielt die Kontrolle im kleinen Hauptfeld, bis Paolo Tiralongo (Astana) attackierte. Der erste Antritt des Italieners saß nicht, er probierte es aber einen kurzen Moment später noch einmal und konnte sich sechs Kilometer vor dem Ziel leicht absetzen. Nach der Drei-Kilometer-Marke griff Hubert Dupont (Ag2r) an, wurde aber gleich gekontert von Joaquin Rodriguez, der die Früchte der Katusha-Arbeit ernten und für den ersten Etappensieg seiner Mannschaft sorgen wollte. Seine Hoffnung zerschlug sich aber, als Contador seine Kräfte entfesselte.

Contador wieder der Stärkste, aber Tiralongo bekommt seinen Sieg
1500 Meter vor Schluss trat der Träger des Rosa Trikots kurz an und dezimierte die Favoritengruppe, hielt dann aber wieder inne. John Gadret (Ag2r) griff an, nur um Sekunden später Contador an sich vorbeifliegen zu sehen. Der Spanier zog auch unhaltbar an Rodriguez vorbei und holte auf dem letzten Kilometer Tiralongo ein. Es wäre für ihn ein leichtes gewesen, seinen dritten Etappensieg zu holen, doch er zeigte sich gönnerhaft. Contador überließ Tiralongo in dessen elftem Profi-Jahr den ersten Sieg. Ein Zeichen der Dankbarkeit für den früheren Teamkollegen, der 2010 mit Contador in Astanas Tour-de-France-Team fuhr. Vincenzo Nibali (Liquigas), Gadret, Rodriguez, Steven Kruijswijk (Rabobank) und Michele Scarponi (Lampre) hielten ihren Rückstand mit weniger als zehn Sekunden noch in Grenzen. Härter traf es Jose Rujano (Androni Giocattoli), der sich 2:20 Minuten einhandelte und in der Gesamtwertung von Platz sechs auf zehn abrutschte. Contadors Vorsprung erhöhte sich auf 5:18 Minuten, bedeutender ist aber, dass sich der Abstand zwischen dem Zweiten Scarponi und dem Dritten Nibali von 47 auf 34 Sekunden verringert hat. Bis sein Gesamtsieg feststeht muss Contador noch zwei Tage warten, die Punktewertung hat er nun schon sicher. Und vielleicht holt er sich morgen ja auch noch die Bergwertung.

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Fast 200 Kilometer lang ist auch die 20. Etappe schön flach, wird dann aber richtig hart. 1700 Höhenmeter geht es den Colle delle Finestre hinauf, der im oberen Teil nur über eine Schotterstraße verfügt. Nach 242 Kilometer erfolgt in Sestrière die letzte Bergankunft des Giro.





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