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Greipel schlägt Cavendish auf 10. Etappe der Tour de France nach Angriffen von Gelb und Grün
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12.07.2011

Greipel schlägt Cavendish auf 10. Etappe der Tour de France nach Angriffen von Gelb und Grün

Info: TOUR DE FRANCE 2011
LiVE-Ticker zum Nachlesen: Flash | Text
Autor: Felix Griep (Werfel)



Carmaux, 12.07.2011 - Etappensiege bei der Vuelta a España und dem Giro d'Italia hatte André Greipel (Omega Pharma-Lotto) schon vorzuweisen. Nun steht auch ein Erfolg bei der Tour de France auf seiner Visitenkarte. Im Sprintfinale der 10. Etappe setzte er sich gegen seinen "Erzfeind" Mark Cavendish (HTC-Highroad) durch. An der letzten Bergwertung 15 Kilometer vor dem Ziel war es noch zu einem Angriff gekommen, an dem sowohl Philipp Gilbert (Omega Pharma-Lotto) als auch Leader Thomas Voeckler (Europcar) beteiligt waren.

Greipel schlägt ausgerechnet Cavendish bei seinem ersten Tour-Sieg
Zwischen Mark Cavendish und André Greipel besteht nicht gerade eine innige Freundschaft. Über Jahre hinweg fuhren beide im selben Team und nie wurde Greipel für die Tour de France nominiert, weil man bei HTC-Highroad in den Sprints dort auf Cavendish setzte - wie bislang 17 Etappensiege zeigen auch nicht zu unrecht. Der Brite fiel immer wieder durch abfällige Kommentare gegenüber seinem deutschen Kollegen auf, sah sich als den besseren Rennfahrer. Zur Saison 2011 trennten sich nun ihre Wege, Greipel ging zu Omega Pharma-Lotto, wo er erstmals zur Tour starten durfte, bisher aber im Schatten von Philippe Gilbert stand. Bei den ersten Kräftemessen war Greipel noch unterlegen, der dritte Platz bei Cavendishs zweitem Etappensieg war sein bestes Ergebnis. In Carmaux führte heute Daniel Oss (Liquigas) das Feld durch die letzte Kurve auf die Zielgerade, wo Cavendish antrat. Aus seinem Windschatten kam Greipel hervor und überquerte die Ziellinie mit etwa einem halben Meter Vorsprung. Es war der erste deutsche Tagessieg bei der Tour, seit Heinrich Haussler 2009 eine Etappe durch die Vogesen gewann. Greipel, für den am Samstag das 29. Lebensjahr beginnt, hat nun seine Grand-Tour-Sammlung komplett. 2008 und 2010 gewann er jeweils eine Etappe des Giro d'Italia, bei der Vuelta a España 2009 gelangen ihm vier Siege und der Gewinn der Punktewertung.


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Marcato kämpferischster Fahrer der Etappe
Die 10. Etappe führte über kurze 158 Kilometer von Aurillac nach Carmaux, langsam in Richtung der Pyrenäen. Nach dem Ruhetag nahmen noch 188 Fahrer das Rennen auf, angesichts der vielen Stürze der vorangegangenen Tage eine gute Meldung. Es fehlten lediglich der unter Fieber leidende Yaroslav Popovych (RadioShack) und Alexandr Kolobnev (Katusha), bei dem gestern eine positive Dopingprobe bekannt wurde. Nach einigen Attacken fand sich eine sechsköpfige Gruppe mit den Franzosen Julien El Farès (Cofidis), Rémy Di Gregorio (Astana), Arthur Vichot (FDJ), Sébastien Minard (Ag2r), Anthony Delaplace (Saur-Sojasun) und dem Italiener Marco Marcato (Vacansoleil-DCM) an der Spitze ein. Nach nur knapp einer Rennstunde wurde der Zwischensprint erreicht, den Vichot vor Delaplace gewann - der zweitjüngste vor dem jüngsten Teilnehmer dieser Tour. Platz sieben aus dem Feld holte sich Cavendish, dessen Teamkollege Mark Renshaw Jose Joaquin Rojas (Movistar) noch einen Platz und damit einen Punkt wegnahm. Der Spanier hatte seinerseits Francisco Ventoso noch als Puffer zwischen sich und Gilbert, dessen Vorsprung in der Punktewertung ein klein wenig schmolz. Die ersten drei Bergwertungen unterwegs sicherte sich Marcato, wie man das als Teamkollege des im Bergtrikot fahrenden Johnny Hoogerland zu machen hat. Er war auch der Erste, der im Finale attackierte, als das Feld 20 Kilometer vor Schluss bis auf eine halbe Minute herangekommen war. Es sprang dabei aber nicht mehr heraus als die rote Rückennummer, die er morgen tragen darf.

Voeckler und Gilbert attackieren erfloglos
15 Kilometer vor dem Ziel gab es die letzte Bergwertung der Etappe auf der Côte de Mirandol-Bourgnouna, deren 3,9 Kilometer langer und 4,1% steiler Anstieg für viel Action sorgte. Von den Ausreißern blieben erst nur noch Marcato, Vichot, Minard übrig, wurden aber auch rasch eingeholt. Tony Gallopin (Cofidis) griff an und zog einige namhafte Fahrer mit sich. Nicht nur Dries Devenyns (Quick Step) und Tony Martin (HTC-Highroad), auch Thomas Voeckler (Europcar) und Gilbert - die Herren in Gelb und Grün - gingen bei dieser Attacke mit. Mit wenigen Sekunden Vorsprung führte Leader Voeckler das illustre Grüppchen über die Bergwertung. Aus dem Feld waren an der Steigung etwa die Hälfte der Fahrer zurückgefallen, dennoch gab es mehrere Teams, die den Angreifern nachjagten. Fünf Kilometer vor Schluss war nur noch Gilbert vorne, der Augenblicke später auch gestellt wurde. Für eine kurze Zeit lagen danach Rob Ruijgh (Vacansoleil-DCM) und Blel Kadri (Ag2r) in Führung, doch es kam zu einer Sprintentscheidung. Cavendish war auf dem letzten Kilometer auf sich allein gestellt, wohingegen Greipel noch Marcel Sieberg zur Seite hatte. Der Ausgang ist bekannt. Rojas belegte hinter den beiden den dritten Platz, noch vor Weltmeister Thor Hushovd (Garmin-Cervélo). Während die anderen Wertungen größtenteils unverändert blieben, musste Gilbert, der nur 14. wurde, einigen Verlust in der Punktewertung hinnehmen. Rojas liegt nur noch 17, Cavendish 29 Punkte hinter dem Belgier.

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Auf der 11. Etappe können noch einmal die Sprinter zum Zug kommen, bevor es ins Hochgebirge geht. Die leicht welligen 167,5 Kilometer enden mit einer schön flachen Ankunft.





André Greipel bejubelt in Carmaux seinen ersten Etappensieg bei der Tour de France (Foto: www.letour.fr)
André Greipel bejubelt in Carmaux seinen ersten Etappensieg bei der Tour de France (Foto: www.letour.fr)



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Angriff von Gilbert
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