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Wenn nur Siege zählen - Gilbert und die anderen „Zweistelligen“
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07.12.2011

Wenn nur Siege zählen - Gilbert und die anderen „Zweistelligen“

Info: Alle Artikel im Adventskalender 2011
Autor: Felix Griep (Werfel)



Es ist die einfachste Art den Erfolg von Sportlern zu messen, indem man ihre Siege zählt. Dabei gilt der Grundsatz Quantität schlägt Qualität, was vor allem natürlich im Radsport bedeutet, dass die Fahrer mit den meisten Siegen nicht zwingend die besten ihres Fachs sein müssen und umgekehrt herausragende Fahrer auch mit wenigen Siegen auskommen können, wenn sie bei den ganz großen Rennen gelingen. Acht Fahrer schafften im Jahr 2011 zehn oder mehr Siege, darunter die beiden Weltmeister und der unbestrittene Klassikerkönig, aber auch vier Nachwuchsfahrer und sogar ein Iraner. Wir schauen heute, wo und wie sie ihre Erfolge sammelten.


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Modolo und Guardini: Die nächsten italienischen Sprintstars?
Platz sieben und acht des Sieges-Rankings lassen sich gut zusammenfassen, da es sich bei beiden um Fahrer handelt, die vielleicht das Zeug haben, einmal in die Fußstapfen ihrer großen Landsmänner Alessandro Petacchi oder Mario Cipollini zu treten. Da wäre zum einen Sacha Modolo, der schon 2010 für Aufsehen sorgte, als er bei Mailand-Sanremo überraschend Vierter wurde. Auf seine ersten Profisiege musste der 24-Jährige von Colnago-CSF Inox aber bis Juli dieses Jahres warten, als er bei der Tour of Qinghai Lake zweimal Schnellster war. Die restlichen seiner 10 Siege sammelte Modolo in Europa, vornehmlich in Italien. Dazu gehören das Eintagesrennen Coppa Agostoni und auch zwei Etappen des Giro di Padania, wo er Elia Viviani schlug, ein weiteres großes italienisches Talent, der es aber mit nur acht Siegen nicht in diese Liste schaffte. Anders Andrea Guardini, der ebenfalls eine Etappe beim Giro di Padania gegen Viviani gewann. Es war der letzte der elf Saisonsieg des 22-Jährigen von Farnese Vini-Neri Sottoli, der das Jahr fulminant mit fünf Etappensiegen bei der Tour de Langkawi begann. Bei der Türkei-Rundfahrt gelang es ihm auf zwei Abschnitten, Topsprinter wie Tyler Farrar und André Greipel hinter sich zu lassen.

Tony Martin: Cancellaras Nachfolger als bester Zeitfahrer
Der erfolgreichste Zeitfahrspezialist der Saison 2011 steht im Gesamten an der sechsten Position. Auf zwölf Siege kam Tony Martin in seinem bisher besten Jahr, neun davon verbucht er in seiner Spezialdisziplin. Im Kampf gegen die Uhr löste der 26-jährige gebürtige Cottbuser Fabian Cancellara als Weltmeister ab und ist nun selbst das Maß der Dinge was das Zeitfahren betrifft. Sein besonderes Talent half Martin zudem, mit Volta ao Algarve, Paris-Nizza und Tour de Beijing drei Rundfahrten zu gewinnen. Auch bei der Tour de Romandie, wo er Zweiter wurde, fehlte ihm nicht viel. In der Westschweiz gab es eines von nur zwei Zeitfahren, die Martin nicht als Sieger beendete. Fünfter wurde er in der Romandie, wobei es bei gleichen Windbedingungen für alle Fahrer wohl anders ausgesehen hätte. Bei der deutschen Meisterschaft war er aber ganz klar Bert Grabsch unterlegen, doch die folgenden Etappensiege bei Tour de France und Vuelta a España dürften ihn darüber hinweg getröstet haben.

Mahdi Sohrabi: Der Exot aus der Asia Tour
In Asien ist das Tabriz Petrochemical Cycling Team eine Macht, feiert Siege am laufenden Band. 13 ihrer 35 Erfolge 2011 verdankt die Mannschaft Mahdi Sohrabi, einem 30-jährigen Iraner, der trotz seiner hervorragenden Bilanz in Europa kaum bekannt ist. Das könnte sich im nächsten Jahr ändern, denn dann versucht der Iraner bei Lotto Belisol den Sprung in die World Tour. Zwei Rundfahrten gewann Sohrabi in seiner Heimat, die Kerman Tour im Februar, bei der er sogar alle fünf Etappen abräumte, und im Mai die Azerbaïjan Tour, bei der auch das Miche-Team mit Stefan Schumacher und Davide Rebellin mitfuhr. Sie waren die bekanntesten Fahrer, die Sohrabi schlagen konnte. Dazwischen holte er auch den Sieg bei der Jelajah Malaysia. Bei der Tour of Qinghai Lake, der größten und bekanntesten Rundfahrt, an der Sohrabi teilnahm, spielt er in der Gesamtwertung keine Rolle, gewann aber immerhin eine Etappe. Am Ende der Saison stand er zum wiederholten Male als Erster der UCI Asia Tour fest.


5 dieser 8 Fahrer sind nominiert:
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Mark Cavendish: Der Mann im Grünen und Regenbogen-Trikot
In den Jahren 2008 und 2009 war Mark Cavendish mit 17 bzw. 23 Siegen jeweils der erfolgreichste Radsportler. 2011 gab es nur 13 Siege, doch für den Briten bedeutet bekanntlich Qualität mehr Quantität. Eine Einstellung, die er oftmals gerne zum Ausdruck brachte, wenn es um seinen früheren HTC-Teamkollegen André Greipel ging, der ihm 2010 etwas die Show stahl. Greipel gewann damals 21 Rennen, Cavendish nur elf. Zwar schaffte Greipel diesen Sommer erstmals einen Etappensieg bei der Tour de France, doch hatte er am Ende mit acht Siegen fünf weniger als Cavendish, der groß abräumte. Schon früh gab es einen ersten Cavendish-Erfolg bei der Tour of Oman, im April gewann er den Scheldeprijs und beim Giro d’Italia gelangen ihm zwei Etappensiege. Sein erster Höhepunkt war aber die Tour de France, deren Grünes Trikot er mit fünf Tageserfolgen erstmals nach Paris tragen konnte. Höhepunkt Nummer zwei war die Weltmeisterschaft in Kopenhagen, die er nach seiner Vorbereitung mit zwei Etappensiegen bei der Tour of Britain souverän gewann. Außerdem gewann Cavendish auch die London Surrey Classic, das Testrennen für Olympia 2012, und unterstrich damit die Ambitionen und sein größtes Ziel für 2012 - er will in London Olympiasieger werden.

Peter Sagan: Allrounder mit hoher Klasse auf allen Terrains
So recht weiß man noch nicht, was für ein Fahrer Peter Sagan ist, seine Qualitäten sind äußerst vielfältig. Seine Sprintstärke reicht vielleicht (noch) nicht für die Weltspitze, ist aber gepaart mit seiner Vorliebe für etwas schwierigere Terrains eine wirksame Waffe. Der 21-jährige Slowake, der schon in seiner Premieren-Saison 2010 für Liquigas auftrumpfen konnte, verdreifachte seine Ausbeute aus dem Vorjahr und feierte total 15 Siege. Bei der Vuelta a España, seiner ersten dreiwöchigen Rundfahrt, war Sagan gleich dreimal erfolgreich. Kurz zuvor hatte er die Tour de Pologne für sich entschieden, dank zweier Etappensiege, bei denen ihm der schnelle Antritt gegen andere Bergfahrer zugutekam. Bei der Tour de Suisse bewies er auf der Etappe über die Grosse Scheidegg, dass er auch im Hochgebirge bestehen kann und bei Zielankünften nach einer Abfahrt immer mit ihm gerechnet werden muss. In der Schweiz feierte er auch noch einen zweiten Sieg im Sprint, desweiteren verzeichnete er einen Sieg bei der Tour of California und drei beim Giro di Sardegna, mit dessen Gesamtsieg er im Februar seine starke Saison eröffnet hatte.

Marcel Kittel: Der Senkrechtstarter aus der Thüringer-Schmiede
2011 kamen zwei junge Deutsche vom Thüringer Energie Team zu Elite-Mannschaften und werden 2012 bei Project 1t4i schon wieder vereint. John Degenkolb feierte bei HTC-Highroad sechs Siege, unter anderem bei Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt und bei zwei Dauphiné-Etappen. Noch erfolgreicher war Marcel Kittel, der zu fantastischen 17 Siege sprintete. Für den 23-Jährigen in seiner erster Saison eine unfassbare Ausbeute. Ein Etappensieg bei der Tour de Langkawi war ein guter Beginn, aber erst nach vieren bei den 4 Jours de Dunkerque und dem Gewinn des ProRace Berlin war klar, dass es ihm gelingen sollte, sich bei den Profis zu etablieren. Im Juni gewann er dank Zeitgutschriften mit der Delta Tour Zeeland sogar eine Rundfahrt. In der zweiten Saisonhälfte fuhr Kittel bei der Tour de Pologne noch mehr ins Rampenlicht, war auf vier Teilstücken Schnellster. Skil-Shimano nominierte ihn daraufhin für die Vuelta a España, wo ihm ein Erfolg vor Peter Sagan, Oscar Freire und Daniele Bennati glückte. Mit Kampioenschap van Vlaanderen, dem Münsterland Giro und zwei Etappen der Jayco Herald Sun Tour ließ der Senkrechtstarter das Jahr dann auch noch so erfolgreich ausklingen, dass es fast für Platz eins im Sieges-Ranking gereicht hätte.


Chronologische Übersichten:
Die acht erfolgreichsten Fahrer 2011 und alle ihre Siege


Philippe Gilbert: Leistungen zum Staunen über die ganze Saison hinweg
Der Mann des Jahres war zweifelsohne Philippe Gilbert. Der 29-Jährige zeigte sich die gesamte Saison über in bestechender Form und war insbesondere bei den Klassikern eine Klasse für sich. Innerhalb von nicht einmal ganz zwei Wochen gewann er Brabantse Pijl, Amstel Gold Race, Flèche Wallonne und Lüttich-Bastogne-Lüttich. Die dabei gezeigte Dominanz war überragend. Auch Strade Bianche, Clasica San Sebastian, GP de Québec und GP de Wallonie wurden zur Beute Gilberts. So überraschte der Sieg bei der belgischen Meisterschaft im Straßenrennen kaum, jener im Zeitfahren dann schon eher. Die Klassiker waren hauptsächlich dafür verantwortlich, dass Gilbert unangefochten im World Ranking triumphierte. Beeindruckend waren aber auch seine Auftritte bei der Tour de France, wo er zu den aktivsten Fahrern gehörte. Dabei sprang gleich auf der ersten Etappe ein Sieg und damit ein Tag im Gelben Trikot heraus. Bei all diesen Leistungen könnte man die Gesamtsiege bei der Belgien-Rundfahrt und Ster ZLM Toer schon fast unter den Tisch fallen lassen, aber sie trugen wie auch die Etappensiege bei Volta ao Algarve, Tirreno-Adriatico und Eneco Tour dazu bei, dass Gilbert mit 18 Siegen der erfolgreichste Fahrer des Jahres 2011 wurde.





Adventskalender am 7. Dzember: Wenn nur Siege zählen - Gilbert und die anderen Zweistelligen
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