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Sonntag beim Weltcup in London: Hoy sprintet schneller als Levy, aber Team World Cup geht an Deutschland
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20.02.2012

Sonntag beim Weltcup in London: Hoy sprintet schneller als Levy, aber Team World Cup geht an Deutschland

Info: Bahn-Weltcup IV - London
Autor: Felix Griep (Werfel)



London, 20.02.2012 – Am Sonntag wurden in London die letzten Entscheidungen gefällt, womit die Weltcup-Saison 2011/12 im Bahnradsport ein Ende fand. Zu den Siegern des Tages gehörte Chris Hoy, der nach Keirin auch den Sprint gewann und dabei zwei Deutschen das Nachsehen gab. Das BDR-Team kann mit der Bilanz insgesamt aber sehr zufrieden sein, zumal man bei allen vier Weltcup-Stationen die meisten Punkte aller Nationen sammelte. Mit Spannung war auch das Teamsprint-Finale erwartet worden, in dem Großbritannien den Australiern unterlag. Simona Krupeckaite sicherte sich den Sieg im Keirin und im Omnium hieß die Gewinnerin einer unheimlich knappen Entscheidung Sarah Hammer.

Levy und Förstemann können Hoy nicht schlagen
Nach seinem Sieg am Samstag im Keirin war Chris Hoy unbestritten auch der große Favorit im Sprint-Turnier. In der Qualifikation fuhr der Brite auf der Olympia-Bahn die 200 Meter als einziger Fahrer unter zehn Sekunden und setzte sich danach im Achtelfinale locker gegen den Japaner Seiichiro Nakagawa durch. In der nächsten Runde traf er schon auf einen härteren Brocken, Grégory Baugé ließ sich erst nach drei Läufen bezwingen. Auf den Franzosen folgte Robert Förstemann als Gegner für Hoy, der sich mit zwei Siegen aber den Finaleinzug sicherte. Sein letzter Herausforderer war Maximilian Levi, der zuvor gegen den Franzosen Kevin Sireau gewonnen hatte, gegen den sich Förstemann dann Platz drei holte. Levy bot Hoy einen harten Kampf, doch der Lokalmatador setzte sich blitzsauber in zwei Läufen durch. Schon in Astana hatte der 35-Jährige gewonnen und steht damit auch im Gesamt-Weltcup der Sprinter an der Spitze, knapp vor Levy.

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Australien krönt starke Saison in der Mannschaftsverfolgung
Die zwei Siege von Hoy brachten Großbritannien auf eine Summe von fünf Heimerfolgen, denen Steven Burke, Edward Clancy, Peter Kennaugh und Geraint Thomas gerne noch einen weiteren hinzugefügt hätten. Am Donnerstag hatten sie in der Qualifikation der Mannschaftsverfolgung den zweiten Platz hinter Australien belegt und mussten drei Tage warten, um sich mit dem Quartett aus Down Under im Finale erneut zu messen. Jack Bobridge, Rohan Dennis, Alexander Edmondson und Michael Hepburn waren aber auch da überlegen und distanzierten die Briten relativ deutlich, fast zwei Sekunden lagen am Ende der 4000 Meter zwischen den beiden Teams. Ein Happy End für Australien, das bei den drei vorangegangen Weltcups auch immer im Finale stand, aber stets den Kürzeren zog. Den dritten Platz holte sich Neuseeland im Duell mit den Belgiern, die Schuld daran waren, dass Deutschland nur ein „B-Team“ eingesetzt hatte. Um Belgien in der Qualifikations-Rangliste zu überholen und die Olympia-Qualifikation noch erreichen zu können, hätte wohl schon ein Sieg errungen werden müssen, der auch in Bestbesetzung nicht realistisch gewesen wäre. So verzichtete der BDR auf viele Stammfahrer und schickte Maximilian Beyer, Robert Bengsch, Marcel Kalz und Theo Reinhardt ins Rennen, die als 15. von 17 Teams nicht positiv überraschen konnten.

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Krupeckaite gewinnt zum zweiten Mal im Keirin
Bei den Frauen war die Reihenfolge umgekehrt, der Sprint hatte am Samstag stattgefunden und am Sonntag stand Keirin auf dem Programm. Wie Hoy peilte Shuang Guo das Double an, welches ihr schon in Peking gelungen war. Zwar reichte es letztlich nicht zum Sieg, aber als Dritte des Finals heimste die Chinesin noch eine Medaille ein. Die Sprint-Dritte Wai Sze Lee aus Hongkong wurde Zweite, der Sieg ging aber an Simona Krupeckaite, die im Gegensatz zu den Kontrahentinnen an dem kräftezehrende Sprint-Turnier vom Vortag nicht teilgenommen hatte und wohl noch etwas frischer war. Die Entscheidung in der Weltcup-Gesamtwertung fiel eindeutig aus, mit zwei Weltcup-Siegen und einem zweiten Platz konnte Krupeckaite in dieser Saison im Keirin niemand das Wasser reichen. Für die deutschen Frauen verlief der Weltcup-Abschluss eher durchwachsen. Miriam Welte schied schon im Hoffnungslauf der 1. Runde aus, während sich Kristina Vogel für das Viertelfinale qualifizierte und ihren Lauf dort auch gewann. Es folgte aber eine Deklassierung, weil Vogel unerlaubt in die Sprintlinie einer Gegnerin vorgestoßen war.

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Edmondson überrascht im Omnium, verliert aber hauchdünn
Nach den ersten drei Disziplinen im Omnium der Frauen hatte Anette Edmondson am Samstag die Führung inne. Mit der Australierin hatte niemand gerechnet, sie nahm erstmals am Vielseitigkeitswettkampf teil. Nur einen Punkt hinter ihr lag Tara Whitten aus Kanada, mit vier Punkten Rückstand folgte ein Trio aus der US-Fahrerin Sarah Hammer, der Siegerin von Cali, der Britin Laura Trott und Kirsten Wild aus den Niederlanden. Nach den Wettbewerben Nummer vier und fünf hatte Hammer die Führung übernommen, Edmondson lag aber nur zwei Zähler zurück und hatte sich noch nicht aufgegeben. Die Newcomerin wurde im entscheidenden 500 Meter Zeitfahren Dritte, Hammer Fünfte – so dass sie am Ende, übrigens beide ohne einen Einzelsieg, punktgleich waren. In einem solchen Fall, den es auch schon bei der Europameisterschaft 2011 in Apeldoorn gab, entscheiden die zeitkritischen Disziplinen über Sieg und Niederlage. Am meisten fällt da natürlich die Einzelverfolgung ins Gewicht, in welcher Hammer fast drei Sekunden vor Edmondson lag, was ihr den Triumph brachte. Bronze holte Trott für die Gastgeber mit nur zwei Punkten Rückstand. Platz sieben belegte die Chinesin Li Huang, was ihr vor Hammer gerade noch den Saisongesamtsieg bescherte.

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Team World Cup: Deutschland überlegen an der Spitze
Nach London war Zeit für eine Endabrechnung der Weltcup-Saison mit ihren vier Stationen in Astana, Cali, Peking und der britischen Hauptstadt. Team World Cup nennt sich die Rangliste, in welcher für die Nationalmannschaften und Sponsorenteams alle erzielten Punkte ihrer Fahrer addiert werden. Mit klarem Vorsprung steht Deutschland an der Spitze dieses Rankings, wobei die Ergebnisse des Team Erdgas 2012, das Rang 15 belegt, extra gezählt wurden. Der wichtigste Punktelieferant des BDR war Maximilian Levy, der in diesem Winter vier Weltcup-Siege holte und damit unerreicht blieb. Bei den Frauen war Shuan Guog mit ebenfalls vier Erfolgen die Überfliegerin.

Die Top15 des Team World Cup
1 Deutschland 291 Punkte
2 Frankreich 247
3 Australien 241
4 Großbritannien 203
5 China 158
6 Niederlande 157
7 Neuseeland 145
8 Litauen 131
9 Ukraine 127
10 Belgien 125
11 Russland 102
12 Moscow Track Team 96
13 Kanada 81
14 RusVelo 77
15 Team Erdgas 2012 76

Vom 4. bis 8. April wird die Weltmeisterschaft in Melbourne (Australien) den Höhepunkt und Abschluss der Bahnradsportsaison darstellen. Die WM ist aber zugleich auch der letzte große Test vor den Olympischen Spielen, bei denen die Bahnwettbewerbe in den Tagen vom 2. bis 7 August ausgetragen werden.





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