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Bernal stark bei erster Bergankunft der Tour de Suisse, aber Ausreißer Tolhoek siegt in Flumserberg
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20.06.2019

Bernal stark bei erster Bergankunft der Tour de Suisse, aber Ausreißer Tolhoek siegt in Flumserberg

Info: TOUR DE SUISSE 2019 (2.UWT)
Autor: Felix Griep (Werfel)



Flumserberg, 20.06.2019 – Der frühere Bergtrikotgewinner Antwan Tolhoek hat die Tour de Suisse noch weiter in sein Herz geschlossen, denn sie ermöglichte dem Niederländer seinen ersten Sieg als Radprofi. Aus einer großen Ausreißergruppe war Tolhoek am Schlussanstieg nach Flumserberg der Stärkste und konnte sich am Ende sogar Egan Bernal vom Leib halten, der nach dem Ausscheiden seines Teamkollegen Geraint Thomas seiner Rolle als Topfavorit auf den Gesamtsieg vollauf gerecht wurde und das Gelbe Trikot eroberte.


Das Profil der 6. Etappe der Tour de Suisse

Mehr als zwei Dutzend Ausreißer
Nach drei Massensprints in Folge hatten die Fahrer auf der 6. Etappe der Tour de Suisse zwar nur 120,2 Kilometer zurückzulegen, von denen die letzten 8,5 aber eine neunprozentige Durchschnittssteigung aufwiesen. Es gab es also endlich die erste Bergankunft. Nach dem Start ging es jedoch zuerst in eine längere Abfahrt, was zu einer extrem schnellen und turbulenten Anfangsphase führte, aus der letztlich eine riesige Ausreißergruppe hervorging, in welcher sich 25 der 140 gestarteten Fahrer befanden. Zu ihnen gehörten gleich drei Fahrer aus der Schweizer Nationalmannschaft: Gian Friesecke, Simon Pellaud und Claudio Imhof, der weiterhin das Bergtrikot trägt, auch wenn er am Schlussanstieg heute nicht punkten konnte. An einer kleineren Bergwertung unterwegs holte er hinter Colin Joyce (Rally UHC) und Nathan Haas (Katusha Alpecin) einen Zähler. Beide Zwischensprints gewann Matteo Trentin (Mitchelton-Scott), der in der Punktwertung aber noch immer weit davon entfernt ist, Peter Sagan (Bora-Hansgrohe) gefährlich zu werden.

Die 25 Ausreißer im Überblick:
Oss (BOH), Lindemann + Tolhoek (TJV), Costa + Kristoff (UAD), Mas (MOV), Stannard + Trentin (MTS), Arndt (SUN), Geniets (GFC), Mohoric (TBM), Stuyven (TFS), Bidard + Paret-Peintre (ALM), Scully (EF1), Dewulf + Van der Sande (LTS), Bevin (CCC), Haas (TKA), King (TDD), Ligthart (TDE), Joyce (RLY), Friesecke + Imhof + Pellaud (SUI)


Erwartete Ineos-Offensive kommt erst spät
Die Gruppe, deren maximaler Vorsprung gut vier Minuten betragen hatte, lag zum Beginn des Schlussanstiegs noch zwei Minuten vor dem Hauptfeld, in welchem es aber lange ruhig blieb, während die Ausreißer um den möglichen Etappensieg kämpften. Nach einem Kilometer in der Steigung fuhr Antwan Tolhoek (Jumbo-Visma) erst einmal solo aus der Gruppe davon, bevor nach einer Weile erst Luis Mas (Movistar) und dann auch Patrick Bevin (CCC) wieder an ihn herankamen. Rui Costa (UAE Emirates) und François Bidard (AG2R La Mondiale) benötigten viel länger, um wieder an dieses Trio heranzukommen – und gerade als es ihnen gelang, stiefelte Tolhoek zwei Kilometer vor dem Ziel wieder alleine los. Der Niederländer hatte noch 1,5 Kilometer zu fahren und bereits 30 Sekunden Vorsprung auf seine Verfolger und noch eine Minute Vorsprung auf das Feld mit den Favoriten, als das Team Ineos seine Passivität ablegt. Kenny Elissonde risst mit einer kräftigen Beschleunigung die Hauptgruppe auseinander, bevor Egan Bernal seinen Gegnern den endgültigen K.o. versetzte.

Nicht Frank, sondern Schelling ist der beste Schweizer
Im Fernduell mit dem entfesselten Paris-Nizza-Sieger büßte Tolhoek natürlich nun viel schneller an Zeit ein – doch seinen ersten Profi-Sieg ließ sich der 25-Jährige, der das Bergtrikot der Tour de Suisse 2016 gewonnen hatte, nicht mehr nehmen. Bernal finishte mit noch 17 Sekunden Rückstand, knapp vor dem zweitbesten Ausreißer, dem Franzosen Bidard. Und Bernals Konkurrenten? Jan Hirt (Astana) und Domenico Pozzovivo (Bahrain Merida) verloren auf ihn nur 12 bzw. 14 Sekunden, sind in der Gesamtwertung mit Rückständen von 35 und 50 Sekunden aber nur Vierter und Siebter. Zweiter und Dritter im neuen Klassement sind Zeitfahrsieger Rohan Dennis (Bahrain Merida) und der Österreicher Patrick Konrad (Bora-Hansgrohe), deren Defizit jetzt 12 bzw. 29 Sekunden beträgt. Beide finishten rund eine halbe Minute hinter Bernal, was im Übrigen auch für den Schweizer Patrick Schelling (Nationalmannschaft) und den Deutschen Lennard Kämna (Sunweb) gilt. Schelling ist als Elfter (+1:12) auch der beste Schweizer in der Gesamtwertung – weit vor Landsmann Mathias Frank, der keinen guten Tag hatte und nur Rang 34 (+3:30) belegt.

-> Zum Resultat

Die 7. Etappe ist mit weit über zweihundert Kilometern nicht nur die längste der Rundfahrt, sie bietet mit dem Schlussanstieg auf der Kopfsteinpflasterstraße zum Gotthardpass (12,4 km à 7,1%) auch die größte Besonderheit des Rennens.

Video der Zielankunft







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