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Tour de Suisse 2009 - rückblick

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Gast
22.06.2009 12:02

Die Tour de Suisse 2009 ist nun Geschichte - und mit Fabian Cancellara hat sie einen bärenstarken Heimsieger gefunden. Der Schweizer Saxo-Bank-Profi dominierte die Zeitfahren noch deutlicher als gedacht und zeigte ungeahnte Bergqualitäten.

Viele Spötter sagen, die Tour de Suisse sei deutlich leichter als die Dauphiné Libéré. Das mag auch sein wenn man auf das Endtableu schaut, ein Cancellara und ein Martin sind bei der Tour nicht in den Top 20 zu erwarten, ein Evans und ein Valverde, wenn er fahren dürfte, dagegen schon als Podiumsleute der Dauphine.

wenn man natürlich in die Siegerlisten schaut, dann wirkt alles ebenfalls sehr einseitig. 3 Siege für Saxo-Bank plus den Gesamt- und Punktewertung- sowie den Teamwertungssieg, restliche Siege an Columbia-High Road und das Bergtrikot. Lediglich Lamprefahrer Enrico Gasparotto sicherte sich die Sprintwertung.

Dennoch war die TdS in meinen Augen nicht so eindeutig und schon gar nicht langweilig. Liquigas hat mit Vorjahressieger Roman Kreuziger und Oliver Zaugg viel attackiert, selbst Andreas Klöden hat es mal probiert. Wenn es im FInale zusammenläuft, braucht es endschnelle Leute. Und die hat Columbia für jedes Terrain, so sind auch die Siege zu erklären. Die einen Fahrer haben am Ende Spurtstärke, andere nicht. Zudem kann man mit mehreren Fahrern vorne taktieren.

Einen ganz anderen Verlauf hätte die Rundfahrt genommen wenn Tony Martin nicht bei seinem Ausreißversuch, durch den Tadej Valjavec für AG2R mehrere Tage das Gelbe Trikot eroberte, in der Abfahrt zurückgefallen wäre. Dann hätte THR arbeiten müssen und das Team, das alles gewinnt nur keine Gesamtwertung bisher in diesem Jahr, hätte vll. nicht so viele Etappen gewinnen können.

Aber hätte wäre wenn, Cancellara sichert sich am Ende so dominant den Sieg, das man schon große Augen kriegen kann. Für das Ansehen der RUndfahrt im eigenen Land kann ein Heimsieg aber nur gut sein.

Was sagt ihr zur Tour de Suisse 2009?

Dieser Kommentar bezieht sich auf folgende Newsmeldung:
Cancellara in seiner Heimatstadt bei Finale der 73. Tour de Suisse für Konkurrenten unerreicbar
Biker

Gast
22.06.2009 14:20

Die TDS 2009 war eine grosse Enttäuschung. Keine einzige richtige Bergetappe war dabei. Dem Ansehen der TDS hat man dadurch schwer geschadet.

maz

22.06.2009 14:27

Aus Schweizer-Sicht war das natürlich ein sehr spannendes Rennen, denn bis zur zweitletzten Etappe (Bergankunft) war die Frage offen ob Cancellara es schafft den Rückstand in Grenzen zu halten, um dann im Zeitfahren die Chance zum Gesamtsieg packen zu können.

Klar, die Tour de Suisse war längst nicht so schwer wie andere Jahre. Viele vergessen jedoch dass die Schweiz nicht nur aus Bergen besteht, auch wenn diese oftmals die spannensten Rennverläufe bieten. Letztendlich, auch wenn es viele nicht wahrhaben möchten, war es aber legitim die Tour de Suisse auf eigene Fahrer zu zuschneiden, in diesem Fall für Cancellaras Fähigkeiten, und damit dem Event in der Schweiz neuen Schub zu verleihen. Den Ertrag konnte man beim Schlusszeitfahren von Bern, wo eine ausgezeichnete Atmosphäre herrschte, deutlich sehen. Schliesslich sind nicht nur Teams und Fahrer, sondern auch Veranstalter, auf Sponsoren angewiesen.

Trotzdem war Cancellaras Sieg nicht selbstverständlich, dies bestätigt auch die Tatsache dass Cancellara bei den Buchmachern nicht einmal mit einer Wettquote gelistet wurde. Auch Cancellara selber war bis vor dem Prolog, auf Grund seiner schwierigen Frühjahrssaison, bezüglich seiner wirklichen Verfassung, im Vergleich mit der Konkurrenz, im Unklaren. Trotzdem wird "Fabü" (wie er von seinen fans genannt wird) im kommenden Jahr, wenn es wieder in die steileren und längeren Berge geht, seinen Titel kaum verteidigen können.

Für seinen grossartigen Sieg hat er auf jeden Fall meinen Respekt verdient. Selbiges gebührt aber auch Tony Martin, der eine der grössten deutschen Zukunftshoffnungen darstellt.

riberylahm

22.06.2009 14:55

Meiner Meinung nach hinterlässt die diesjährige TdS -wie man bei uns sagt- ein "Geschmäckle", denn für die Veranstaltung und Organisation der TdS ist die Vermakrtungsfirma IMG verantwortlich, bei der gleichzeitig auch Fabian Cancellara unter Vertrag steht.

Des Weiteren kann ich zwar damit leben, dass die TdS ihr Profil auf die Fähigkeiten der Schweizer Fahrer zuschneidet, aber ich weiß nicht, ob sie sich damit einen Gefallen getan haben, sich auf Cancellara zu fokussieren, denn mit der diesjährigen TdS hat man anderen Schweizern wie Zaugg, Wyss, Loosli etc. keinen Gefallen getan.
maz

22.06.2009 16:25

Du musst aber sehen dass die TdS, währe sie perfekt auf Loosli, Wyss oder Zaugg zugeschnitten gewesen, mit sicherheit keinen Schweizer Sieger gesehen hätte. Vielleicht wäre Oliver Zaugg am Ende etwas besser klassiert gewesen. Die besseren Bergfahrer waren aber vorher und werden nach der diesjährigen Tour, gegenüber einem Cancellara, wieder bevorteilt sein.

Es gehört zu den wichtigen Qualitäten eines Champions, mögliche Chancen zu packen, Cancellara hat dies eindrücklich getan, dafür hat er den Sieg verdient.

Man kann aber viel dafür und dagegen philosophieren, letztendlich ist und war es nur eine von vielen Tour de Suisse Ausgaben, auch wenn diese nicht die spannenden Hochgebirgsetappen brachte, wird sie dem Image der Tour de Suisse auch international nicht so viel schaden wie man jetzt vermutet. Im Kommenden Jahr sind die Berge wieder steiler, dies auch im übernächsten und wohl auch im überübernächsten Jahr. Wer spricht dann noch vom Profil der Ausgabe 2009? In der Schweiz selber war diese 2009er Version jedoch eine gute Sache, denn die letzten Tage haben sich viel mehr Medien und damit auch Fans für die Tour de Suisse interessiert.

freire

22.06.2009 17:21

im übrigen, wird LBL im nächsten JAhr flach zum Ziel sein, damit Gilbert ne Chance hat und bei der Tour gibts nur noch mittelschwere Etappen für Chavanel und Voeckler...


sowas gehört sich nicht, die Landesrundfahrt aus Geldgier auf einen einheimischen Fahrer zuzuschneiden.

Wenn man mehr Fans möchte, hätte man auch BMC einladen können, dann hätte man acht Schweizer auf dem Saisonhöhepunkt dabei gehabt.

Das schlimmste ist und bleibt abr der Sieger der Tour de Suisse 09
ale

22.06.2009 17:24

@rl: kommst du ausm Allgäu? :uhoh:

naja fands schön das Martin so aufgetrumpht hat und man ihn ihm schon einen weiteren Kandidaten für die Nachfolge eines Jan Ullrichs sehen kann. Dann der Sieger, ein Zeitfahrer, sicher der beste der Welt dennoch ein Rolleur, Fabian Cancellara kommt bei ''Bergankünften'' unter die Top 5, da fragt man sich doch: Ist das die Tour de Suisse von früher, wo man sich die längsten und steilsten Pässe der Schweiz heraufgequält hat und sich im Zeitfahren kaum verbessern konnte. Nein das war es dieses Jahr sicher nciht, sonst wäre ein Fabien Cancellara nicht Sieger dieser Rundfahrt geworden.

Dennoch der Sieg war wichtig für die Schweizer und man wird ja wohl nächstes Jahr wieder eine schwerere Rundfahrt auf die Beine stellen.
maz

22.06.2009 17:52

@ale
Du siehst es richtig.

@freire
Naja, von Geldgier zu sprechen ist wohl etwas an den Haaren herbei gezogen. Der Schweizer Radsport leidet seit einigen Jahren, da es ausser Cancellara, keine Aushängeschilder gibt. Es gibt zwar einige gute bestandene Fahrer und auch Nachwuchstalente, trotzdem sind die Schweizer Profis an grossen Rennen oftmals nur mit ein paar wenigen Fahrern vertreten.

Kaum einer würde sich freuen wenn es plötzlich heisst: "Tour de Suisse aus Geldmangel abgesagt?" Viele andere Events in der Schweiz und auch in Deutschland hat es schon erwischt.

Das ist aber nur ein Teil der Medaille, denn so ein Erfolg wie der von Cancellara, kann auch noch andere Impulse auslösen, denn wenn die Jugend nur noch Fussballern und Eishockeyspielern nacheifert, wird's für den Radsport hierzulande immer enger.

Daher: Ich kenne die genauen Gründe der Tour de Suisse Organisation nicht, möglich dass Interessen mit im Spiel waren die nichts mit meinen geschilderten Argumenten zu tun haben, aber wer von uns allen "weiss" es wirklich besser? Letztendlich zählt für mich die Wirkung die es auslöst, denn auch wenn international die TdS 2009 nicht die Jubelstürme auslösen mag, für den Schweizer Sport war sie allemal wichtig. Zudem: Wieso soll alles immer im normalen Rahmen verlaufen? Und wo gönnt man Einheimischen keinen "Heimsieg"?

Du siehst, man kann es aus unterschiedlichen Blickwinkeln anschauen. Ich freue mich über den Schweizer Sieg bei der Tour de Suisse und ich freute mich, da wir hier bei LiVE-Radsport sehr viele deutsche Autoren und Fans haben, auch über den Gesamtsieg von Jens Voigt bei der Deutschland Rundfahrt 2006, als er die Rundfahrt mit 3 Etappensiegen (inkl. Bergankunft & Zeitfahren) dominierte!
forelle

22.06.2009 17:59

Ich freue mich immer über Schweizer Erfolge und mag sie unseren Landsleuten auch gönnen. So freuten mich die Etappensiege von Fäbu und Albasini sehr. Mit dem Gesamtsieg habe ich aber Mühe und kann mich nicht freuen.

Was sich die IMG als Tourorganisator und Manager Fäbu's (und damit u.a. mit der Vermarktung von Fäbu beauftragt und davon profitierend) geleistet hat, ist total daneben. Ich finde das schlimmer als Doping. Eine Tour so zu "pervertieren" und auf einen eigenen Mandanten zuzuschneiden mit dem Hintergedanken des kommerziellen Erfolgs. Zusätzlich vielleicht noch mit Unterstützung von Swiss Cycling, damit nicht nur drei Schweizer in Mendrisio am Start des Strassenrennens sind.

Fäbu ist auf dem richtigen Weg und wenn er sich so weiter entwickelt Richtung Rundfahrer (erste Ansätze waren ja schon in der TdF 2008 zu sehen, wo er unglaublich stark mit Voigte zusammen Tempo machte und jeweils erst im Schlussaufstieg vom Gas ging), kann er in drei oder vier Jahren auch eine "echte" Tour de Suisse gewinnen und hat so was nicht nötig.

Wenn ich auch in internationalen Foren lese (Italien, UK, US), so ist da die Empörung auffällig präsent. "Tour of joke", "Tour de Farce", lächerliche und traurige Tour, werden genannt, Vergleiche mit Polen- oder Türkeirundfahrt gemacht. Oder sogar die Bemerkung, dass eine der besten Rundfahrten des Radsports in der 2009er Ausgabe mit Abstand die schlechteste sei.

Auch dass die Schweizer Presse dem Aspekt der Masszuschneiderung der Tour auf Fäbu einige Artikel widmet (aber zu einem anderen Schluss als ich kommt), sagt einiges.

Sogar im Aufstieg nach Crans-Montana wurden mehrere flächere Stücke eingebaut und nicht der klassische, steilere Aufstieg gewählt. Für mich einfach traurig und bedenklich, was IMG leistete. Hauptsache, ich drückte bei der 34er Quote auf Fäbu's Sieg ab!!

Aber IMG ist zufrieden und die Blick-Leser schwingen kräftig die rot-weissen Fähnchen...

Hoffentlich, gibt es im 2010 wieder eine "echte" Tour de Suisse und nicht solch eine Verarschung...

Vive le cyclisme!

(Stellt euch vor, die Franzosen hätten so einen starken Zeitfahrer und würden sich so was erlauben mit der Tour...)
H.O.

23.06.2009 11:32

Cancellera ist der Sieg zu gönnen. Ich habe mich sehr mit ihm gefreut und kann kann den Vorwurf, die Veranstalter hätten die Tour auf ihn zugeschnitten und ihm den Sieg praktisch vor die Füße gelegt, gar nicht verstehen.
Eine sich bietende Chance, und sei sie auch noch so deutlich, muss man erst einmal ergreifen! Ganz planen lässt sich so etwas nie; ein Sturz im Prolog hätte alles zunichtemachen können!
Cancellara hat das Maximum an Leistung aus sich herausgeholt - er hat sich den Sieg ehrlich verdient.

Erfreulich finde ich auch, dass mit Zaugg und Albasini zwei weitere Lokalmatadoren auf sich aufmerksam machen konnten.
Außerdem finde ich den 15. Gesamtrang von Peter Velits bemerkenswert - zwischenzeitlich war er ja noch besser platziert. Enttäuschend kommt mir hingegen das Auftreten von Linus Gerdemann vor.

Am meisten gefallen haben mir das Abschlusszeitfahren in Bern - tolle Stimmung! - und die Zielankünfte in Serfaus (hab da mal Urlaub gemacht) und Crans Montana, ein schöner Ort, wie ich finde.

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