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Schweizer Goldregen zum Abschluss der Cross Country-WM, dazu zweimal Bronze
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09.09.2017

Schweizer Goldregen zum Abschluss der Cross Country-WM, dazu zweimal Bronze

Info: MTB-WELTMEISTERSCHAFT CROSS COUNTRY 2017 IN CAIRNS
Autor: Heike Oberfeuchtner (H.O.)



Cairns, 09.09.2017 - Mit einem Schweizer Goldregen ist der Cross Country-Teil der MTB-Weltmeisterschaft im australischen Cairns zu Ende gegangen. Gold für Sina Frei bei den Frauen U23, Gold für Jolanda Neff bei den Elite-Frauen und schließlich Gold für Nino Schurter bei den Männern, so lautete die Traumbilanz des Wettkampftags.

Courtney gestürzt
Um 10 Uhr Ortszeit, das heißt zu nachtschlafender Zeit in Europa, fand heute zunächst das Rennen der unter 23-jährigen Frauen statt. Den extrem staubigen Parcours im Smithfield Park hatte man mit Wasser präpariert, um ihn fahrbarer zu machen. Nachdem sie in der Weltcup-Serie heuer "nur" in Vallnord siegen konnte und entweder Evie Richards oder meistens Kate Courtney vor sich dulden musste, war das Glück diesmal eindeutig auf Sina Freis Seite. Während ihre britische und ihre US-amerikanische Dauer-Konkurrentin zu Beginn in einen Sturz verwickelt waren - von dem Richards sich nicht mehr erholen sollte (DNF) -, setzte die Vizeweltmeisterin des letzten Jahres sich zusammen mit der Niederländerin Anne Tauber ab.

Keller holt Bronze
Nach anderthalb Runden lag Frei sogar alleine an der Spitze, da Tauber einen Defekt erlitt. Derweil die 20-jährige Schweizerin ihren Vorsprung immer weiter ausbaute, eroberte Kate Courtney die zweite Position zurück. Auf 49 Sekunden kam die Gesamtweltcupgewinnerin noch an Frei heran, aber nicht näher. Mit Alessandra Keller schaffte es eine weitere Schweizerin auf den dritten Podestplatz, und das obwohl sie ebenfalls in den Sturz ganz am Anfang involviert gewesen war. Keller egalisierte damit ihr Resultat aus dem Vorjahr. Nicole Koller, die dritte Eidgenössin im Bunde, wurde Siebte. Beste und einzige Deutsche war Antonia Daubermann. Die Österreicherin Anna Spielmann kam auf Platz 20 unter 28 Finisherinnen.

-> Zum Resultat Frauen U23

Neff vor Last und Ferrand-Prévot
Das Ende einer sehr durchwachsenen Saison hätte für Jolanda Neff (24) besser nicht laufen können. Kürzlich feierte sie in Val di Sole ihren ersten Weltcup-Sieg seit längerer Zeit, nun holte sie zum ersten Mal WM-Gold bei der Elite. Die 3-fache U23-Weltmeisterin (2012, 2013 und 2014) gehörte zu einer 7-köpfigen Spitzengruppe, welche sich in der Anfangsphase bildete. Von dort setzte sie sich zusammen mit der Britin Annie Last nach anderthalb Runden ab. Auf der vierten Runde konnte Neff sich von der Lenzerheide-Siegerin distanzieren. Last wurde mit gewaltigen 2:23 Minuten Rückstand Zweite und war damit die erste britische Frau auf dem Elite-WM-Podium überhaupt. Bronze sicherte sich eine Athletin, die genau wie Jolanda Neff nach einer etwas schwierigen Zeit mittlerweile an frühere Erfolge anknüpfen kann: die Französin Pauline Ferrand-Prévot, Weltmeisterin von 2015. Titelverteidigerin Annika Langvad (Dänemark) kam hingegen nur auf den 25. Platz.

Belomoina DNF
Zweitbeste Schweizerin war Corina Gantenbein auf der 8. Außerdem wurde Kathrin Stirnemann 26te und Linda Indergand 40te (mit einer Runde Rückstand). Für Deutschland holte Helen Grobert den achten Rang heraus. Adelheid Morath belegte Platz 23, Sabine Spitz hatte enormes Pech und wurde 32te. Elisabeth Osl, die Einzelkämpferin für Österreich, erreichte den 19. Platz. Und Yana Belomoina, die so souverän den Gesamtweltcup geholt hatte? Die Ukrainerin musste das Rennen aufgeben, da ihr die Folgen eines Sturzes von vor ein paar Tagen zu große Probleme bereiteten.

-> Zum Resultat Frauen Elite

Kulhavy in WM-Form
Sechs Weltcup-Siege in Folge und am Ende der fünfte Gesamtweltcup - wenn je ein Mann als haushoher Favorit ins WM-Rennen ging, dann heute Nino Schurter. Den dritten WM-Titel in Folge, den alle von ihm erwarteten, musste aber auch der 31-jährige Graubündner erst einmal einfahren. Die größte Konkurrenz heute erwuchs ihm heute aus Jaroslav Kulhavy, einem Mann, der gerne bei internationalen Titelkämpfen zur Höchstform aufläuft. Der Olympiasieger von 2012 und der von 2016 fuhren gleich zu Beginn allen anderen davon, aber auf der dritten Runde konnten Henrique Avancini (Brasilien) und Schurters Teamkollege Thomas Litscher zu ihnen aufschließen.

Unerwartet Bronze für Litscher
Avancini verabschiedete sich wenig später wieder aus der Spitze und sollte am Ende Vierter werden. Schurter und Litscher nahmen Kulhavy in die Zange, aber der Tscheche leistete bis zur letzten Runde erfolgreich Widerstand. Erst am finalen Anstieg zwang Schurter ihn zu einem Fehler, der die Entscheidung bedeutete. Kulhavy wurde sieben Sekunden zurück Zweiter, womit er sein Resultat von 2016 wiederholte, und Litscher durfte sich über eine unerwartete Bronze-Medaille freuen (+0:15).

6 x WM-Gold: neuer Rekord
Schurter brach derweil wieder einen Rekord. Mit insgesamt sechsmal WM-Gold (2009, 2012, 2013, 2015, 2016, 2017) ist er jetzt alleiniger Spitzenreiter in der Bestenstatistik, vor Julien Absalon. Der wurde heute übrigens Siebter, noch hinter dem besten Deutschen, Manuel Fumic, und dem zweitbesten Schweizer, Lukas Flückiger. Die Eidgenossen Reto Indergand, Florian Vogel, Marcel Guerrini, Mathias Flückiger und Lars Forster belegten die Plätze 10, 12, 19, 25 und 28. Der Österreicher Gregor Raggl wurde 18ter, Landsmann Karl Markt 22ter. Der BDR kann außerdem die Plätze 35, 38 und 49 durch Markus Schulte-Lünzum, Christian Pfäffle und Ben Zwiehoff verbuchen. 70 Fahrer beendeten das Rennen, darunter blieben 57 in der Runde des Siegers.

-> Zum Resultat Männer Elite

Die Schweizer überragen alles
Mit 4 Goldmedaillen (Staffel, Frauen U23, Frauen Elite, Männer Elite) sind die Schweizer natürlich unangefochtene Könige dieser Cross Country-WM. Sie holten außerdem eine silberne und drei bronzene Medaillen. Von sieben Wettbewerben verlief nur ein einziger ohne Schweizer auf dem Podium. Australien, Neuseeland und Österreich teilen sich den zweiten Rang des Medaillenspiegels mit je einer Goldmedaille. Dann folgt das sonst erfolgreichere Frankreich mit einmal Silber und zwei dritten Plätzen. Deutschland hat einmal Bronze verbucht.

-> Zum Medaillenspiegel





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