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Schurter und Langvad erobern beim XC-Weltcup Nove Mesto die Gesamtführung zurück
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27.05.2018

Schurter und Langvad erobern beim XC-Weltcup Nove Mesto die Gesamtführung zurück

Info: MTB: WELTCUP NOVE MESTO NA MORAVE 2018
Autor: Heike Oberfeuchtner (H.O.)



Nove Mesto na Morave, 27.05.2018 - Seit 2011 macht der Cross-Country-Weltcup regelmäßig in Nove Mesto Station und auch die WM war dort schon zu Gast. Zuschauer, Journalisten und vor allem die Sportler schätzen die Atmosphäre in dem tschechischen Biathlon-Stadion, wo sich Start- und Zielbereich befinden. Kein Wunder, dass auch an diesem Sonntag wieder klasse Rennaction geboten wurde.

Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Neff und Langvad
Der Parcours war das glatte Gegenteil von dem in Albstadt vor einer Woche - trocken, staubig und schnell. Außerdem hatte man mehrere Anstiege gestrichen bzw. verkürzt. Die Elite-Frauen mussten fünf Runden zurücklegen, plus eine Start Loop, in der sich Weltcup-Leaderin Jolanda Neff (Kross Racing) gleich an die Spitze setzte. Die Schweizerin war mit der brandneuen Shimano XTR-Gruppe unterwegs und erstmals im Weltcup mit einem Full Suspension-Bike. Auf der ersten regulären Runde bekam sie Gesellschaft von Annika Langvad (Specialized Racing) und es begann jenes enge Kopf-an-Kopf-Rennen, das den weiteren Rennverlauf prägen sollte. Die Dänin zeigte sich in den Uphills überlegen, Neff machte einen etwaigen Rückstand aber in jeder Bergab-Passage wieder wett. Zwischenzeitlich sah es so aus, also ob Pauline Ferrand-Prévot (Canyon Factory Racing XC) Anschluss finden könnte, aber das bewahrheitete sich nicht.

Langvads dritter Sieg in Nove Mesto
Ab der 3. Runde begannen die Positionskämpfe zwischen Neff und Langvad, den beiden unmittelbaren Konkurrentinnen um das weiße Trikot der Weltcup-Führenden, das heute keine trug, weil Neff im Regebogentrikot unterwegs war. Nun sah man auch die Cross-Country-Weltmeisterin ab und zu vorne, aber sie konnte nur kleine Nadelstiche austeilen. Auch die letzte Runde fuhr Langvad an der Spitze, zumindest bis sich Neff kurz vor der sogen. BMX-Section aus der Deckung wagte. Nach dem Rock'n Roll-Abschnitt hatte sie sogar keinen kleinen Vorsprung, aber es war noch zu früh, nie und nimmer konnte sie ihn bis zur Ziellinie verteidigen. So musste Neff sich doch auf einen Sprint gegen die zweifache Short-Track-Gewinnerin einlassen. Langvad machte kurzen Prozess und ließ der Schweizerin nicht den Hauch einer Chance. Es war ihr dritter Sieg in Nove Mesto, wenn man den Gewinn der Weltmeisterschaft 2016 einschließt. Sie eroberte auch die Weltcup-Führung zurück, liegt jetzt wieder 38 Punkte vor Neff. Tagesdritte wurde Ferrand-Prévot vor der kanadischen Meisterin Emily Batty (Trek Factory Racing) und der Polin Maja Wloszczowska (Kross Racing), welche das 70. (!) Weltcup-Podium von Gunn-Rita Dahle-Flesjaa (Merida) knapp verhinderte. Beste Deutsche war Elisabeth Brandau auf Platz 11. Sie hatte am Anfang von ihrer im Short Track hart erkämpften Erste-Reihe-Startposition profitiert, war dann aber zurückgefallen.

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Favoritensterben bei den Männern
Auch bei den Männern kam es zunächst zum direkten Aufeindertreffen der beiden Weltcup-Topplatzierten, also zwischen Nino Schurter (Scott-SRAM MTB Racing) und Mathieu van der Poel (Corendon-Circus), welcher nach dem Short Track am Freitag mit hauchdünnem Vorsprung Platz eins übernommen hatte. Dieses Duell währte allerdings nur so lange, bis Schurter auf der dritten von sechs Runden das Tempo erhöhte, dadurch Van der Poel in Schwierigkeiten brachte und der Niederländer kurz darauf schwer zu Fall kam. Er stürzte kopfüber auf genau die Hand, die schon durch einen Unfall beim La Rioja Bike Race arg in Mitleidenschaft gezogen war. Zwar setzte Van der Poel sich zunächst wieder aufs Rad, aber lange hielt er nicht mehr durch. Seiner war nicht der einzige prominente Rückzug am heutigen Tag. Sam Gaze (Specialized), der Sieger vom Freitag, kam schon ganz zu Beginn zu Fall und trug einen Hinterradschaden davon, was für ihn ebenso wie am letzten Sonntag das Aus bedeutete. Des Weiteren verabschiedete sich Stéphane Tempier (Bianchi Countervail), der Zweitplatzierte von Albstadt, nach einem Defekt aus dem Rennen.

Foto-Finish zwischen Schurter und Cooper
Angesichts dieses Favoritensterbens, wer waren nun die Männer, die Nino Schurter die Stirn boten? Zunächst zeigten sich Lars Forster und sein BMC-Teamkollege Titouan Carod mit an der Spitze, bevor sich auf der vierten Runde jenes Trio bildete, welches den Sieg unter sich ausmachten sollte. Neben Schurter waren das Anton Cooper (Trek Factory Racing XC), der U23-Weltmeister von 2015, und der französische Meister Maxime Marotte (Cannondale Factory Racing XC). Der Schweizer fühlte sich sichtlich gut, begeisterte das Publikum in jeder Runde an einer bestimmten Stelle mit einem Tailwhip. Seine Konkurrenten zu distanzieren gelang ihm aber nicht, erst zum Schluss verlor Marotte etwas an Boden. Cooper blieb dran und zwang Schurter in einen Showdown auf der Zielgeraden. Wir erinnern uns an Stellenbosch: Hier hatte der Weltmeister einen Sprint gegen Coopers neuseeländischen Landsmann Gaze verloren. Auch diesmal wurde es ihm alles andere als leicht gemacht. Zunächst war Schurter vorne, dann Gaze, dann wieder Schurter, dann ein gekonnter Tigersprung von beiden... Und schließlich musste die Jury per Zielfoto über das vielleicht engste Finish in der Geschichte des MTB-Weltcups entscheiden.

Podium für Forster und Fumic
Schurter, der übrigens aufgrund seiner Sturzverletzung vom Short Track Race mit einem Pflaster am Arm unterwegs war, wurde zum Sieger ausgerufen, lag aber noch minutenlang K.O. im Zielbereich. Marotte sicherte sich den dritten Platz und Forster sowie der deutsche Meister Manuel Fumic (Cannondale) komplettierten das fünfköpfige Podium. Europameister Florian Vogel (Focus XC) erreichte den siebten Platz. Ohrenbetäubend wurde der Applaus, als Vizeweltmeister und Lokalmatador Jaroslav Kulhavy (Specialized) trotz eines Defekts in der letzten Runde als Neunter das Ziel erreichte. Außerdem bot der Spanier Carlos Coloma (Primaflor Mondraker Rotor), der sich Supermann-artig auf seinen Sattel legte, beim Zieleinlauf eine bühnenreife Showeinlage. Das weiße Trikot wandert nun zu Nino Schurter zurück und sitzt jetzt auch ziemlich fest auf dessen Schultern, denn Maxime Marotte hat als Gesamtzweiter über 200 Punkte Rückstand. Van der Poel ist auf den dritten Gesamtrang zurückgefallen, Gaze ist noch immer Vierter.

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