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Königsetappe des Cape Epic: Die Karten sind neu gemischt
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22.03.2019

Königsetappe des Cape Epic: Die Karten sind neu gemischt

Info: MTB: Absa Cape Epic 2019
Autor: Tom Roegner (Veranstalter)



5. Etappe über 100 Kilometer: Schweizer Schurter/Forster holen sich Gelbes Leadertrikot zurück - Weltmeisterin van der Breggen: „Der härteste Bike-Tag meines Lebens“

Stellenbosch/Südafrika – An diesem Tag kam der Druck von den Schweizern: Weltmeister Nino Schurter und Europameister Lars Foster (Scott-SRAM MTB Racing) ließen schon nach wenigen Kilometern in die 100-Kilometer-Königsetappe (2850 Höhenmeter) des Cape Epic 2019 den Hammer fallen, unterstützt von Team-Kollege Andri Frischknecht. Jeder noch so kleine Fehler wurde bestraft und so hatte der Sturz von Manuel Fumic in einer Abfahrt bei Kilometer 7 Folgen. Der Schweizer Dreier-Express legte eine Schippe Kohle drauf, und Henrique Avancini und Fumic (Cannondale Factory Racing) konnten die Lücke nicht mehr zu fahren. Nach etwa einer Stunde im Rennen betrug der Abstand eine Minute. Fumic hatte sichtlich Probleme, eventuell resultierend aus dem gestrigen Zeitfahren, als sein Rücken in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Zusammen mit den Südafrikanern Philip Buys und Matthys Beukes (Pyga Euro Steel), die auf der Jagd nach dem Roten Führungstrikot der Afrika-Wertung waren, legten die Schweizer Favoriten rund 3 Minuten bis Kilometer 44 zwischen sich und die Verfolger. Die Cannondale-Fahrer versuchten gemeinsam mit Simon Stiebjahn und Urs Huber von den BULLS Heros und Kross-Spur, Ondrej Cink und Gutierrez, Boden auf die Führenden gut zu machen. Diese profitierten von dem Schachzug, dass Andri Frischknecht ohne Rücksicht auf Verluste und seinen Partner Gert Heyns Vollgas mitgegangen war. Als Forster platt fuhr, wurde von Frischknecht blitzschnell das Hinterrad abgegeben, der sich dann mit dem platten Laufrad abplagen durfte. Zeitverlust: Nur wenige Sekunden, was normalerweise mehrere Minuten hätte dauern können.

Drei Stunden nach dem Start hatte sich der Vorsprung des Führungsquartetts auf vier Minuten vergrößert - somit rechnerisch das Gelbe Zebratrikot wieder in Schweizer Hand. Die BULLS-Heroes Stiebjahn/Huber kämpften mit in der Verfolgergruppe auch um ihren Podestplatz der Gesamtwertung. Denn ihre direkten Konkurrenten von Trek Selle San Marco, die Italiener Damiano Ferraro und Samuele Porro, lagen nur eine Minute hinter ihnen. Fumic hatte einen richtig schweren Tag, die Führungsarbeit lag bei Avancini, der immer wieder fast zu schnell für seinen deutschen Partner unterwegs war, vor allem in den kurzen bissigen Anstiegen der heutigen Königsetappe.

Die Belohnung nach einem harten Kings Climb waren die Helderberg Trails, die Schurter mit zahlreichen Tailwhips genoss. Forster passte in einer Rechtskurve kurz nicht auf und schoss gerade aus raus. Kurz abgelegt, Kette wieder aufgelegt und weiter gings. Die Pyga-Fahrer und Schurter/Forster drückten weiter aufs Gas, auch wenn Buys, der 2017 zusammen mit Nino Schurter gefahren war, zwischendurch schwer zu kämpfen hatte. Doch irgendwie erholte sich der Südafrikaner wieder - ein möglicher Etappensieg wirkte wie die sprichwörtliche Karotte vor dem Lenker. Kurz vor der Zieleinfahrt schob im Singletrack dann Forster noch Philip Buys nach vorne - ein klares Zeichen, dass sie den Locals den Etappensieg gönnen würden. Beukes war schon vorneweg gesprintet, um die Chancen zu erhöhen – dies war der erste afrikanische Etappensieg bei einem Cape Epic seit vier Jahren.

Nino Schurter: „Das war eine harte Etappe, unser Plan war es von Anfang an auch, es hart zu machen. Wir fuhren vorne weg, der Platten von Lars hat glücklicherweise nicht viel Zeit gekostet. Wir hatten eine perfekte Situation vorne gemeinsam mit den Pyga-Jungs. Sie konnten die Etappe haben und wir wollten so viel Zeit wie möglich rausholen für die Gesamtführung.“
Da Ferraro und Porro mit Unterstützung ihrer Teamkollegen Casagrande und Rabensteiner die Verfolgergruppe eingeholt und dann sogar stehen gelassen hatten, rutschte Cannondale Factory Racing vom Etappenpodest. In der Gesamtwertung schob sich Trek Selle San Marco damit an den BULLS vorbei. Rund sechseinhalb Minuten liegen nun zwischen Rang 3 und 4 des Gesamtklassements. Manuel Fumic und Henrique Avancini liegen nun 5.13,6 Minuten hinter den Führenden, an den restlichen 2 Tagen nicht uneinholbar - aber die Moral und vor allem die Erholungsfähigkeit sind nun entscheidende Faktoren.

Nach einem schweren Sturz von Jochen Käß, bei dem die Felge des Vorderrads komplett brach, sind Centurion Vaude nicht mehr im Rennen.

Geburtstagskind Langvad mit van der Breggen heute Etappenzweite - Supertag für Adelheid Morath und Candice Lill

Adelheid Morath und Candice Lill (Summit Fin) hatten einen super Tag - und holten sich ihren ersten Etappensieg. Zwar wäre dies auch ein schönes Geburtstagsgeschenk für Annika Langvad (Specialized Song Investec) gewesen, doch die Dänin nahm die heutige lange Etappe etwas ruhiger - vor allem auch, weil ihre Partnerin Anna van der Breggen mit sich und einem Sturz zu kämpfen hatte. „Heute war der längste und härteste Tag meines Lebens auf einem Rad“, stellte hinterher die niederländische Olympiasiegerin und Weltmeisterin (Straße) fest - das will etwas heißen. Man merkt, dass die Strapazen des Cape Epics an Tag 6 sich langsam abzeichnen. Vor allem bei den Gesamtführenden Langvad/van der Breggen, die in den ersten Tagen mit hohem Druck unterwegs waren. Die deutsche Adelheid Morath und Candice Lill dagegen kommen immer besser in Tritt und fuhren ein souveränes Rennen. Ihr Etappensieg und vor allem der Abstand zu Kross-Spur Racing, Ariane Lüthi und Maja Wloszczowska von 30 Minuten lässt für einen 2. Gesamtrang hoffen.
„Großen Respekt für meine Partnerin Anna“, meinte die Dänin Langvad an ihrem 35. Geburtstag im Ziel, „ich kenne das Gefühl selbst, wenn man bei Kilometer 20 am liebsten kurz vor der Ziellinie sein möchte. Aber da kamen noch 80 Kilometer. Wenn die Beine und der Kopf nicht wollen, ist es eine umso größere Leistung sich durchzubeißen. Wir müssen als Team arbeiten, die Teamleistung wird auch immer besser, aber treten muss Anna alleine“. Die Niederländerin war sichtbar angeschlagen im Zielbereich in Stellenbosch: „Diese vielen Anstiege haben mich fertig gemacht, immer wieder rauf und runter, das war endlos heute“.

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