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Cavendish/Keisse kontern Angriff von Dillier/Lampater und siegen im Finale der Sixday-Nights Zürich
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30.11.2014

Cavendish/Keisse kontern Angriff von Dillier/Lampater und siegen im Finale der Sixday-Nights Zürich

Info: Bahnradsport: Sixday-Nights Zürich 2014
Autor: Felix Griep (Werfel)



Zürich, 30.11.2014 – Mit noch mindestens fünf siegfähigen Mannschaften gab es in der Nacht von Samstag auf Sonntag im Zürcher Hallenstadion eine äußerst spannende Final-Jagd, die schlussendlich in einem Duell der jeweiligen Teams der beiden Vorjahressieger gipfelte. Kaum 15 Runden vor dem Ende gelang dem Schweizer Silvan Dillier mit seinem deutschen Partner Leif Lampater der vermeintlich entscheidende Rundengewinn, doch der erfahrene Belgier Iljo Keisse und der britische Topsprinter Mark Cavendish nutzten die wenige verbliebene Zeit für einen Konter, der sie zu den Siegern der Sixday-Nights machte. Spannend verlief auch das Finale des UIV-Cups, den die Italiener Matteo Alban/Riccardo Donato nach Punkten vor Simon Bigum/Elias Helleskov Busk für sich entscheiden konnten. Gesamtsieger der Steher wurde Patrick Kos, der diesen Erfolg mit seinem ersten Etappensieg besiegelte.


Resultate: Profis | UIV-Cup | Steher
Berichte: 1. Nacht | 2. Nacht | 3. Nacht | 4. Nacht


Die Ausgangssituation für die letzten Nacht

Es waren die Top3 des Sechstagerennens von Gent, die – in derselben Reihenfolge wie sie eine Woche zuvor in Belgien auf dem Podest standen – als Bestplatzierte in die Final-Nacht der Sixday-Nights Zürich starteten. Kenny De Ketele/Jasper De Buyst führten punktgleich vor Mark Cavendish/Iljo Keisse und sieben Zähler vor Silvan Dillier/Leif Lampater. Dennoch war keinem dieser Teams das Podium bereits sicher, denn mit nur je einer Runde Rückstand lauerten David Muntaner/Albert Torres, Alex Rasmussen/Marc Hester und Tristan Marguet/Marcel Kalz auf die nicht unrealistische Chance, noch einen der ersten drei Plätze zu ergattern.
   Stand nach der 3. Nacht   
1 De Ketele/De Buyst  0 180
2 Cavendish/Keisse    0 180
3 Dillier/Lampater    0 173
4 Muntaner/Torres    -1 164
5 Rasmussen/Hester   -1 153
6 Marguet/Kalz       -1 149

Verfolger nutzen kleine Jagd zum Aufholen

Die 4. Nacht bot zunächst eine Gelegenheit zum Punktesammeln in den ersten Wertungssprints. Cavendish/Keisse waren besonders gierig, strichen etwas mehr als die Hälfe der maximal möglichen Punkte ein und übernahmen vorerst die Führung. Diese galt es in der kleinen Jagd zu verteidigen, in welcher jedoch nicht die Top3, sondern die Mannschaften auf den Plätzen vier bis acht des Klassements die Hauptrolle spielten. So arbeiteten sich Muntaner/Torres, Rasmussen/Hester und Marguet/Kalz in die Nullrunde vor, in welcher sich damit nicht weniger als sechs der zwölf am Rennen teilnehmenden Teams versammelten. Auch Roger Kluge/Jesper Mørkøv und Claudio Imhof/Gaël Suter gelang in der kleinen Jagd ein Rundengewinnen, sie lagen danach mit drei bzw. vier Runden Rückstand aber immer noch weit von der Spitze entfernt. Marguet sparte, obwohl direkt im Anschluss das Rundenzeitfahren folgen sollte, nicht an seinen Kräften und entschied mit einem starken Sprint die Jagd schlussendlich zu seinen Gunsten.
 Stand nach der kleinen Jagd 
1 Cavendish/Keisse    0 196
2 De Ketele/De Buyst  0 190
3 Muntaner/Torres     0 182
4 Dillier/Lampater    0 181
5 Marguet/Kalz        0 176
6 Rasmussen/Hester    0 164

5 der 6 Topteams erreichen zweite Bonusrunde

Marguet war diesmal im Rundenzeitfahren aber nicht der einzige, der mit Ankündigung die von ihm eine Nacht zuvor auf 9,755 Sekunden verbesserte Rekordmarke angreifen wollte. Auch sein Schweizer Landsmann Suter probierte es und kam mit 9,866 Sekunden, abgesehen von Marguet, als erster Fahrer unter die 10-Sekunden-Marke. Marguet behielt in diesem High-Speed-Duell zwar mit 9,813 Sekunden die Oberhand, konnte den Rekord aber ebenfalls nicht noch einmal brechen. Cavendish/Keisse fuhren die viertbeste Zeit und kamen als erstes Team auf 200 Punkte. Gleich danach brachte ein Sieg in der Mannschaftsausscheidung auch De Ketele/De Buyst einen zweiten Bonus und die Belgier eroberten sogar die Führung zurück. Der erste Derny-Lauf, den Lampater im Fotofinish gegen Keisse gewann, nachdem De Buyst lange in Führung gelegen hatte, brachte Dillier/Lampater und Muntaner/Torres eine Bonusrunde. Marguet/Kalz meisterten den Sprung über die 200 Punkte mit einem Erfolg im Balustradensprint, nur Rasmussen/Hester schafften es nicht mehr und mussten mit einem Runden-Handicap in die Final-Jagd gehen. De Ketele/De Buyst hatten sich in den letzten Wertungssprints die Führung bewahrt, aber selbst die auf Rang fünf zurückgefallenen Dillier/Lampater lagen nur 24 Punkte entfernt.
   Stand vor der Finaljagd   
1 De Ketele/De Buyst  0 228
2 Cavendish/Keisse    0 221
3 Muntaner/Torres     0 214
4 Marguet/Kalz        0 209
5 Dillier/Lampater    0 204
6 Rasmussen/Hester   -1 182

Cavendish/Keisse warten lange bis zur entscheidenden Attacke

Nachdem alle kleinen Wettbewerbe abgeschlossen waren – zu erwähnen sei noch der Autosprint, den Suter mit einem bestaunenswerten Angriff entschied, als gerade eine Runde vor Schluss ein Fluchtversuch von Muntaner/Torres zu Ende ging – war die Final-Jagd an der Reihe, welche die Ausgeglichenheit des Feldes nochmals unterstrich. Am Ende der einstündigen Américaine hatte das schlechteste Team nur drei Runden auf die Besten verloren; in Gent waren es neun. Die nach Punkten am weitesten zurückliegenden Dillier/Lampater und Marguet/Kalz versuchten durch offensive Fahrweise einen Vorteil zu ergattern; als einmal ein Schweizer Trio aus Dillier, Marguet und Suter gemeinsam attackierte, war besonders großer Beifall von den Zuschauerrängen zu hören. 50 Runden vor dem Ende war man nach ständigem Hin und Her aber wieder bei der Ausgangsposition angelangt. Nach einem schnell vereitelten Angriff von Marguet/Kalz und einer ersten Sprintwertung, bei der sie selbst leer ausgingen, warfen Dillier/Lampater der Konkurrenz den Fehdehandschuh hin. Minutenlang kämpften sie gegen das von De Ketele/De Buyst angeführte Feld, bis sie weniger als 15 Runden vor Schluss den Rundengewinn perfekt machten. Unmittelbar zuvor hatten Cavendish/Keisse zum Gegenangriff geblasen und konnten ein nun träger gewordenes Feld tatsächlich noch umrunden. Ein Vorsprung von 21 Punkten auf Dillier/Lampater bescherte Cavendish seinen ersten Sieg überhaupt bei einer Sixdays-Verstaltung und Keisse seinen dritten Erfolg in Zürich innerhalb von vier Jahren. Die Gent-Sieger De Ketele/De Buyst weisen zwar am Ende immer noch die meisten Punkte auf, hatten sich aber in der Verfolgung von Dillier/Lampater so sehr aufgerieben, dass sie dem entscheidenden Vorstoß von Cavendish/Keisse nichts mehr entgegenzusetzen hatten.
          Endstand           
1 Cavendish/Keisse    0 245
2 Dillier/Lampater    0 224
3 De Ketele/De Buyst -1 250
4 Marguet/Kalz       -1 233
5 Muntaner/Torres    -1 214
6 Rasmussen/Hester   -2 188
-> Zum vollständigen Endstand und allen Resultaten der Profis



UIV-Cup: Entscheidung zwischen Italien und Dänemark erst im letzten Sprint

Viele Stunden bevor die Profis ihre Final-Jagd ausfochten, fiel bereits die Entscheidung im UIV-Cup, in dem die letztjährigen Dritten Simon Bigum/Elias Helleskov Busk aus Dänemark und die Italiener Matteo Alban/Riccardo Donato nach drei Nächten punktgleiche Spitzenreiter waren. Da keines dieser Teams den Gegner aus den Augen ließ und auch sonst niemand einen Rundengewinn einfahren konnte, blieb es bis zum Schluss bei neun rundengleichen Teams und die Entscheidung musste an den drei Sprintwertungen, bei denen am letzten Abend doppelte Punkte vergeben wurden, herbeigeführt werden. Die erste gewannen Alban/Donato vor Bigum/Busk, verschafften sich einen Vorsprung von vier Punkten. Dieser wurde an der zweiten Wertung, bei welcher die Österreicher Tobias Wauch/Stefan Mastaller vorne lagen, auf zwei Punkte verkürzt. Das Duell bei der alles entscheidenden letzten Wertung lautete Donato gegen Bigum und der etwas schnellere Italiener stellte den Endstand von 52 zu 46 Punkten her. Wauch/Mastaller belegen mit 23 Punkten Rang drei, acht Zähler vor dem Schweizer Pascal Dieterich und dem Deutschen Stefan Schneider.

-> Zum Endstand und allen Resultaten des UIV-Cup



Steher: Kos lässt Birrer und Atzeni in Tages- und Gesamtwertung hinter sich

Das Finale der Steher führte die sechs Starter und ihrer Schrittmacher über die längste Distanz dieser Sixday-Nights; 150 Runden waren zu absolvieren. Der in der Gesamtwertung führende Patrick Kos, an den vorherigen Abenden einmal Dritter und zweimal Zweiter, befand sich lange in erster Position auf der Bahn. Erst etwa zehn Minuten vor Schluss kamen seine Konkurrenten Mario Birrer und Giuseppe Atzeni wieder näher heran. Auf den letzten Runden machten Birrer und sein Schrittmacher Helmut Baur Ernst und lieferten dem von seinem Vater René geleiteten Patrick Kos einen großen Kampf, den der Niederländer doch für sich entscheiden konnte. Wobei ihm selbst bei einem zweiten Platz der Gesamtsieg sicher gewesen wäre. So wurde Kos mit drei Punkten Vorsprung auf Birrer und Atzeni, dessen Siegesserie nach zuvor vier erfolgreichen Jahren gerissen ist, der erste ausländische Sieger im Steher-Wettbewerb seit Wiederbelebung der Sixdays in Zürich zum Jahreswechsel 2006/07.

-> Zum Endstand und allen Resultaten der Steher



Nächstes Highlight im Bahnradsport ist der Weltcup in London in der kommenden Woche (5.-7. Dezember). Im neuen Jahr stehen dann noch vier Sechstagerennen auf dem Programm: Rotterdam (2.-7. Januar, u.a. mit De Ketele/De Buyst und Terpstra/Keisse), Bremen (8.-13. Januar), Berlin (22.-27. Januar) und Kopenhagen (29. Januar-3. Februar).





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