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Britannia Rules: Rachel Atherton und Danny Hart holen Downhill-WM-Titel in Val di Sole
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11.09.2016

Britannia Rules: Rachel Atherton und Danny Hart holen Downhill-WM-Titel in Val di Sole

Info: MTB-WELTMEISTERSCHAFT DOWNHILL 2016 IN VAL DI SOLE
Autor: Heike Oberfeuchtner (H.O.)



Val di Sole, 11.09.2016 - Die 28-jährige Britin Rachel Atherton und ihr 24-jähriger Landsmann Danny Hart haben im Val di Sole (Trentino, Norditalien) ihr anhaltendes Leistungshoch unter Beweis gestellt und nach mehrere Weltcup-Siegen in Folge auch die WM-Titel im Downhill Mountainbiking geholt.

Eine perfekte Saison
Rachel Atherton entschied nach allen Einzel-Weltcups und dem Gesamtweltcup das wichtigste Rennen des Jahres für sich und machte ihre ohnehin fantastische Saison zu einer perfekten. Es war ihr zweiter WM-Titel in Folge und der vierte insgesamt, wobei Nr. 1 im Jahr 2008 ebenfalls aus Val di Sole stammte.
Der 2200 Meter lange Parcours mit bis zu 66 % Gefälle wurde von Experten als schwerster WM-Kurs aller Zeiten eingestuft und war stellenweise von zentimetertiefem Sand überzogen, sodass die Reifen keinen Grip fanden. Athertons gefährlichste Konkurrentin, nach den Leistungen der letzten Wochen zu urteilen, startete schon relativ früh: Die französische Meisterin Myriam Nicole hatte einen Großteil der Saison verpasst und stand im UCI-Ranking (Basis der Startreihenfolge) entsprechend tief. Nicole absolvierte einen anscheinend makellosen Lauf, aber überall, wo sie brillant agierte, packte Atherton am Ende noch einen drauf. Wenn sie sich nicht einen winzigen Fehler geleistet hätte, wäre vermutlich sogar ein größerer Vorsprung als 3,114 Sekunden möglich gewesen.

Carpenter schwer gestürzt
Außer Nicole blieb nur noch eine weitere Fahrerin innerhalb von 10 Sekunden Abstand zur Siegerin: die australische Meisterin Tracey Hannah, die am Anfang absolut überzeugte, dann aber zu viel wollte und so, zum vierten Mal in ihrer Karriere, mit Bronze vorliebnehmen musste. Alle anderen Frauen fuhren praktisch in einer anderen Liga, so hatten Marine Cabirou (Frankreich), die Junioren-Weltmeisterin von 2015, und Tahnee Seagrave (Großbritannien) als Vierte und Fünfte 24 bzw. 25 Sekunden Rückstand. Die Schweizerin Carina Cappellari kam auf den elften Platz, Landsfrau Lea Rutz wurde 23te von 24 Finishern. Die Deutschen Sandra Rübesam, Kim Schwemmer und Harriet Rücknagel belegten die Plätze 18, 20, und 22. Ex-Weltmeisterin Manon Carpenter (Großbritannien) stürzte schwer und schied aus.

-> Zum Resultat Frauen Elite

Spezialist für Extremsituationen
Im Rennen der Männer häuften sich dann die Stürze und die "red flaggs". Das sind Situationen, in denen die dem gestürzten Fahrer nachfolgenden Athleten von der Strecke geholt werden und die Jury den Wettkampf anhält. Angesichts dessen ist es kaum zu glauben, was die Top20-Fahrer der Welt aus dem Parcours noch herausholen konnten. Vor allem Laurie Greenland, der Juniorenweltmeister des letzten Jahres, verblüffte mit einer Hochgeschwindigkeitsfahrt auf Messers Schneide. Allein deswegen verpasste der junge Brite die Goldmedaille bei seiner ersten Elite-WM, weil Landsmann und MS Mondraker-Teamkollege Danny Hart nach drei Weltcup-Siegen in Folge auch heute ein Sensationslauf gelang.
Hart bewegte sich am absoluten Limit und brachte so fast drei Sekunden zwischen sich und Greenland. Seinen Ruf als Regenkönig, den ihm sein erster WM-Sieg in Champéry 2011 eingebracht hatte, dürfte er jetzt los sein. Feuchtigkeit und Matsch suchte man heute nämlich vergebens. Aber sein Image als Spezialist für Extremsituation bleibt ihm erhalten. Nach ein paar mageren Jahren, die seinem ersten Regenbogentrikot folgten, hat Hart, der in wenigen Tagen 25 wird, den Schalter wieder umgelegt.

Gwin bei der WM weiter glücklos
Vorjahressieger Loic Bruni büßte durch einen Platten alle Chancen ein, aber Frankreich durfte sich dank Florent Payet dennoch über Bronze freuen (+5,047). Weltcup-Gesamtsieger Aaron Gwin (USA) wurde in dem erstaunlich pannenfreien Wettkampf ebenfalls durch einen Defekt gestoppt und muss auf den einzigen in seiner Sammlung noch fehlenden Titel weiterhin verzichten. Der Brite Bernard Kerr und der Franzose Rémi Thirion wurden Vierter und Fünfter. Der Österreicher Markus Pekoll erzielte einen starken zwölften Platz. Sein Landsmann Andreas Kolb wurde 28ter, David Trummer schied nach Sturz aus. Für die Schweiz stehen die Plätze 43 (Nick Beer), 46, 69 und 96 zu Buche. Bester Deutscher war Jasper Jauch auf 33. Außerdem verbuchte der BDR die Plätze 45, 49, 51, 60, 68 und 100 unter 101 Fahrern, die das Ziel erreichten.

-> Zum Resultat Männer Elite





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