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XC-Weltcup Val di Sole: Wloszczowska beendet Durststrecke - Kerschbaumer fordert Schurter heraus
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08.07.2018

XC-Weltcup Val di Sole: Wloszczowska beendet Durststrecke - Kerschbaumer fordert Schurter heraus

Info: MTB: WELTCUP VAL DI SOLE 2018
Autor: Heike Oberfeuchtner (H.O.)



Val di Sole, 08.07.2018 - Beim Cross-Country-Weltcup im Val di Sole (Italien) hat die Polin Maja Wloszczowska (Kross Racing Team) ihren ersten Weltcup-Sieg seit sechs Jahren gefeiert. Ihrer Teamkollegin Jolanda Neff reichte ein dritter Platz, um die Gesamtführung erneut zu übernehmen, weil Annika Langvad (Specialized) das Rennen frühzeitig aufgeben musste. Bei den Männern sah es lange Zeit nach einem überlegenen Solo-Sieg von Nino Schurter (Scott-SRAM MTB Racing) aus, doch am Ende musste sich der Weltmeister den Triumph gegen Lokalmatador Gerhard Kerschbaumer (Torpado Gabogas) hart erkämpfen.

Langvad bei Sturz am Arm verletzt
Ein Massensturz zu Beginn des Frauenrennens warf auch die dreifache Short-Track-Gewinnerin und Weltcup-Führende Annika Langvad (Specialized Racing) zu Boden. Dabei zog die Dänin sich eine schmerzhafte Verletzung am linken Arm zu, die eine sofortige Aufgabe zur Folge hatte. Betroffen war u. a. auch die niederländische Meisterin Anne Tauber (CST Sandd American Eagle), die Dritte des Short Track Race vom Freitag, die im Laufe des Rennens zwar viel von ihrem Rückstand wettmachen konnte, aufgrund eines weiteren Sturzes in der vorletzten Runde aber mit Platz 10 zufrieden sein musste. Zunächst zogen Weltmeisterin Jolanda Neff (Kross Racing) und die französische Meisterin Pauline Ferrand-Prévot (Canyon Factory Racing XC) davon, dann bildete sich noch während der ersten von 6 vollen Runden eine Fünfergruppe, welcher außerdem die kanadische Meisterin Emily Batty (Trek Factory Racing XC), die polnische Meisterin Maja Wloszczowska (Kross) sowie die Norwegerin Gunn-Rita Dahle-Flesjaa (Merida) angehörten.

Dahle (45) wieder auf dem Weltcup-Podium
Wloszczowska zog bereits in der vierten Runde das Tempo merklich an, wurde aber von Ferrand-Prévot wieder zur Ordnung gerufen. In der fünften Runde versuchte die frühere Weltmeisterin es erneut und diesmal kam sie wirklich weg. Mit 10 Sekunden Vorsprung passierte sie das Ziel ein letztes Mal. Neff, die zuvor den stärksten Eindruck gemacht und die schwierigsten Linien gewählt hatte, befand sich zu diesem Zeitpunkt an Position 2, doch ein Strauchler im Uphill führte dazu, dass Batty an sie herankommen konnte. Später schüttelte die Kanadierin die Schweizerin sogar ab und sicherte sich 9 Sekunden hinter Wloszczowska den zweiten Platz. Neff wurde mit 30 Sekuden Rückstand Dritte, Ferrand-Prévot, die schon früher hatte abreißen lassen müssen, wurde Vierte und Dahle-Flesjaa verbuchte mit 45 Jahren das 70. Weltcup-Podium ihrer Karriere. Unmittelbar dahinter kam mit Alessandra Keller (Thömus-RN Racing) die jüngste Teilnehmerin ins Ziel. Elisabeth Brandau war beste Deutsche auf Rang 8. Für Maja Wloszczowska, die Gesamtzweite des Vorjahres, war es der erste Weltcup-Sieg seit Pietermaritzburg 2012. In der Gesamtwertung führt jetzt wieder Jolanda Neff, und zwar mit 52 Punkten Vorsprung vor Langvad. Ein Wort zum MTB-Weltcup-Debüt von Anna van der Breggen: Die Straßen-Olympiasiegerin wurde beachtliche Dreißigste.

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Schurter zieht davon - scheinbar uneinholbar
Die Männer mussten sieben volle Runden zurücklegen und hatten mit derselben großen Hitze zu kämpfen wie zuvor die Frauen. Nino Schurter (Scott-SRAM), der vor zwei Wochen übrigens aufgrund eines Defekts seinen Schweizermeistertitel praktisch kampflos an Mathias Flückiger (Thömus-RN) abgeben musste, zog schon unmittelbar nach der Start Loop das Tempo an. Mathieu van der Poel (Corendon-Circus), der neue niederländische Straßen(!)-Meister, und der Brasilianer Henrique Avancini (Cannondale Factory) blieben dran, aber als noch weitere Fahrer aufschließen wollten, öffnete Schurter den Gashahn erneut. Der Weltmeister und Olympiasieger, der zu Ehren des Scott-Firmenjubiläums ganz im Retro-Look der 1980er unterwegs war, lag so ab der zweiten Runde alleine vorne. Im Handumdrehen baute er seinen Vorsprung auf 25 Sekunden aus. Die Verfolgergruppe, in der sich neben den bereits genannten Fahrern auch der italienische Meister Gerhard Kerschbaumer (Torpado Gabogas) und Europameister Florian Vogel (Focus XC) befanden, fiel bald auseinander. Kerschbaumer etablierte sich hinter Schurter an Position 2, Van der Poel an Position 3 und dahinter lieferten sich Vogel und Avancini ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Brasilianer Avancini erstmals unter den Top5
Kerschbaumer, den trotz seines Heimsvorteils und seines Siegs in Graz im Mai und zweier weiterer Siege im Juni keiner auf der Rechnung gehabt hatte, fehlten eingangs der 5. Runde lediglich 10 Sekunden auf Schurter. Auf der vorletzten Runde holte er den Top-Favoriten sogar ein und setzte sich frech gleich mal an die Spitze. Später erhöhte der Schweizer, Sieger im Val di Sole 2010, 2013, 2015 und 2017, zwar wieder den Druck, Kerschbaumer blieb aber stoisch an seinem Hinterrad. Auf den letzten Metern der letzten Runde verpokerte der frühere U23-Weltmeister sich allerdings. Er fuhr wieder vorne, verschleppte das Tempo, wartete vergebens auf eine Reaktion von Schurter und beschleunigte dann plötzlich. Schurter ließ sich natürlich nicht überraschen, ging als Erster in die letzte Abfahrt und gab den dort erzielten Vorsprung bis zur kurzen Zielgeraden nicht mehr auf. Er feierte seinen 29. Weltcup-Erfolg und "Man of the Day" Gerhard Kerschbaumer durfte sich immerhin über das beste Weltcup-Resultat seiner Elite-Zeit freuen, auch wenn er die ganz große Sensation vor Heimpublikum verpasste. Van der Poel, Sieger am Freitag im Short Track Race, wurde Dritter (+1:09) und Avancini, der Vogel distanziert hatte, kam als erster Brasilianer überhaupt auf das Podium eines Cross-Country-Weltcups. Die sonst so starken Franzosen hatten keinen guten Tag; Bester war Stéphane Tempier (Bianchi) auf Platz 7. In der Gesamtwertung beträgt Schurters Vorsprung auf Van der Poel nun gewaltige 310 Punkte.

-> Zum Resultat Männer Elite





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