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Drei harte Jura-Berge inklusive Ankunft am Grand Colombier – Etappe 15 der Tour de France 2020
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12.07.2020

Drei harte Jura-Berge inklusive Ankunft am Grand Colombier – Etappe 15 der Tour de France 2020

Info: TOUR DE FRANCE 2020 (2.UWT)
Autor: Felix Griep (Werfel)



12.07.2020 – Von Lyon, wo die vorherige Etappe zu Ende gegangen war, geht es für die Tour de France zum nächsten Gebirge. Im Jura warten drei Berge, die jenen der Pyrenäen und Alpen in nichts nachstehen und für eine der schwersten Etappen der ganzen Rundfahrt sorgen. Die Bergankunft am Grand Colombier – ein Novum bei der Frankreich-Rundfahrt! – ist vor allem für Thibaut Pinot eine ganz besondere.


Wegen der Coronakrise wurde die Tour de France um rund zwei Monate verschoben und findet nun vom 29. August bis 20. September statt. In dem ursprünglich geplanten Austragungszeitraum vom 27. Juni bis 19. Juli können wir also leider noch nicht über das Rennen berichten, nutzen die Gelegenheit aber, um Tag für Tag einen genaueren Blick auf die Strecke der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt zu werfen, welche unverändert zu ihrer Präsentation im Oktober letzten Jahres bleibt.


Die Strecke des Tages

Etappe 15: Lyon - Grand Colombier (175 km)

Die ersten 100 Kilometer der Etappe bis nach Artemare sind komplett flach, doch dann wird es auf den letzten 75 Kilometern richtig hart. Der erste der drei langen Anstiege ist die Montée de la Selle de Fromentel (11,1 km à 8,1%), auf deren letzten drei Kilometern der Schnitt 13% und das Maximum 22% beträgt! Nach einer kurzen Abfahrt folgt sogleich der Col de la Biche (6,9 km à 8,9%). Da jetzt noch immer 45 Kilometer zu fahren sind, haben die Kapitäne vielleicht noch nicht alle Karten auf den Tisch gelegt, aber wahrscheinlich zahlreiche Helfer verloren. Eine lange Abfahrt gibt dann nur wenig Zeit zur Erholung, bevor es von Culoz aus zum Schlussanstieg auf den Grand Colombier (17,4 km à 7,1%) geht.


Montée de la Selle de Fromentel und Col de la Biche – Grand Colombier



Wichtige Orte und Berge

Grand Colombier bei der Tour de France

Für die Tour de France ist der Grand Colombier noch eine relativ neue Entdeckung und war bislang stets nur vorletzter Berg auf Etappen, die im Tal geendet haben. 2012 war Thomas Voeckler der erste Gewinner dieser HC-Bergwertung und holte sich schließlich auch den Etappensieg. 2016 ging die Bergwertung an Rafal Majka, der den Etappensieg dann aber Jarlinson Pantano überlassen musste. Auch der 2017 auf dem Grand Colombier erfolgreiche Warren Barguil wurde am Ende Etappenzweiter, musste sich seinerzeit Rigoberto Uran geschlagen geben. Was die Grand-Colombier-Ersten alle gemeinsam haben: Sie übernahmen auf diesen Etappen jeweils das Bergtrikot, welches sie am Ende der Tour auch nach Paris trugen. Der Col de La Biche wurde übrigens 2017 auf derselben Etappe wie der Grand Colombier zum ersten Mal befahren, während die Montée de la Selle de Fromentel erst 2020 ihre Premiere feiern wird.

Grand Colombier bei der Tour de l'Ain

Der Grand Colombier wurde häufig auch schon von anderen Rennen besucht, zuerst vor rund 40 Jahren von der Tour de l'Avenir und auch einige Male vom Critérium du Dauphiné. Aber bei keiner Rundfahrt spielt er eine solch große Rolle wie bei der Tour de l'Ain. Seit deren erster Austragung im Jahr 1989 gab es dort sogar zahlreiche Bergankünfte, und immer, wie bei der Tour de France 2020, über den in Culoz beginnenden Anstieg. Die letzten beiden Bergankünfte gewann 2019 und 2011 jeweils Thibaut Pinot, der überdies auch 2017 und 2010 Erster auf dem Gipfel war, als die Etappen jeweils im Tal endeten. Die Liste der Etappensieger am Grand Colombier umfasst des Weiteren folgende Namen: Barne Saint-Georges (1989), Christopher Jenner (1999), David Delrieu (2000), Marek Rutkiewicz (2002), Carl Naibo (2005), John Gadret (2007) und Rein Taaramäe (2009).



Denkwürdige Etappen

2011: Einer der ersten großen Siege Pinots

Im Alter von 21 Jahren gelang Thibaut Pinot der Durchbruch im Profi-Radsport und er feierte Ende Juli bei der Tour Alsace seine ersten Siege: Er gewann die Bergankunft am Ballon d'Alsace und die Gesamtwertung. Zwei Wochen später ließ der junge Franzose bei der Tour de l'Ain zwei weitere Etappensiege folgen, einen davon bei der Bergankunft am Grand Colombier. Dort machte Pinot gemeinsame Sache mit David Moncoutié und sie erreichten das Ziel gut eine Minute vor den ersten Verfolgern um Wout Poels, der das Gelbe Trikot trug. Moncoutié, der dank des großen Vorsprungs den Gesamtsieg sicher hatte, überließ seinem jungen Landsmann den Tageserfolg.

2019: Pinot triumphiert in überlegener Manier

Bei seinem zweiten Etappensieg am Grand Colombier im Rahmen der Tour de l'Ain konnte sich Thibaut Pinot acht Jahre später auch als Gewinner der Rundfahrt feiern lassen. Noch vor der Zehn-Kilometer-Marke ließ er alle seine Gegner stehen und wies zwischenzeitlich bis zu eineinhalb Minuten Abstand zu den ersten Verfolgern auf. Am Ende blieben dem ungefährdeten Solisten, der es gegen Ende des Anstiegs etwas ruhiger angehen ließ, noch 52 Sekunden Vorsprung. Bei der Tour de France 2020 wird Pinot es aber mit weitaus stärkeren Gegnern zu tun haben als beispielsweise Mathias Frank, Rein Taaramäe und Elie Gesbert.






Grand Colombier
Grand Colombier

Montée de la Selle de Fromentel und Col de la Biche
Montée de la Selle de Fromentel und Col de la Biche

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