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Deutscher Meister Philipp Walsleben verzichtet auf Weltcup-Start
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27.11.2009

Deutscher Meister Philipp Walsleben verzichtet auf Weltcup-Start

Info: Tagebücher von Philipp Walsleben
Text + Fotos: Armin M. Küstenbrück



27.11.2009 - „Zwei Rennen an einem Wochenende sind mir durch den fehlenden Formaufbau im Sommer momentan einfach zu viel“, sagt Walsleben. Stattdessen startet er beim Superprestige in Gieten am Sonntag.

„Durchwachsen“ waren die vergangenen beiden Renn-Wochen für den Deutschen Cross-Meister Philipp Walsleben aus Kleinmachnow, der vergangene Woche seine 22. Geburtstag feierte. Dabei hatte es noch beim Weltcup in Nommay, wo Walsleben unverschuldet zu Sturz kam, mit dem Formaufbau nach der überstandenen Bakterien-Infektion im Sommer gut ausgesehen. Damals hatte er den 19. Platz belegt. Und auch drei Tage später, beim Jahrmarkt-Cross in Niel, zeigte die Formkurve nach oben und Walsleben konnte mit dem neunten Rang die erste TopTen-Platzierung bei einem internationalen Rennen in dieser Saison einfahren. Doch als ob er schon ein Vorahnung für die kommenden Ereignisse gehabt hätte, sagte er kurzfristig den Start bei seinem Heimatrennen in Kleinmachnow ab, um am nächsten Tag für sein Team BKCP-Powerplus beim Superprestige im belgischen Asper-Gavere an den Start zu gehen - und der Erfolg gab ihm recht: in einem packendenden Rennen belegte er im hochklassig besetzten Feld den 11. Platz - die bislang beste Platzierung in der Superprestige-Serie. „Ich habe mir eine Menge Reisestress gespart und auch ein komplettes Rennen - das war sicher sinnvoll“, sagte Walsleben damals.

Am vergangenen Wochenende versuchte sich der Wahlbelgier dann aber doch an zwei Rennen - und erntete dabei wenig Ruhm: während er am Samstag bei der GvA-Trofee in Hasselt immerhin noch den 20. Platz erreichen konnte, kam am Sonntag beim Superprestige-Rennen Hamme-Zogge der befürchtete Einbruch: mit gerade mal Platz 34 stand Walsleben am Schluss in der Ergebnisliste. „Schon beim Start in Hasselt hatte ich schon gemerkt, dass die Beine nicht so frisch waren wie sonst“, sagte Walsleben nach dem Rennen, das er wie schon so oft in dieser Saison von ganz hinten beginnen musste. Als Cross-Star Sven Nys mit einem Reifendefekt kurzzeitig zurück fiel, nutzte Walsleben seine Chance und kämpfte sich an dessen Hinterrad drei Runden lang wieder nach vorne bis in die Verfolgergruppe, die später um Rang 6 kämpfen sollte. Doch bald musste er dem hohen Tempo der Aufholjagd Tribut zollen und wieder einige Plätze abgeben.

„Natürlich weiß ich, dass man im Cross in einer so großen Gruppe immer unter den ersten Vier fahren sollte, um möglichst viele Kräfte zu sparen, und dass man das Hinterrad von Sven Nys am Besten nie wieder abgibt. Das wissen aber auch die anderen Fahrer, wodurch es auf der Startgeraden jedes Mal zu einem Sprint kam, um die besten Plätze vor der Einfahrt ins Gelände zu ergattern.
Dies und der zusätzliche Einsatz von Ellenbogen überfordert mich leider noch etwas“, schrieb Walsleben nach dem Rennen in seinem Internet-Tagebuch.

Auch am Sonntag in Hasselt klappte der Start noch relativ gut, doch bereits zur Rennmitte gingen Walsleben die Kräfte aus. Zwar peitschten die vielen Zuschauer den jungen Deutschen, der immer weiter zurückfiel und sogar ans Aufgeben dachte, lautstark über den Kurs: „Die schweren Rennen der letzten Wochen, vor allem das in Asper-Gavere, haben mich viele Körner gekostet“, musste der U23-Weltmeister aber nach dem Rennen einräumen. Dennoch zeigte er sich noch am Montag zuversichtlich, am kommenden Samstag beim Weltcup in Koksijde an der belgischen Kanalküste an den Start zu gehen.

Doch am Dienstag entschied die Team-Leitung von BKCP-Powerplus, den jungen Deutschen zu schonen und aus der Schusslinie zu nehmen. „Ich werde daher nur am Sonntag beim Superprestige-Rennen im niederländischen Gieten starten:
dort rechne ich mir höhere Chancen auf eine gute Platzierung aus, auch wenn das Feld kaum schlechter besetzt sein dürfte als beim Weltcup am Tag zuvor“, zeigte sich Walsleben optimistisch und erleichtert, nicht beide Rennen fahren zu müssen: „Das Rennen in den Sanddünen von Koksijde, wo im Januar 2012 die Weltmeisterschaft stattfinden wird, ist sehr, sehr anstrengend“, weiß Walsleben. „Das wäre zuviel für mich - und vielleicht ist am Sonntag der eine oder andere Fahrer doch ein bisschen müder“, erwartet der Wahlbelgier, der im Anschluss an das Rennen mit seinem Team in die spanische Sonne fliegen wird - offiziell zu einem Trainingslager, für den Brandenburger dürfte aber vor allem die Regeneration im Mittelpunkt stehen.
Die wird aber planmäßig unterbrochen für einen kurzen Ausflug nach Frankfurt am Main: Am Nikolaustag wird Walsleben am Bornheimer Hang am Start stehen, wo im kommenden Herbst die Europameisterschaften ausgetragen werden.





Philipp Walsleben
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