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Jan Denuwelaere gewinnt GP Rouwmoer - Stybar nach unfairem Sprint zurückversetzt
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22.12.2012

Jan Denuwelaere gewinnt GP Rouwmoer - Stybar nach unfairem Sprint zurückversetzt

Info: Rennkalender Radcross-Saison 2012/13
Autor: Heike Oberfeuchtner (H.O.)



Essen (Belgien), 22.12.2012 - Bei der bpost bank Trofee in Essen (C1) gab der ehemalige Radcross-Weltmeister Zdenek Stybar (Omega Pharma-Quick Step) das Debüt seiner verkürzten Wintersaison. Doch nach einem sensationellen Auftritt im tiefen Schlamm, endete das Rennen mit einem bitteren Beigeschmack. Im Zielsprint drängte Stybar den 24-jährigen Belgier Jan Denuwelaere (Style & Concept), der ebenfalls eine überraschend starke Leistung abgeliefert hatte, in die Absperrung. Per Juryentscheid wurde der Tscheche auf den vierten Platz relegiert und Denuwelaere zum Gewinner erklärt, während Rob Peeters (Telenet-Fidea) und Niels Albert (BKCP-Powerplus) auf die Ränge zwei und drei nachrückten. Der Weltmeister konnte sich so doch noch fünf Bonussenkunden sichern und seine Führung im Klassement festigen, zumal sein ärgster Konkurrent Sven Nys (Landbouwkrediet) eine halbe Minute Rückstand aufwies.


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Stybar gibt Debüt einer stark verkürzten Saison
So hatte sich Zdenek Stybar sein erstes "richtiges" Querfeldeinrennen nach dem Wechsel ins Straßenradmilieu sicherlich nicht vorgestellt. Dauerregen, Wind und Kälte begrüßten den mittlerweile 26-jährigen Tschechen, der mit einem Sieg beim Charity Event "Boonen and friends" schon gezeigt hatte, dass er das Crossen keineswegs verlernt hat. Auf dem neu gestalteten Parcours in Essen (Antwerpen) nahe der niederländischen Grenze reihte sich ein Schlammpfuhl an den nächsten. Von Runde zu Runde schienen die Pfützen tiefer und die Gefahr eines Defekt immer noch größer zu werden. Doch Stybar, der Radcross-Weltmeister der Jahre 2010 und 2011, war von Anfang an bei den Leuten. Genau wie früher fuhr der immer noch amtierende Landesmeister an der Seite von Sven Nys, Niels Albert, Klaas Vantornout und Kevin Pauwels (beide Sunweb-Revor). Auch Rob Peeters und Jan Denuwelaere - ein 24-jähriger Belgier, der in seiner Zeit als Elite-Fahrer noch nicht allzu viel gewonnen hatte - fanden später Anschluss an die Spitzengruppe.

Hässliches Ende eines spannenden Rennens
Nach dem Zwischensprint, wo Nys sich vor dem bpost bank-Leader Albert die maximale Anzahl Bonussekunden sicherte, waren es weniger die üblichen Verdächtigen, als vielmehr der alte Bekannte und die Außenseiter, welche den Ton angaben. So versuchten sich Vantornout und Peeters an Tempoverschärfungen, vor allem aber erwies sich Denuwelaere als wahrer "modderduivel" (Schlammteufel), wie der Streckenreporter Renaat Schotte es ausdrückte. Nach einer spannenden Schlussrunde mit vielen Positionswechseln war es tatsächlich Zdenek Stybar, welcher auf die asphaltierte Zielgerade als Erster einbog und einen fulminanten Sprint von vorne fuhr. Doch Denuwelaere gab - vermutlich eingedenk seines Siegs in Bredene, wo er 2011 den damaligen Regenbogen-Träger schlug - selbst jetzt noch nicht klein bei. Er ging in den Windschatten des Tschechen und versuchte, linkerhand vorbeizuziehen - ein Manöver, das ihm auch gelungen wäre, wenn Stybar nicht seinen Oberkörper in Richtung des Belgiers geneigt hätte. Denuwelaere wurde so in die Absperrung gedrückt, ging krachend zu Boden und schlitterte fast im selben Moment, als Rob Peeters und Niels Albert ins Ziel sprinteten, über die Linie. Zunächst sah es aus, als habe er sich ernsthaft verletzt, doch nach einer Schockphase konnte Denuwelaere aus eigener Kraft den Ort des Geschehens verlassen.

Albert macht Boden gut im Kampf um bpost bank Trophäe
Es dauerte nicht lange, bis die Rennjury den Gestürzten zum Sieger erklärte. Stybar, welcher sich - schon um nicht den Eindruck zu erwecken, auf der Straße habe man ihm derart ruppige Sprintmethoden beigebracht - schnell bei Denuwelaere entschuldigte, wurde auf den vierten Platz zurückversetzt. Peeters und Albert kamen daher in den Genuss der Ränge zwei und drei. Für den amtierenden Weltmeister hatte dies den Nebeneffekt, dass er weitere fünf Bonussenkunden im Kampf die Trofee abgreifen konnte. Da Sven Nys nach einem Defekt in der Schlussrunde noch 32 Sekunden verlor, beträgt Alberts Vorsprung auf seinen größten Konkurrenten nun insgesamt gar 47 Sekunden. Klaas Vantornout belegte Platz fünf (+0:55). Sechster wurde der Niederländer Thijs van Amerogen (AA Drink), welcher der Spitzengruppe stets dicht auf den Fersen war, obwohl er eine halbe Runde ohne Sattel bestreiten musste (+1:04). Ein Problem mit der Kette hatte dafür gesorgt, dass Kevin Pauwels zurückfiel und sich letztlich mit Rang acht abzufinden hatte. Bart Wellens (Telenet-Fidea), welcher vor Jahresfrist beim GP Rouwmoer seinen bis dato letzten Sieg einfahren konnte, wurde heuer Neunter, vor seinem Teamkollegen Tom Meeusen (+1:46). Julien Taramarcaz (BMC) war bester Schweizer auf Platz elf (+2:09). Marcel Meisen (BKCP), der zu Beginn das Rennen angeführt hatte, erreichte das Ziel als Vierzehnter, gefolgt von Teamkamerad Philipp Walsleben auf 15.

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U23: Van Kessel feiert ersten Saisonsieg
Corné van Kessel hieß der Sieger bei den Nachwuchsfahrern. Dabei profitierte der 21-jährige Niederländer vom Pech des Belgiers Gianni Vermeersch (BKCP-Powerplus), der nach einem längeren Solo in der Schlussrunde zu Fall kam. Auch seinen Landsmann und Teamkollegen Wietse Bosmans musste der Gestürzte noch vorbeiziehen lassen. Hinter Laurens Sweeck (Landbouwkrediet-KDL) wurde Michael Vanthourenhout (BKCP) Fünfter, sodass er die Führung der bpost bank Trofee U23 behalten konnte. Diese Wertung berechnet sich nach wie vor nach Punkten. Vanthourenhout liegt 14 Zähler vor Van Kessel (88 zu 74). Letzterer freute sich umso mehr über seinen ersten Saisonsieg, als ihn dieser einer Vertragsverlängerung bei Young Telenet Fidea näherbringen dürfte.

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Cant gewinnt Frauen-Rennen vor britischem Trio
In Abwesenheit von Vorjahressiegerin Marianne Vos sicherte sich Sanne Cant (Enertherm BKCP) ihren zweiten Sieg innerhalb einer Woche. Insgesamt war es für die belgische Meisterin das vierte Spitzenresultat der Saison. Die Plätze zwei, drei und vier nahm ein britsches Trio ein: Europameisterin Helen Wyman (Kona), gefolgt von Nikki Harris (VZW Young Telenet Fidea) und Gabriella Day. In der Gesamtwertung bleibt Wyman vorne. Sie hat 47 Punkte im Vergleich zu den 44 Punkten von Sanne Cant. Harris ist mit 41 Punkten zurückgefallen auf Rang drei.

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Die nächste bpost bank Trofee findet am 28. Dezember in Loenhout statt. Dann greifen auch die nieuwelingen (Debütanten) ins Klassement-Geschehen ein.





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