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Regenschlacht in Imola: Bennett verkürzt den Rückstand gegenüber Viviani auf 22 Punkte
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17.05.2018

Regenschlacht in Imola: Bennett verkürzt den Rückstand gegenüber Viviani auf 22 Punkte

Info: GIRO D’ITALIA 2018 (2.UWT)
Autor: Felix Griep (Werfel)



Imola, 17.05.2018 – Starker Regen trug im Finale der 12. Etappe des Giro d’Italia zu einer erhöhten Dramatik bei und war maßgeblich daran beteiligt, dass Elia Viviani nicht wie erhofft um seinen dritten Etappensieg sprinten konnte. Aus dem kleinen Hauptfeld abgehängt, schrumpfte der bisher so komfortable Vorsprung des Italieners in der Punktewertung auf seinen Hauptkonkurrenten Sam Bennett gewaltig. Der Ire überstand die Strapazen des Wetters und eines Anstiegs kurz vor dem Ziel und sprintete zum zweiten Mal bei diesem Giro als Erster über die Ziellinie.


Das Profil der 12. Etappe des Giro d‘Italia

Frapporti nun Führender in drei Wertungen
Gleich beim ersten Versuch entstand eine Fluchtgruppe, was verdeutlicht wie gering die Chancen für Ausreißer auf der 12. Etappe der Italien-Rundfahrt eingeschätzt wurden. Nur die italienischen Wildcard-Teams wollten die Gelegenheit nutzen und einen möglichst großen Teil der 214 Kilometer an der Spitze des Rennens mitmischen. Bardiani CSF wurde durch Mirco Maestri und Manuel Senni vertreten, Wilier Triestina-Selle Italia durch Jacopo Mosca und Eugert Zhupa (Wilier Triestina-Selle Italia). Und dann war da noch Marco Frapporti (Androni Giocattoli Sidermec). Der 33-Jährige erhöhte sein Fluchtkilometer-Konto heute von 445 auf 632 und hat damit fast 300 Kilometer Vorsprung auf die nächstbesten Fahrer. In einem Zehn-Jahres-Vergleich sammelte einzig Olivier Kaisen beim Giro 2012 mehr Kilometer als Ausreißer: 683. Da er sich an beiden Zwischensprints des Tages gegen Mosca behaupten konnte, übernahm Frapporti zudem die Führung in der Sprintwertung von seinem Teamkollegen Davide Ballerini und verdrängte in der „Premio della Combattività“ – einer Kombinationswertung aus Punkten für Sprints, Berge und Zielankünfte – Simon Yates (Mitchelton-Scott) von Position eins.

Schreckmoment für Carapaz und Pozzovivo
Der Vorsprung der fünf Ausreißer war rasant auf vier Minuten angestiegen, stagnierte dann aber, als die Sprinterteams ihre ersten Helfer zur Arbeit schickten: Quick-Step Floors setzte natürlich wieder auf den in Israel zweimaligen Etappensieger Elia Viviani, Bora-Hansgrohe auf den auf Etappe 7 erfolgreichen Sam Bennett und Education First-Drapac auf Sacha Modolo, auf dessen Konto bislang je ein zweiter, vierter und fünfter Platz standen. Zwischen 35 und 30 Kilometer vor dem Ende fiel der Vorsprung des Quintetts schlagartig von zwei auf unter eine Minute, womit ihr baldiges Ende besiegelt war. Der Regen, der die Fahrer schon länger begleitet hatte, war nochmal stärker geworden und das Feld teilte sich unter dem hohen Tempo einiger Mannschaften. Plötzlich hatten Fahrer wie Viviani im Ciclamino-Trikot und Richard Carapaz (Movistar) im Weißen und auch der Gesamtvierte Domenico Pozzovivo (Bahrain Merida) zwanzig Sekunden Rückstand auf den ersten Teil des Feldes. Zwar kamen sie kurz vor der ersten Zielpassage wieder heran, aber da stand der schwerste Teil der Etappe ja erst noch bevor.


Das Profil des finalen Rundkurses

Mohoric fast mit zweitem Sieg in drei Tagen
21 Kilometer vor dem Etappenende waren mit Maestri und Mosca die letzten beiden Ausreißer eingeholt worden – nur kurz darauf gab es bereits wieder einen neuen: Tim Wellens (Lotto-Fix All), der als Liebhaber schlechten Wetters gilt, fuhr alleine davon, kam aber nicht allzu weit weg. Mit zwölf Sekunden Vorsprung ging er auf die finale Runde um den Zielort Imola, die 15,3 Kilometer lang war und 7,4 Kilometer vor Schluss noch eine Bergwertung beinhaltete. Wellens wurde im Tre-Monti-Anstieg (4,4 km à 4,1%, max. 10%) bald schon wieder eingeholt, woraufhin es eine lange Reihe neuer Attacken gab, u.a. von Sergio Henao (Sky) und Rohan Dennis (BMC Racing), die jedoch alle verpufften. Erst Diego Ulissi (UAE Emirates) konnte sich rund einen Kilometer vor der Bergwertung leicht absetzen. Auf den letzten ansteigenden Metern schloss Carlos Betancur (Movistar) zu ihm auf und in der Abfahrt rollte der unerschrockene Matej Mohoric (Bahrain Merida) von hinten heran. Der zwei Tage zuvor in Gualdo Tadino siegreiche Slowene legte ein solches Tempo vor, dass Ulissi nicht lange mithalten konnte und drei Kilometer vor dem Ziel eingeholt wurde.

Viviani verliert den Anschluss an das Feld
Mohoric und Betancur hielten für den Rest der Abfahrt einen Vorsprung von etwa fünf Sekunden, den sie auf dem flachen letzten Kilometer auf der Motorsport-Rennstrecke Autodromo Enzo e Dino Ferrari jedoch nicht mehr verteidigen konnten. Ganz langsam kam das Feld näher, bis 300 Meter vor der Ziellinie Sam Bennett (Bora-Hansgrohe) an ihnen vorbeischoss. Mit diesem frühen, schwungvollen Antritt des Iren war die Etappe entschieden. Danny van Poppel (LottoNL-Jumbo) und Niccolò Bonifazio (Bahrain-Merida) folgten mit einigen Metern Abstand auf den Plätzen zwei und drei. Modolo wurde lediglich Dreizehnter und Viviani – der finishte mit neun Minuten Rückstand. Er war noch vor der ersten Zielpassage erneut abgehängt worden, kämpfte sich mutterseelenalleine durch den Regen und hatte im Anstieg keine Chance, wieder nach vorne zu kommen. So blieben die sechs Punkte, die er als zweimaliger Sechster der Zwischensprints kassiert hatte, seine einzigen an diesem Tag und Bennett konnte seinen Rückstand zum Leader der Punktewertung auf 22 Zähler verkürzen. In der Gesamtwertung gab es dagegen keine großen Änderungen: die Top23 gehörten allesamt dem schlussendlich nur 51 Fahrer umfassenden Hauptfeld an.

-> Zum Resultat

Auf der 13. Etappe gibt es für Bennett und Viviani eine neue Chance auf einen Sieg. Die Anstieg zur einzigen Bergwertung 19,3 Kilometer vor dem Ziel (2,9 km à 3,9%, max. 9%) sollte, zumindest bei normalen Wetterbedingungen, kein Hindernis für die Sprinter sein.

Video der Zielankunft






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