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Viviani verweist Bennett in einem weiteren Giro-Massensprint auf Platz zwei
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23.05.2018

Viviani verweist Bennett in einem weiteren Giro-Massensprint auf Platz zwei

Info: GIRO D’ITALIA 2018 (2.UWT)
Autor: Felix Griep (Werfel)



Iseo, 23.05.2018 – 4 zu 2 nach Siegen und 290 zu 232 nach Punkten. So lautet der neue Stand im Duell der beiden besten Sprinter des 101. Giro d’Italia nach der 17. Etappe, bei deren Ankunft Elia Viviani seinen härtesten Konkurrenten Sam Bennet wie fünf Tage zuvor in Nervesa della Battaglia auf Platz zwei verwies. Dem Italiener dürfte das Maglia Ciclamino damit eigentlich nicht mehr zu nehmen sein, vorausgesetzt er übersteht die letzten drei Bergetappen in den folgenden Tagen.


Das Profil der 17. Etappe des Giro d‘Italia

Ein frustrierender Tag für Ausreißer
Die 17. Etappe des Giro d’Italia erinnerte zwangsläufig an die 10. Etappe, auf der der vorherige Gesamtzweite Esteban Chaves (Mitchelton-Scott) abgehängt worden war. Wieder begann ein Teilstück, das vermeintlich in einem Massensprint enden sollte, mit einem recht langen Anstieg. Doch die zehn Kilometer bei durchschnittlich 5,5 Prozent vom Startort Riva del Garda nach Molina di Ledro verliefen diesmal nicht so dramatisch – es wurden keine wichtigen Fahrer abgehängt, das Feld teilte sich nicht und es folgten keine wilden Verfolgungsjagden. Zumindest nicht zwischen verschiedenen großen Feldern. Stattdessen kämpften lange Gruppen in verschiedensten Konstellationen vergeblich darum, sich mehr als nur mal höchstens eine halbe oder dreiviertel Minute vom Peloton absetzen zu können. Die ersten, denen dies gelang, waren Luis León Sanchez (Astana), Alessandro De Marchi (BMC Racing), Ben Hermans (Israel Cycling Academy) und Wout Poels (Sky), die sich nach etwa 90 der 155 Kilometer am letzten von drei Anstiegen der Etappe zu einem Quartett zusammenfanden, das es nach der Abfahrt sogar auf fast zwei Minuten Vorsprung brachte, weil das Hauptfeld durch das Passieren der Verpflegungszone „ausgebremst“ wurde.

Große Gruppen bleiben nicht lange bestehen
Sanchez und De Marchi waren praktisch vom Start weg ständig im Angriff gewesen. Der Spanier führte zusammen mit seinem Astana-Teamkollegen Davide Villella eine 14-köpfige Spitzengruppe über den ersten Anstieg hinweg, zu welcher unter anderem auch Giovanni Visconti (Bahrain Merida), Giulio Ciccone (Bardiani CSF), David De La Cruz und Salvatore Puccio (beide Sky) sowie der Schweizer Sébastien Reichenbach (Groupama-FDJ) zählten. Nach nur knapp 40 Kilometern wurden sie alle wieder eingeholt – bis auf Quentin Jauregui (AG2R La Mondiale), Mattia Cattaneo (Androni Giocattoli Sidermec) und Krists Neilands (Israel Cycling Academy), um die sich kurz darauf eine noch größere neue Gruppe formierte. Unter den dann 18 Fahrer befanden sich natürlich auch wieder Sanchez und Villella, ebenfalls De Marchi, Visconti, Ciccone und Puccio, und zudem beispielsweise Dayer Quintana (Movistar), Zdenek Stybar (Quick-Step Floors) und das Bora-Hansgrohe-Duo Davide Formolo und Christoph Pfingsten. Die meisten von ihnen wurden aber noch vor dem ersten Zwischensprint bei Kilometer 56,4 wieder eingeholt. Nicht so Marco Frapporti (Androni Giocattoli-Sidermec), der diese Prämie gewann und im Sprintklassement bis auf einen Zähler an seinen führenden Teamkollegen Davide Ballerini heranrückte.

Sanchez und De Marchi bleiben am längsten vorn
Im Anstieg nach Lodrino (8,1 km à 4,0%), der als einziger auch mit einer Bergwertung versehen war, bildete sich dann etwas über 80 Kilometer vor dem Ziel eine Gruppe mit acht Fahrern heraus, in der sich bereits das Quartett Sanchez-De Marchi-Hermans-Poels befand. Außerdem waren auch Visconti, Poels‘ Teamkollege Kenny Elissonde, Alexandre Geniez (AG2R La Mondiale) und der Deutsche Maximilian Schachmann (Quick-Step Floors) bei diesem Versuch dabei, der ebenfalls scheitern sollte. Eingeholt wurden sie im dritten Anstieg, wo die erwähnten vier Fahrer aber nicht locker ließen und sich gleich wieder absetzten. Auf der Bergkuppe war ihr Vorsprung noch gering, stieg danach aber recht schnell bis auf 1:48 Minute an. Ab circa 40 Kilometer vor dem Ziel sorgte die Mannschaft Bora-Hansgrohe, die schon den ganzen Tag viel dafür getan hatte, das Rennen schnell und schwer zu machen, zusammen mit LottoNL-Jumbo dafür, dass der Abstand nach und nach wieder zurückging. Dagegen hatten die Ausreißer keine Chance. Die so überaus engagierten, aber glücklosen Sanchez und De Marchi zögerten ihre Einholung noch bis 11,6 Kilometer vor dem Ziel hinaus; Poels und Hermans waren etwas eher zurückgefallen.

Vivianis Sprint-Zug funktioniert im Regenschauer perfekt
Eine kleine Welle im Profil neun Kilometer vor dem Ziel sorgte noch einmal für ein wenig Action, als dort Gianluca Brambilla (Trek-Segafredo) und Robert Gesink (LottoNLJumbo) attackierten, und sich nicht nur Cesare Benedetti (Bora-Hansgrohe), sondern auch Sergio Henao (Sky) und Stybar auf ihre Verfolgung begaben. Doch obwohl die Teams mit den beiden besten Sprintern – Quick-Step und Bora – jeweils einen Mann in der so entstandenen Fünfergruppe hatten, hielt diese Situation nicht lange an. Nachdem sie eingeholt worden waren, versuchte es Maurits Lammertink (Katusha Alpecin) noch auf eigene Faust, wurde aber knapp drei Kilometer vor dem Ende gestellt. Die Sprintankunft, die mitten in einem Regenschauer stattfand, wurde dann von Quick-Step Floors dominiert: Stybar und Fabio Sabatini bereiteten den Weg für Elia Viviani, der souverän seinen vierten Etappensieg einfuhr. Bora-Hansgrohes Sam Bennett hatte es in den Positionskämpfen zu weit nach hinten gespült, so dass er letztlich nur noch bis auf den zweiten Platz vorsprinten konnte. Danny Van Poppel, für den LottoNL-Jumbo sehr viel gearbeitet hatte, wurde Vierter, vor ihm landete noch Niccolò Bonifazio (Bahrain Merida).

-> Zum Resultat

An der Spitze der Gesamtwertung ergaben sich durch diese Sprintetappe keine Änderungen. Für Leader Simon Yates und seine Verfolger wird es auf der 18. Etappe bei der Bergankunft in Pratonevoso (13,9 km à 6,9%) wieder ernst.

Video der Zielankunft






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