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WM Straßenrennen U23: Gerald Ciolek holt WM-Titel nach Deutschland
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23.09.2006

WM Straßenrennen U23: Gerald Ciolek holt WM-Titel nach Deutschland

Info: Straßen-Weltmeisterschaften in Salzburg
Autor: Jörg Schröder

Der große Favorit hat sich den Weltmeistertitel in der Klasse U23 gesichert: Gerald Ciolek. Statt wie erwartet in einem Massensprint setzte er sich am Ende gegen den Franzosen Romain Feillu und dem Russen Alexander Khatuntsev aus einer Gruppe heraus durch. Der Schweizer Danilo Wyss erreicht aus dem Hauptfeld heraus Platz 10.

Zeitfahr-Silbermedaillensieger beginnt forsch
Der Russe Mikhail Ignatiev, Silbermedaillengewinner vom Zeitfahren, startete die erste Attacke des Rennens über 176,8 Kilometer, verteilt auf 8 Runden. In der Folge gab es viele Angriffe auf dem Kurs mit zwei Anstiegen zur Mitte der Runde, die letzten 10 Kilometer dagegen waren abschüssig.
Sehr aktiv auch der Niederländer Robert Gesink, der in vielen Fluchtgruppen vertreten war. Erst in der 4. Runde aber bekam der Russe an der Spitze des Rennens Gesellschaft. Das war der Anfang vom Ende und das Feld schloss auf. In der Folge setzte sich eine Gruppe um den Schweizer Thomas Frei, dem Österreicher Denifl und dem belgischen Zeitfahrweltmeister Dominique Cornu. Im Feld reagierte man aber schnell.

Deutsche unauffällig
Nichts zu sehen war lange Zeit etwas von der deutschen Mannschaft. Zwar setzte man konsequent auf die Karte Massenspurt für Gerald Ciolek, doch gefährlich Fluchtgruppen ließ man ziehen, ohne einen Aufpasser mit zu schicken oder das Loch umgehend zu schließen.

Vorentscheidung am letzten Berg
Erst als es in die letzte Runde ging sah man die Mannen von Bundestrainer Peter Weibel, der in der Vergangenheit so manch unverständliche Entscheidung traf und diesmal auf den WM 4. aus dem letzten Jahr, Carlo Westphal verzichtete, an der Spitze des Feldes. Während er nur als Zuschauer an die Salzburger Strecke durfte, startete für ihn Tony Martin. Dieser war auch die wichtigste Hilfe für Ciolek am Ende. Einige Löcher fuhr er zu, als es dann aber in den letzten Anstieg ging war Ciolek schon alleine. Wie erwartet löste sich eine Gruppe starker Fahrer, die einem Sprint zuvor kommen wollten - und zur Überraschung vieler mitten drin Gerald Ciolek! Die 6 Fahrer erarbeiteten sich einen guten Vorsprung, auch wenn ihnen zunächst der Russe Alexander Khatuntsev entwischte. Das Feld kam von hinten immer näher und war 500 Meter vor dem Ziel nur noch wenige Sekunden zurück. Doch die Gruppe machte den Weltmeistertitel unter sich aus. Und wie eine Selbstverständlichkeit zog Ciolek den Sprint 300 Meter vor dem Ziel an und ließ überhaupt keinen Zweifel daran, wer der Stärkste sei. Deutlich geschlagen geben mussten sich der Franzose Romain Feillu und der Russe Alexander Khatuntsev, die in einem spannenden Zielentscheid die Silber und Bronzemedaille unter sich aufteilten.

Ciolek nächstes Jahr bei den Profis bei T-Mobile
Der umjubelte Sieger aber ist der Überraschungsdeutschemeister von 2005, der auch in diesem Jahr bei großen Rennen aufhorchen ließ und etwa beim Henninger Turm 2. wurde, beim ProTour-Rennen Cyclassics in Hamburg 5. Heute wurde er seiner Favoritenrolle mehr als gerecht, obwohl es gar nicht zum Massensprintentscheid kam. Der wurde erst 5 Sekunden nach dem Sieger um den 6. Platz ausgetragen.
Ciolek ist der erste deutsche Weltmeister seit Jan Ullrich 1993 bei den Amateuren. Zwar wird er im nächsten Jahr das Weltmeistertrikot nicht tragen können, da er zu den Profis ins T-Mobile-Team wechselt, aber er machte sich ein nachträgliches Geburtstagsgeschnek, am 19. September wurde er erst 20 Jahre.

Nach dem Rennen äußerte er sich sehr zufrieden: "Ich habe gewusst, dass sich alle auf die letzte Runde konzentrieren. Am Ende hatte ich die besten Beine". Und auf die Frage, wie sicher er sich am Ende war, gewinnen zu können, antwortete er verschmitzt: "Ein bisschen Spurten kann ich ja auch".

-->Resultat - WM Straßenrennen U23 Herren


Bald T-Mobile-Fahrer Ciolek vor seinem Sieg (Fotoquelle: http://www.t-mobile-team.com)


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