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Frauenradsport am Abgrund?
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08.01.2010

Frauenradsport am Abgrund?

Info: Übersicht Frauen Teams 2010
Autor: Martin Schwarz



08.01.2010 – Die Situation im Radsport ist nicht rosig. Viele Teams sind finanziell angeschlagen, Sponsoren ziehen sich zurück und die Suche nach neuen Geldgebern wird immer schwerer. Viele Teams und Veranstalter in allen Teilen des Radsports kämpfen ums Überleben. Besonders kritisch ist die Situation im Frauenradsport. Von den Massenmedien und der UCI im Stich gelassen ziehen sich zahlreiche Sponsoren wegen mangelnder Medienpräsenz zurück. Einige Teams mussten aufgelöst werden, andere kämpfen noch ums Überleben.

Equipe Nürnberger
Schon früh im letzten Jahr kündigte die Nürnberger Versicherung AG ihren Rückzug aus dem Radsport an. Eigentlich genug Zeit für die Equipe neue Sponsoren zu suchen. Anfang September wurde dann Skyter Shipping als neuer Geldgeber medienwirksam vorgestellt. Doch mit immer neuen Ausreden wurde vonseiten Skyter Shippings die Unterschrift unter den Sponsoringvertrag verschoben und schliesslich musste die Teamleitung im Dezember aus der Presse erfahren, dass Skyter nicht zahlen wird. Doch auch schon die mündliche Sponsorenzusage war rechtsbindend. Das Team hat mittlerweile einen Anwalt eingeschaltet. Das ändert aber nichts daran, dass für die Saison 2010 eine Etatlücke von 800.000 € entstanden ist. Der 14-köpfige Kader war da aber schon verpflichtet, Verträge mit Ausrüstern geschlossen, etc. Die UCI gewährte dem Team mittlerweile eine zweite Fristverlängerung bis 15. Januar, um Team und Budget für 2010 zu melden. Zurzeit läuft alles darauf hinaus, dass das Team mit einer Rumpftruppe und einem Minimalbudget unter neutralem Namen in die Saison starten wird. Den Fahrerinnen wurden mittlerweile freigestellt sich anderweitig umzuschauen. Bei der derzeitigen Situation im Frauenradsport wird es aber selbst für die Spitzenfahrerinnen Trixi Worrack und Nicole Cooke schwer werden überhaupt noch ein Team zu finden, das bereit ist sie aufzunehmen. Trixi Worrack hat bereits angekündigt sich anderweitig umzuschauen, so lange aber für das Team auch ohne Bezahlung weiterfahren zu wollen.

DSB-Bank
Aber nicht nur in Nürnberg sucht man Sponsoren. Auch das ehemalige DSB-Team kämpft. Nachdem der Hauptsponsor im letzten Jahr Insolvenz anmelden musste, sucht das Team nun nach einem neuen Geldgeber. Mit dem ehemaligen Co-Sponsor, dem Agrarinteressenverband Nederland Bloeit, hat man nun ein 10-köpfiges Team um Spitzenfahrerin Marianne Vos gebildet, das mit vermindertem Budget in die Saison 2010 starten kann. Bislang ist das Team aber – wie viele andere Teams auch - noch nicht auf der Liste der lizenzierten UCI-Teams geführt; die Präsentation des neuen Sponsorenkonzepts war aber auch erst gestern.

Für viele Teams bleibt nur das Aus
Für viele weitere Teams wird es in der Saison 2010 nicht weitergehen. Nicht nur das BIGLA Team (wir berichteten) musste aufgelöst werden, sondern auch Vision 1 Racing (GBr), die Pedrogradets (Rus) und das Team Flexpoint (Ned) sind Geschichte. Auch die italienischen Teams Cmax Dila’ und Selle Italia werden wohl allem Anschein nach keine Mannschaft mehr melden können. Was mit der spanischen Mannschaft Debarrena – Kirolgi passieren wird, wissen wir nicht – zu diesem Team haben wir keine Informationen gefunden.

Hoffnung am Horizont
Aber neben den sieben Ausfällen gibt es auch neue Teams im Peloton 2010. Mit den Team Alrikson GoGreen (Swe) und Team TIBCO (USA) sind zwei Teams aus den Continental Circuits in die Eliteklasse aufgestiegen. Und auch zwei ganz neue Teams wird es geben: Horizon Fitness (GBr) und das Cycling Team Valdarno Umbria (Ita).
Und auch beim ehemaligen Team Uniqa-Elk gibt es gute Neuigkeiten: Mit dem Radhersteller Kuota wird man unter dem Namen Kuota Speed Kueens in die Saison 2010 starten und konnte sich zu den sieben Teams zählen, die schon im ersten Anlauf die Lizenz für 2010 erhielten.

Mehr Schatten als Licht
Bis zum Saisonstart in Qatar im Februar bleibt den Teams aber nicht mehr viel Zeit, ihre Probleme in den Griff zu bekommen. Erst elf der vermutlich 26 verbliebenen Teams konnten von der UCI in die Teamliste eingetragen werden. Fast alle Teams haben ihre Kader in diesem Jahr verkleinert. Und ob wirklich alle 26 Teams in die Saison starten können bleibt offen. Es werden also wesentlich weniger Frauen als in den vergangenen Jahren bei den Rennen auf höchstem Niveau zu sehen sein. Und auch in den Continental Circuits wird es 2010 wesentlich weniger Teams geben als 2009. Der Frauenradsport kämpft also weiterhin mit massiven Problemen. Bleibt zu hoffen, dass sich die Teams 2010 konsolidieren können und es 2011 wieder aufwärtsgehen kann.







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