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20. Grand Tour-Etappeniseg: André Greipel stellt den deutschen Rekord von Erik Zabel ein
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19.05.2016

20. Grand Tour-Etappeniseg: André Greipel stellt den deutschen Rekord von Erik Zabel ein

Info: GIRO D’ITALIA 2016
LiVE-Ticker zum Nachlesen: Flash | Text
Autor: Felix Griep (Werfel)



Bibione, 19.05.2016 – Nach fast einer Woche gab es beim Giro d’Italia mal wieder einen Massensprint und wenig überraschend schnappte sich André Greipel nach der 5. und der 7. auch diese 12. Etappe und schrieb mit diesem Erfolg überdies ein Stück Radsportgeschichte. Denn der 33-Jährige hat nun Erik Zabel eingeholt, der bisher alleine mit 20 Etappenerfolgen der erfolgreichste Grand Tour-Etappenjäger Deutschlands war. Am Ende einer komplett flachen Etappe setzte sich Greipel vor Caleb Ewan und Giacomo Nizzolo durch, der das Rote Trikot übernehmen wird, weil es Greipels letzter Renntag bei dieser Italien-Rundfahrt war. In der Gesamtwertung gab es keine Veränderungen, Bob Jungels geht als Gesamtführender die nächste schwere Bergprüfung an.

Viel Regen, aber ein trockenes Finale
Die kleine Ortschaft Tezze di Piave markierte den höchsten Punkt der 12. Etappe des Giro d’Italia – schwindelerregende 38 Meter über dem Meeresspiegel. Die 182 Kilometer lange Strecke vom 14 Meter hoch gelegenen Noale ins nur zwei Meter über dem Meer liegende Bibione war die flachste der gesamten Rundfahrt, keine Bergwertung, nicht einmal irgendeine kleine Welle stand den Sprintern im Weg. Nur das Wetter brachte kleinere Unannehmlichkeiten mit sich , weil es im Rennverlauf längere Zeit regnete. Im Zielort Bibione, wo zwei Runden auf einem kurvenreichen Stadtparcours zu fahren waren, war es aber trocken, so dass es ein Finale ohne größere Zwischenfälle gab. Dennoch hatte der Veranstalter zur Sicherheit die in die Gesamtwertung einfließenden Zeiten bereits bei der zweiten Zielpassage abgenommen, so dass sich alle Fahrer, die mit der Sprintankunft nichts am Hut hatten, auf der Schlussrunde nicht mit ins Getümmel stürzen mussten. An der Gesamtwertung änderte sich daher nichts. Die besten Klassementfahrer trudelten letztlich alle gemeinsam entspannt im Ziel ein und Bob Jungels (Etixx-Quick Step) behält das Rosa Trikot sowie seinen Vorsprung von 24 Sekunden auf Andrey Amador (Movistar).

Ausreißer Oss stößt Tjallingii vom Thron
Weil als nächstes vier schwere Bergetappen bevorstehen, ehe dann mal wieder ein flaches Teilstück kommt, durften sich die Sprinter die heutige Chance selbstverständlich nicht entgehen lassen. Die Chancen für Ausreißer auf einen Etappensieg waren daher quasi nicht existent. Zwei Fahrer, die sich trotzdem auf die Flucht begaben, wurden 22 Kilometer vor dem Ziel bereits wieder eingeholt. Daniel Oss (BMC Racing) hatte nach dem Start als Erster angegriffen, gemeinsam mit Niki Terpstra (Etixx-Quick Step), der aber schnell wieder zurückgefallen war. Dann begaben sich zwei Fahrer auf die Verfolgung des Solisten: erst Mirco Maestri (Bardiani-CSF), danach Alexandr Kolobnev (Gazprom). Der Italiener konnte nach einer Weile zu seinem Landsmann aufschließen, dem Russen gelang dies nicht. Für Oss hatte die Flucht sogar einen besonderen Sinn und Zweck. Er gewann, wie schon auf der 5. Etappe, beide Zwischensprints und zog im Sprintklassement mit Maarten Tjallingii (LottoNL-Jumbo) gleich. Weil im Falle der Punkgleichheit die Platzierung in der Gesamtwertung zählt und Oss dort elf Minuten besser dasteht, durfte am Ende der Etappe also er und nicht mehr der Niederländer zur Siegerehrung erscheinen.

Greipel nun auf einer Stufe mit Zabel
Lampre-Merida und Lotto Soudal hatten den ganzen Tag lang die Führungsarbeit im Hauptfeld verrichtet, das maximal 4:15 Minuten Rückstand zu den beiden Ausreißern aufgewiesen hatte. Nachdem diese eingeholt worden waren, dominierte aber nur noch die belgische Mannschaft vom bereits zweifachen Etappensieger André Greipel, der die Vorarbeit seiner Teamkollegen dann auch perfekt vollendete. Auf der Zielgeraden hatte sich zwar der Australier Caleb Ewan (Orica-GreenEdge) an seinem Hinterrad festgebissen und versuchte sogar, aus dem Windschatten heraus anzutreten, konnte den „Gorilla“ aber nicht besiegen. Greipel, der Mann hinter diesem Spitznamen, bringt es in seiner Karriere nun insgesamt auf sechs Etappensiege beim Giro, zehn bei der Tour de France und vier bei der Vuelta a España, womit er den deutschen Rekord eingestellt hat, den bislang Erik Zabel mit 20 Grand Tour-Etappensiegen (12x Tour, 8x Vuelta) hielt. Drittbester Deutscher ist Rudi Altig mit 18 Erfolgen (4x Giro, 6x Vuelta, 8x Tour), während es Marcel Kittel, der knapp sechs Jahre jünger ist als Greipel, bisher auf 13 GT-Etappensiege (4x Giro, 8x Toru, 1x Vuelta) bringt.

Nizzolo auf dem Weg zum Roten Trikot
So wie sein Landsmann Kittel, der den Giro schon nach der 8. Etappe freillig verlassen hatte, ist die Italien-Rundfahrt nun auch für Greipel vorzeitig beendet. Die harten Berge der nächsten Tage will er sich ersparen und nun ebenfalls den Fokus auf die Vorbereitung für das eigentliche Saisonhighlight legen: die Tour de France. Damit ist im Kampf um das Rote Trikot nun die Bahn frei für Giacomo Nizzolo (Trek-Segafredo), der heute an beiden Zwischensprints vor Trentin und Arnaud Démare (FDJ) die meisten Punkte aus dem Feld holte und bei der Zielankunft hinter Greipel und Ewan Platz drei erreichte. Wenn Greipel mit seinen 169 Punkten verschwindet, ist Nizzolo mit 138 Zählern der Führende der Punktewertung, die er schon 2015 ohne einen Etappensieg für sich entschieden hatte. Seine größten Konkurrenten sind mit derzeit 111, 100 und 84 Punkten Démare, der im Finale durch den Sturz eines anderen Fahrers behindert wurde und nur auf Platz 31 landete, der zweifache Etappensieger Diego Ulissi (Lampre-Merida) und dessen Teamkollege Sacha Modolo, der Etappenvierter wurde.

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Da er morgen nicht mehr antritt, erspart sich Greipel je zwei Berge der 1. und 2. Kategorie, die die 13. Etappe zur bisher vielleicht schwersten des Giro machen. Die letzten beiden Bergwertungen befinden sich 31,5 und 14,2 Kilomter vor dem Ziel.





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