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Fernando Gaviria gewinnt bei seinem Grand-Tour-Debüt noch eine vierte Etappe
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19.05.2017

Fernando Gaviria gewinnt bei seinem Grand-Tour-Debüt noch eine vierte Etappe

Info: GIRO D’ITALIA 2017 (2.UWT)
LiVE-Ticker zum Nachlesen: Flash | Text
Autor: Felix Griep (Werfel)



Tortona, 19.05.2017 – Selten in der lange Geschichte des Radsports hat ein Fahrer bei seiner ersten dreiwöchigen Rundfahrt so eingeschlagen wie Fernando Gaviria. Ein gewisser Peter Sagan war der letzte Fahrer gewesen, dem bei seinem GT-Debüt (Vuelta 2011) drei Etappensiege gelungen waren – ihn überflügelte Gaviria heute beim 100. Giro mit seinem vierten Sprinterfolg. Durch eine verkorkste Sprintvorbereitung auf der Zielgeraden eigentlich in schier aussichtsloser Position, schaffte es der pfeilschnelle Kolumbianer doch noch, alle Gegner zu überholen und Sam Bennett auf Platz zwei zu verweisen.


Das Profil der 13. Etappe des Giro d‘Italia

Brutt nimmt Teklehaimanot zwei Führungen ab
Es war gerade einmal der 13. Renntag der Italien-Rundfahrt, doch bedeutete er schon die letzte Chance für die Sprinter – die nächsten sieben Etappen führen über viele Berge und die letzte ist ein Zeitfahren. Gleich bei Kilometer 0 schoss Matej Mohoric (UAE Team Emirates) los, als hätte er den ganzen Giro nur auf diesen Moment gewartet. Drei weitere Fahrer folgten dem Slowenen, von denen sich aber einer nach kurzer Zeit schon wieder zurückfallen ließ: Der Südafrikaner Johann Van Zyl (Dimension Data) wurde von seiner Mannschaft ins Peloton zurückbeordert. Die zwei dauerhaften Begleiter des früheren Junioren- und U23-Straßenweltmeisters Mohoric auf der 168 Kilometer langen Etappe von Reggio Emilia nach Tortona hießen Vincenzo Albanese (Bardiani CSF) und Pavel Brutt (Gazprom-RusVelo). Brutt profitierte gleich doppelt von dieser Flucht: Der Russe, den man schon auf der 1. und 4. Etappe in Gruppen gesehen hatte, nahm Daniel Teklehaimanot (Dimension Data) die Führung in der Ausreißerwertung und der Sprintwertung ab. In diesen beiden Spezial-Klassementen der Italien-Rundfahrt liegt er jetzt 133 Kilometer bzw. fünf Punkte vor dem Eritreer.


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Quick-Step mit Problemen in der Sprintvorbereitung ...
Lotto Soudal, Quick-Step Floors und – das durch den gestrigen zweiten Platz von Jakub Mareczko heute offensichtlich besonders motivierte – Wilier Triestina-Selle Italia nahmen früh die Arbeit im Feld auf und ließen den drei Ausreißern maximal nur etwas mehr als zwei Minuten Vorsprung. Die meiste Zeit über pendelte der Abstand zwischen einer und zwei Minuten. Beendet wurde die Flucht bereits 22 Kilometer vor dem Ziel. Noch fast 15 Kilometer lang blieb es danach verhältnismäßig ruhig und das Feld verteilte sich auf die ganze Straßenbreite, bevor dann doch die Sprintzüge um die Positionierung ihrer Tagessiegkandidaten kämpften. Kurz vor der Drei-Kilometer-Marke startete Filippo Pozzato (Wilier Triestina-Selle Italia) einen Überraschungsangriff, der bei dem hohen Tempo aber rasch verpuffte. Im Finale war Bora-Hansgrohe die dominante Mannschaft mit den Östereichern Lukas Pöstlberger und Gregor Mühlberger als Tempomaschinen und dem Deutschen Rüdiger Selig als letztem Anfahrer für den Iren Sam Bennett. Bei Quick-Step Floors hingegen lief die Sprintvorbereitung diesmal nicht wirklich nach Plan, Fernando Gaviria verlor auf der Zielgeraden das Hinterrad seines Teamkollegen Ariel Maximiliano Richeze – doch das spielte keine Rolle.

... aber mit dem klar schnellsten Mann des 100. Giro!
Aus einer Position, aus der fast alle anderen Sprinter keine Chance mehr auf den Sieg gehabt hätten, schoss Gaviria mit ungeheurem Tempo nach vorne, vorbei an allen Gegnern. Richeze, der sich umblickte, wo der Mann im Ciclamino-Trikot denn steckte, wäre beinahe zu Sturz gekommen, als er seinen Teamkollegen kommen sah und ihm ein Loch zwischen sich und der Bande aufmachen wollte. Dabei kam Richeze mit Caleb Ewan (Orica-Scott) in Kontakt, den diese Berührung aus dem Tritt brachte. Gaviria hatte auf den letzten Metern keine Hindernisse mehr in seinem Weg und fuhr überlegen vor Bennett, Jasper Stuyven (Trek-Segafredo) und Roberto Ferrari (UAE Team Emirates) seinen vierten Sieg bei diesem Giro ein. Ewan wurde direkt vor André Greipel (Lotto Soudal) Siebter, beide nehmen aber zumindest einen Tageserfolg mit nach Hause. Die erste Veränderung in der Gesamtwertung ereignete sich heute auf Platz 15, den Geraint Thomas (Sky) belegt hatte. Wegen stärker werdender Knieschmerzen als Folge des Sturzes auf der Blockhaus-Etappe trat der Brite, der vor wenigen Tagen noch starker Zweiter im Zeitfahren war, zur heutigen Etappe nicht mehr an.

-> Zum Resultat

Vorbei ist also die Zeit der Flachetappen beim 100. Giro, morgen steht auf der 14. Etappe wieder eine Bergankunft bevor! Nach einer 120 Kilometer langen Anfahrt ohne jegliche Schwierigkeiten geht es zum Schluss nach Oropa hinauf (11,8 km à 6,2%).

Video der Zielankunft





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