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Elia Viviani ist auf der 3. Giro-Etappe erneut der Sprintschnellste
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06.05.2018

Elia Viviani ist auf der 3. Giro-Etappe erneut der Sprintschnellste

Info: GIRO D’ITALIA 2018 (2.UWT)
Autor: Heike Oberfeuchtner (H.O.)



Eilat, 06.05.2018 - Elia Viviani (Quick-Step Floors) hat nach der zweiten auch die dritte und letzte Giro-Etappe auf israelischem Boden für sich entschieden. Nach 229 Kilometern von Be'er Sheva quer durch die Wüste nach Eilat setzte der 29-jährige Italiener sich erneut vor einem Landsmann und vor dem Iren Sam Bennett (Bora-Hansgrohe Team) durch. An Position 2 lag diesmal allerdings Sacha Modolo von EF Education First-Drapac p/b Cannondale, Jakub Mareczko (Wilier Triestina-Selle Italia) musste mit Platz vier vorliebnehmen. Rohan Dennis (BMC Racing Team) verteidigte das Rosa Trikot des Gesamtführenden.

Erneut Fluchtgruppe mit Guillaume Boivin
Die dritte Etappe war nicht nur welliger als die zweite, sondern mit einer Mammutdistanz von knapp 230 Kilometern auch beträchtlich länger. Mammuts gab es natürlich keine zu sehen, dafür aber viele Dromedare, haufenweise Sand, spärliche Vegetation und viel Mondlandschaft, denn man fuhr mitten durch die Negev-Wüste. Von Be'er Sheva unweit des Toten Meers ging es schnurstracks nach Süden, zum Zielort Eilat am Roten Meer. Der Himmel war bedeckt, aber die Temperaturen lagen deutlich über 30 Grad. Trotz des hügeligen Profils hatte der Veranstalter wieder nur eine Bergwertung ausgeschrieben. Diese lag nicht etwa am höchsten Punkt der Etappe - nein, dort befand sich die zweite Sprintwertung -, sondern nach 128 Kilometern am sogen. Faran River, wo von einem Fluss allerdings nichts zu sehen war. Anders als gestern entstand die Fluchtgruppe des Tages gleich nach dem Start und ihr Vorsprung wuchs diesmal sehr schnell an. Erneut mit dabei war Guillaume Boivin von der Israel Cycling Academy, der trotz zweier Fluchten am Vortag offenbar noch eine Rechnung offenhatte. Vielleicht galten seine Ambitionen dem blauen Bergtrikot, welches sich gestern Enrico Barbin (Bardiani-CSF) gekrallt hatte. Eben dieser befand sich auch in der Spitzengruppe, und hinzu kam mit seinem Landsmann Marco Frapporti wieder ein Fahrer der Androni Giocattoli-Sidermec Mannschaft.

Barbin nimmt das Bergtrikot mit nach Italien
So zügig wie die drei Ausreißer zunächst an Vorsprung gewonnen hatten, so entschlossen riegelte BMC Racing - die Mannschaft des Gesamtführenden Rohan Dennis - noch unterhalb der 7-Minuten-Grenze ab. An der ersten Sprintwertung, bei Sde Boker nach 45,2 Kilometern, sicherte sich Boivin vor Frapporti und Barbin die maximale Punktzahl. Später erkämpfte sich Elia Viviani, der Etappensieger von gestern und Punktwertungsführende, aus dem Feld heraus noch 8 Zähler. Genauso lief es an der zweiten Sprintwertung ab, die sich nach 77 Kilometern am Mitzpe Ramon befand, einem riesigen Erosionskrater, einem geografischen Highlight der Etappe. Weil der Kanadier Boivin sich an den Traguardi Volanti so frech bedient hatte, missgönnten seine italienischen Fluchtbegleiter ihm die Bergpreiswertung, eine Kategorie 4 mit 10 % Maximalsteigung auf 1,2 km. Frapporti fuhr voraus und Barbin hielt Boivin in Schach, sodass der nur einen Punkt erhielt und Barbin das Bergtrikot morgen mit in seine Heimat wird nehmen können. Übrigens betrug der Vorsprung der drei an der Bergwertung noch 3:30 Minuten. Es blieben nun noch ca. 100 Kilometer ohne jede Sonderwertung übrig.

Gesamtwertungsdritter ein Opfer der Windkante
Natürlich waren mittlerweile auch andere Mannschaften außer BMC in die Nachführarbeit eingestiegen. Von Wilier-Triestina und Quick-Step fuhr jeweils ein Mann direkt an der Spitze des Felds, aber als man sah, dass die Lücke zu schnell zuging - 50 km vor dem Ziel war längst die Minutengrenze unterschritten - stieg man auf die Bremse. Erst bei 35 noch ausstehenden Kilometern ging wieder ein Ruck durchs Feld, die Teams wurden nervöser und auf einmal bildeten sich doch Windstaffeln. Victor Campenaerts (Lotto-Fix All) war einer der Leidtragenden und auch wenn Kollegen ihn wieder heranführten, sollte der Belgier in dem pfeilschnellen Finale eine halbe Minute und somit den dritten Gesamtrang verlieren. Verschiedene Teams, etwa Trek-Segafredo und LottoNL-Jumbo, zeigten sich nun sehr aktiv und der Rückenwind tat ein Übriges, dass Geschwindigkeiten von über 70 km/h erreicht wurden. Vorne in der Gruppe zog Boivin immer noch voll durch und Barbin hatte Schwierigkeiten dranzubleiben. Nachdem der Vorsprung an der 10-km-Marke nur noch 30 Sekunden betragen hatte, wurde der Träger des Bergtrikots als Erster vom Feld geschluckt. Boivin war bis zum Schluss hochmotiviert, aber schließlich steckten auch der Kanadier und Frapporti auf.

Bennett schlägt einen Bogen, Viviani bleibt cool
Ganz im Gegensatz zu gestern dominierte Quick-Step Floors die letzten Kilometer, auf denen im Übrigen nicht weniger als neun große Kreisverkehre zu durchqueren waren. Maximilian Schachmann, im Trikot des besten Nachwuchsfahrers, und seine Kollegen drückten so aufs Tempo, dass sich bisweilen sogar Lücken zu ihrem eigenen Sprintkapitän Viviani auftaten. Erst 1300 Meter vor dem Ziel baute auch Bora-Hansgrohe so etwas wie einen Zug auf, hier schaltete das verwinkelte Finale von Rücken- auf Gegenwind. Viviani aber blieb völlig cool und ließ sich zunächst anscheinend bewusst von den Konkurrenten etwas einbauen. Als Sam Bennett den Sprint eröffnete, war der Omnium-Olympiasieger sofort zur Stelle. Zwar schlug der Ire einen gewaltigen Bogen und fuhr von der linken Straßenseite nach ganz rechts rüber, aber Viviani stahl sich an ihm vorbei und demonstrierte wieder die größere Endgeschwindigkeit. Bennett wurde für seine nicht ganz astreine Aktion nicht belohnt und musste letztlich noch Sacha Modolo passieren lassen.

Arrivederci Israele - Ciao Sicilia!
Für Elia Viviani musste der zweite Giro-Etappensieg in Folge eine große Genuugtuung sein, angesichts der Tatsache, dass er im letzten Jahr von seiner damaligen Mannschaft Sky nicht aufgestellt wurde. Außerdem baute er seine Führung in der Maglia Ciclamina-Wertung aus und liegt jetzt ganze 75 Punkte vor Modolo und 77 vor Mareczko. In der Sprintwertung ist er Zweiter, mit deutlichem Abstand zum eifrigen Guillaume Boivin. Die Wertung "Super Team" führt immer noch Katusha an, das übrigens mit José Gonçalves und Alex Dowsett jetzt zwei Fahrer in den Top4 der Gesamtwertung hat, da Campenaerts weggefallen ist. So endet der spektakuläre Abstecher des Giro d'Italia nach Israel, über dessen Sinn und Zweck man geteilter Meinung sein kann, wie auch unser heutiger Live-Radsport-Blog zeigt. Nächster Halt - nach einem Ruhe- bzw. Reisetag - ist dann Sizilien.

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