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Erneuter Freifahrtschein für Ausreißer: Clarke holt Etappensieg und Molard entthront Kwiatkowski
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29.08.2018

Erneuter Freifahrtschein für Ausreißer: Clarke holt Etappensieg und Molard entthront Kwiatkowski

Info: VUELTA A ESPAÑA 2018 (2.UWT)
Autor: Felix Griep (Werfel)



Roquetas de Mar, 29.08.2018 – Bradley McGee hatte sie alle getragen, Gelb bei der Tour 2003, Rosa beim Giro 2004, Gold bei der Vuelta 2005, und war bis heute der letzte FDJ-Fahrer, der ein Leadertrikot bei einer Grand Tour übergestreift bekommen hatte. Seine Nachfolge hat 13 Jahre später nun Rudy Molard angetreten, der auf einer weiteren vom Hauptfeld an Ausreißer „verschenkten“ Etappe so viel Vorsprung herausholte, dass er das heutzutage Rote Trikot der Spanien-Rundfahrt eroberte. Den Etappensieg machten allerdings drei andere Fahrer unter sich aus, von denen am Ende Simon Clarke der Schnellste war.


Das Profil der 5. Etappe der Vuelta a España

Langes Warten auf 25 Ausreißer
Für das erste Viertel der zwischen Granada und Roquetas de Mar zurückzulegenden 188,7 Kilometern wurde auf der 5. Etappe der Vuelta a España lediglich eine Stunde benötigt – bei einem Schnitt von 47,8 km/h hatte sich in dieser Zeit keine Gruppe etablieren können. Und dann kam der Anstieg zum Alto de Órgiva (4,0 km à 7,0%), den Stéphane Rossetto (Cofidis), Lukas Pöstlberger (Bora-Hansgrohe) und Alessandro De Marchi (BMC Racing) zu Angriffen nutzten. Weit weg kamen sie zunächst zwar noch nicht, wurden für ihre Initiative aber dadurch belohnt, dass sie nach der Bergwertung der 3. Kategorie ihren Platz in einer 25 Fahrer großen Spitzengruppe fanden, die vom Feld ziehen gelassen wurde. Während Bahrain Merida, BMC Racing, Katusha Alpecin, LottoNL-Jumbo und Trek-Segafredo jeweils doppelt vertreten waren, hatten nur zwei Mannschaften gar keinen Fahrer vorne und schienen damit auch gut leben zu können: Quick-Step Floors zeigte keine Reaktion und auch das Team Sky war höchstens darauf bedacht, den Abstand nicht zu stark ansteigen zu lassen. Die Ausreißer Rudy Molard (Groupama-FDJ) und Hermann Pernsteiner (Bahrain Merida) hatten in der Gesamtwertung jeweils nur knapp vier Minuten Rückstand auf Leader Michal Kwiatkowski.

Vorentscheidung weit vor dem Ziel
Nach der Hälfte der Strecke hatten die Ausreißer bereits über fünf Minuten Vorsprung und schon gut 80 Kilometer vor dem Etappenende gab es Angriffe aus der Gruppe heraus. Es waren erneut Rossetto und De Marchi, die am Status quo rüttelten und der Rennsituation eine neue Wendung gaben. Rossetto fiel allerdings eine Weile später im letzten Steilstück vor einer langen Abfahrt in die große Gruppe zurück, während De Marchi rund 60 Kilometer vor dem Ziel gut eine Minute Vorsprung aufwies. Bergab nahmen Simon Clarke (Education First-Drapac) und Bauke Mollema (Trek-Segafredo) die Verfolgung des Solisten auf und holten diesen zügig ein. Zu dritt setzten sie sich noch weiter von ihren ehemaligen Begleitern ab und starteten mit 1:40 Minute Vorsprung auf die ersten Verfolger in den Anstieg zum Alto El Marchal (10,8 km à 4,1%). Dort oben angekommen, an einer Bergwertung der 2. Kategorie 26,7 Kilometer vor dem Ziel, wiesen De Marchi, Clarke und Mollema, der vorübergehend durch einen Defekt den Kontakt verloren hatte, noch 0:45 Sekunden Vorsprung gegenüber Molard, Davide Villella (Astana) und Flors De Tier (LottoNL-Jumbo) auf, die wiederum eine Minute vor den nächsten Fahrern lagen.


Etappenvorschau zum Nachlesen:
Ein Tag mit zahlreichen möglichen Szenarien


Nach sechs Jahren Clarkes zweiter Sieg
Die Gruppenkonstellation änderte sich in der knapp zwanzig Kilometer langen Abfahrt nicht und auch die Abstände blieben einigermaßen konstant. Erst auf den letzten sechs Kilometern verspielten die drei Führenden rund eine Minute ihres Vorsprungs durch taktische Spielereien, schafften es aber, ihre drei Verfolger letztlich noch acht Sekunden hinter sich zu lassen, so dass drei Fahrer, die alle schon Vuelta-Etappensieger waren, um einen weiteren Erfolg bei der Spanien-Rundfahrt sprinteten. Am Ende gelang es Clarke, seinen Erfolg von 2012 in Valdezcaray zu wiederholen – souverän verwies der Australier den 2013 in Burgos siegreichen Niederländer Mollema auf Platz zwei und den Italiener De Marchi, der 2014 in Alcaudete und 2015 am Alto Campoo gewonnen hatte, auf Platz drei. Eine Gruppe von neun abgehängten Ausreißern um den Österreicher Pernsteiner folgte zwei und ein weiteres Quartett knapp vier Minuten nach den Top3. Von den 25 Ausreißern wurden nur Rossetto, Pöstlberger, Maurits Lammertink (Katusha Alpecin), José Mendes (Burgos-BH), Alexandre Geniez (AG2R La Mondiale) und Matteo Trentin (Mitchelton-Scott) vom Hauptfeld ein- und/oder überholt.

Sky verliert das Trikot an Groupama-FDJ
Das beinahe einhundert Fahrer große Peloton, das zwischenzeitlich dann sogar mehr als sechs Minuten zurückgelegen hatte, beendete die Etappe letztlich mit einem Zeitverlust von 4:55 Minuten. Elia Viviani, der die mit ebenfalls rund 2500 Höhenmetern insgesamt ähnlich schwere 3. Etappe im Massensprint gewonnen hatte, folgte jedoch erst mit über 17 Minuten Rückstand im Gruppetto, was wohl die Entscheidung von Quick-Step Floors rechtfertige, sich nicht um die Verfolgung der Ausreißer kümmern zu wollen und lieber Kräfte für die kommenden etwas leichteren Etappen zu sparen. Sky konnte die Situation alleine nicht ausreichend kontrollieren und verlor nach drei Tagen das Rote Trikot: Molard schob sich in der Gesamtwertung von Rang 28 an die Spitze, 1:01 Minute vor Kwiatkowski; Pernsteiner gelang immerhin ein Sprung von Platz 29 auf 19. Kwiatkowski verlor auch die Führung in der Kombinationswertung an Alejandro Valverde (Movistar), bleibt aber zumindest noch im Punkteklassement der Spitzenreiter, während sich auch in der von Luis Angel Maté (Cofidis) angeführten Bergwertung nicht großartig viel änderte. In der Mannschaftswertung behauptete Astana dank Villella die Führung mit noch gut drei Minuten Vorsprung auf LottoNL-Jumbo.

-> Zum Resultat

Die 6. Etappe ist zur Abwechslung einmal stark auf die Sprinter zugeschnitten. Abgesehen von zwei Bergwertungen der niedrigsten Kategorie rund 100 und 50 Kilometer vor dem Ziel weist die Strecke keinerlei Schwierigkeiten auf.

Video der Zielankunft






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