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Brennauer und Klein holen Medaillen in der Einzelverfolgung, Wild gewinnt mit Pieters das Madison
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02.03.2019

Brennauer und Klein holen Medaillen in der Einzelverfolgung, Wild gewinnt mit Pieters das Madison

Info: Felix Griep (Werfel)
Autor: BAHNRADSPORT-WELTMEISTERSCHAFT 2019 IN PRUSZKÓW



Pruszków, 02.03.2019 – Die Niederlande und Australien liefern sich weiter ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen im Medaillenspiegel der Bahn-Weltmeisterschaft von Pruszków. Kirsten Wild und Amy Pieters im Madison sowie Ashley Ankudinoff in der Einzelverfolgung brachten ihrer jeweiligen Nation am Samstag die fünfte Goldmedaille. Für Deutschland sprangen in der Einzelverfolgung durch Lisa Brennauer und Lisa Klein die Medaillen Nummer vier und fünf heraus, wobei die Sehnsucht nach einem Titel weiter ungestillt bleibt. Diesen gab es auch nicht im 500 Meter Zeitfahren, dessen Titel Miriam Welte an die Russin Dario Shmeleva weiterreichen musste. Während im Omnium der Neuseeländer Stewart Campbell den Sieg davontrug, können die Niederländer im Sprint schon vom nächsten großen Triumph träumten.


Bahn-WM 2019: Übersicht | Medaillenspiegel | Zeitplan


500 Meter Zeitfahren Frauen

Shmeleva Starikova McCulloch

Shmeleva siegt wie vor zwei Jahren, Welte knapp ohne Medaille

Im Teamsprint hatte Miriam Welte gemeinsam mit Emma Hinze am ersten Tag der Weltmeisterschaft Bronze geholt; am Samstagabend peilte sie trotz Kreislaufproblemen im 500 Meter Zeitfahren eine weitere Medaille an. Immerhin hatte die 32-jährige in dieser Disziplin in sieben der letzten acht Jahre das Podium erreicht, 2014 und 2018 sogar den Titel errungen. In der Qualifikation lag sie noch voll auf Kurs und belegte den dritten Rang hinter den nur vier Hundertstelsekunden schnelleren Daria Shmeleva und Kaarle McCulloch. Doch im Finale der acht schnellsten Fahrerinnen war das Glück nicht mehr auf ihrer Seite und die angeschlagene Welte rutschte auf den vierten Platz ab – mit nur 0,012 Sekunden Rückstand zum Bronzerang. Lea Sophie Friedrich verbuchte einen Tag nach ihrem vierten Platz im Sprint als Siebte eine weitere gute Platzierung, die dritte deutsche Starterin Pauline Grabosch wurde Fünfzehnte.

Weltmeisterin wurde die schon vor zwei Jahren in Hongkong siegreiche Russin Shmeleva, die ihre Bestzeit aus der Qualifikation, die im Finale gerade einmal für Platz fünf gereicht hätte, noch um mehr als eine halbe Sekunde verbesserten konnte, womit sie letztlich fast drei Zehntel Vorsprung auf die Ukrainerin Olena Starikova aufwies, die sich Silber holte. Die Quali-Zweite McCulloch aus Australien konnte im Finale keine solch starke Verbesserung erzielen, rettete sich aber knapp vor Welte immerhin noch eine Medaille.

-> Zum Resultat 500 Meter Zeitfahren Frauen



Einzelverfolgung Frauen

Ankudinoff Brennauer Klein

Brennauers erste WM-Medaille glänzt silbern, Ankudinoff holt Gold

Zwar blieb Deutschland im 500 Meter Zeitfahren erstmals seit drei Jahren wieder ohne Medaille, dafür konnten die BDR-Frauen aber in der Einzelverfolgung eine lange Durststrecke beenden. Vor 19 Jahren hatte es durch Judith Arndt die letzte Medaille gegeben – und diesmal wurden es gleich zwei auf einen Schlag. Lisa Brennauer sicherte sich bereits mit dem Gewinn der Qualifikation einen Platz auf dem Podium, unterbot in 3:25,697 Minuten überdies den alten deutschen Rekord von ihrem
EM-Sieg in Glasgow im August letzten Jahres um mehr als eine Sekunde. Zudem fuhr Lisa Klein auf den dritten Platz und zog damit in den Lauf um Bronze ein. Franziska Brauße rundete das starke Teamergebnis mit einem guten siebten Platz ab.

Klein sicherte sich die Bronzemedaille ohne Probleme, war im kleinen Finale der Neuseeländerin Kirstie James deutlich überlegen. Weniger gut lief es für Brennauer, die im Finale gegen die Australierin Ashlee Ankudinoff, die WM-Zweite von 2017 und -Dritte von 2012, einen denkbar schlechten Start erwischte und nach nur einer Runde bereits eine Sekunde Rückstand aufwies. Ihre Klasse bewies die 30-Jährige, als sie sich bis zur Hälfte des Rennens wieder bis zwischenzeitlich auf 38 Tausendstel an ihrer Gegnerin herankämpfte. Auf dem letzten Kilometer ging die Lücke dann jedoch wieder auf, bis letztlich mehr als drei Sekunden zwischen der jubelnden Ankudinoff und der nur kurz enttäuschten Brennauer lagen, die sich schlussendlich auch über ihre erste WM-Medaille auf der Bahn freuen konnte.

-> Zum Resultat Einzelverfolgung Frauen



Madison Frauen

Wild/Pieters Baker/Cure Dideriksen/Leth

Niederländerinnen behalten im unübersichtlichen Finale die Oberhand

Das Madison der Frauen gehörte mit seiner Spannung bis zum letzten Sprint sicherlich mit den zu den bisher besten Rennen bei diesen Weltmeisterschaften, war aber leider auch von einigen Stürzen überschattet, wegen denen mit Hongkong, Neuseeland, Tschechien und Kanada gleich vier Teams vorzeitig aufgeben mussten. Besonders dramatisch war das Ausscheiden von Michaela Drummond, die auf dem Rad plötzlich ohnmächtig wurde und stürzte. Das Rennen wurde daraufhin sogar für einige Zeit unterbrochen, bis die Neuseeländerin wieder bei Bewusstsein war und sich Erleichterung verbreitete. Zum Zeitpunkt dieser Unterbrechung waren bereits sieben von zwölf Sprintwertungen ausgetragen worden und die Niederländerinnen Kirsten Wild und Amy Pieters führten mit 24 zu 15 Punkten vor den Australierinnen Georgia Baker und Amy Cure. Dieses Duell um die Goldmedaille spitzte sich nach dem Neustart noch einmal zu, der Abstand sank 20 Runden vor dem Ende auf nur noch fünf Punkte.

Die Schlussphase des Rennens wurde von einer Flucht der Däninnen Amalie Dideriksen/Julie Leth geprägt, die mit ihren Siegen an den letzten beiden Wertungen noch vom fünften auf den dritten Rang sprangen und sich Bronze holten. Im Soge dieses Angriffs waren auch die Australierinnen aus dem Feld herausgefahren und brachten den Sieg der Niederländerinnen noch einmal in Gefahr. Barker/Cure hätten den zweiten Platz an der letzten Wertung gebraucht, um nach Punkten gleichzuziehen, doch die Russinen Gulnaz Badykova/Mariia Novolodskaya kamen noch knapp vor ihnen über die Ziellinie, so dass Wild/Pieters ein Vorsprung von zwei Punkten blieb. Allerdings herrschte zunächst noch Unklarheit darüber, ob Dideriksen/Leth in dem unübersichtlichen Finale nicht sogar ein Rundengewinn gelungen war, der sie zu den Siegerinnen gemacht hätte. Doch die Jury entschied letztlich, dass sie nicht genügend Teams des weit auseinander gerissenen Feldes überholt hatten, so dass Gold an die Niederlande ging – für Wild nach
Silber im Scratch und Gold im Omnium bereits die dritte Medaille in Pruszków.

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Omnium Männer

Stewart Thomas Hayter

Gemeinsamer Rundengewinn bringt Stewart Gold und Thomas Silber

Die einzigen Medaillen bei den Männern wurden am Samstag im Omnium vergeben, das nach den Disziplinen Ausscheidungsfahren, Temporunden und Scratch einen spannenden Vierkampf für das Finale versprach. Der Brite Ethan Hayter und der Neuseeländer Campbell Stewart standen mit jeweils 102 Punkten an der Spitze, dicht gefolgt vom Spanier Albert Torres mit 100 und dem Niederländer Jan-Willem van Schip mit 96. Durch die Bonuspunkte für einen frühen Rundengewinn mischte sich im Punkterennen dann auch noch der Italiener Simone Consonni in die Entscheidung um die Medaillen ein. Hayter und Stewart bemühten sich im Gegensatz zu ihren Konkurrenten an den Sprintwertungen immer wieder um Punkte und verschafften sich so nach und nach ein kleines Polster. Der neue
Weltmeister im Punkterennen Van Schip versuchte dieser Entwicklung knapp 30 Runden vor dem Ende mit einem Angriff entgegenzuwirken, dem sich auch Torres anschloss, doch die beiden wurden nicht weggelassen.

Nur wenige Runden später attackierte Stewart, der zu diesem Zeitpunkt zwei Punkte hinter Hayter gelegen hatte, und fand im Franzosen Benjamin Thomas sowie dem Dänen Niklas Larsen zwei starke Mitstreiter. 16 Runden vor dem Ende machten sie einen Rundengewinn perfekt, der Stewart vorzeitig den WM-Titel sicherte und Thomas mit einem Schlag auf den dritten Platz katapultierte. Der Weltmeister von 2017 hatte sich mit dem vorletzten Platz im Scratch gleich zu Beginn des Omniums ein gewaltiges Handicap verpasst, dass er trotz Platz drei in den Temporunden und den Gewinn des Ausscheidungsfahren nicht hatte wettmachen können. Mit dem Rundengewinn war das nun gelungen, und mit dem Gewinn der letzten Wertung schob er sich sogar noch einen Punkt vor Hayter auf den Silberrang. Der Schweizer Claudio Imhof landete am Ende zwar nur auf Platz zehn, hatte aber einen ausgesprochen guten Auftritt im Ausscheidungsfahren, das er hinter Thomas und Van Schip auf dem dritten Platz beendete.

-> Zum Resultat Omnium Männer



Sprint Männer

Niederländischer Quali-Doppelsieg, Halbfinale Europa- gegen Weltmeister

Auf der Jagd nach der Spitzenposition im Medaillenspiegel können sich die Niederlande auf ihre männliche Sprintabteilung verlassen. Nach den Goldmedaillen im
Teamsprint und Keirin ist weiteres Edelmetall im Einzel-Sprint garantiert, weil sich gleich zwei Oranje-Fahrer für die Halbfinals qualifizierten, die am Sonntag ausgetragen werden. Jeffrey Hoogland und Harrie Lavreysen hatten in der Qualifikation die Plätze eins und zwei belegt und meisterten ihre ersten beiden K.o.-Duelle mit nominell deutlich schwächeren Gegnern ohne Probleme. In der Runde der letzten Vier kommt es neben dem Duell zwischen Lavreysen und dem Polen Mateusz Rudyk zum Aufeinandertreffen von Europameister Hoogland und dem amtierenden Weltmeister Matthew Glaetzer.

Glaetzer hätte als Fünfter der Qualifikation bei einem normalen Turnierverlauf, in dem sich immer der bei diesem ersten Kräftemessen besser platzierte Fahrer durchsetzt, im Viertelfinale eigentlich auf den Quali-Vierten Sébastien Vigier treffen müssen. Doch der Franzose, der im letzten Jahr die Bronzemedaille gewonnen hatte, verlor sein Achtelfinale gegen den Neuseeländer Ethan Mitchell (Quali-Platz 20), vom dem Glaetzer sich wiederum nicht überraschen ließ. Der Russe Denis Dmitriev, Weltmeister von 2017, hatte in der Qualifikation Platz sechs erreicht und musste sich im Viertelfinale Rudyk geschlagen geben. Die deutschen Teilnehmer konnten ebenfalls keine Bäume ausreißen, Maximilian Dörnbach (Quali-Platz 22) schied schon im Sechzehntelfinale gegen den Briten Jack Carlin (Quali-Platz 11) aus und Vize-Europameister Stefan Bötticher (Quali-Platz 9) zog im Achtelfinale gegen Nicholas Paul aus Trinidad und Tobago (Quali-Platz 8) den Kürzeren.

-> Zum Resultat Sprint Männer



Noch vier Entscheidungen stehen bei der Bahn-WM am Sonntag bevor. Neben den Finals im Sprint steht bei den Männern auch noch das Madison an, während die Frauen Keirin und Punkterennen austragen.





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