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Die Topfavoriten auf den Gesamtsieg des Giro d´Italia
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06.05.2009

Die Topfavoriten auf den Gesamtsieg des Giro d´Italia

Info: GIRO D´ITALIA
Autor: Henning Witteborg (cycling-report.de)
Vote: Wer gewinnt den Giro d'Italia 2009?




06.05.2009 - Am 9. Mai beginnt in Venedig der 92. Giro d’Italia, Zeit die Favoriten herauszuarbeiten, die in drei Wochen um den Gesamtsieg fahren werden. Dabei werfen wir einen ausführlichen Blick auf Lance Armstrong, Levi Leipheimer, Ivan Basso, Danilo Di Luca und Damiano Cunego.



Umfrage: Wer gewinnt den Giro d'Italia 2009?


Lance Armstrong (Astana)

Armstrongs Weg zu seiner ersten großen Landesrundfahrt nach seinem Rücktritt im Jahre 2005 beschreibt sich nicht nur durch das medial stark aufgenommene Comeback zu Beginn des Jahres, sondern zudem durch seine Rückkehr nach einem Schlüsselbeinbruch auf der ersten Etappe der Vuelta Castilla y Leon. Im US-Bundestaat New Mexico stieg der Texaner beim nicht als UCI Rennen klassifizierten Rennen „Tour of the Gila“ wieder an der Seite seines Giro-Mannschaftskollegen Levi Leipheimer im Team „Mellow Johnnys“ in das Geschehen ein und behauptete sich hinter dem siegreichen Leipheimer als Gesamtzweiter der fünftägigen Rundfahrt. Für Armstrong wird es am neunten Mai der erste Start bei einer Italienrundfahrt sein, in der sich der in Zeiten von US Postal und Discovery Channel unangefochtene Kapitän die Rolle des Leaders mit Leipheimer wird teilen müssen, zugleich wird sich zeigen, in wie weit die ungewöhnliche Streckenführung der Jubiläumsausgabe dem einst so dominanten Toursieger liegen wird und ob er nach vier Jahren Abstinenz die Rolle wird ausfüllen können, die ihm bereits vor Rundfahrtsbeginn von einigen zugeschrieben wurde. Die bisher besten Resultate bei einer Rundfahrt konnte der 37-Jährige in diesem Jahr bei der Kalifornien-Rundfahrt, welche er auf Rang sieben beendete, vorweisen und eine erste Kostprobe geben.



Startliste: Alle Teilnehmer des Giro d'Italia


Levi Leipheimer (Astana)

Wenn auch international nicht so stark in den Schlagzeilen der Gazetten vertreten, sticht in der Aufstellung des in finanziellen Turbulenzen befindlichen Astana-Rennstalls Levi Leipheimer heraus, dem dritten Glied des Kaders in Bezug auf Rundfahrten hinter dem nicht in Italien startenden Vorjahressieger Alberto Contador und Lance Armstrong. Im bisherigen Verlauf der Saison konnte dabei Leipheimer die bisher meisten Erfolge verbuchen und bei der Kalifornien-Rundfahrt, der Vuelta Castilla y Leon und der Tour of the Gila gleich drei Rennen in der Endabrechnung für sich entscheiden. Seine bisher beste Platzierung beim Giro d’Italia erreichte der Bronze-Medaillengewinner im Einzelzeitfahren von Peking im vergangenen Jahr als 18. der Gesamtwertung und könnte nun eine Formation mit Janez Brajkovic, dem Schweizer Steve Morabito und José Luis Rubiera anführend als Speerspitze des Astana-Teams in den 92. Giro d’Italia gehen und gemessen an den Vorzeichen seinen ersten GT-Sieg ins Auge fassen.


Ivan Basso (Liquigas)

Nach einer abgesessenen Dopingsperre, die Ende letzten Jahres endete, kehrt mit Ivan Basso der Gesamtsieger von 2006 auf die Giro-Bühne zurück und führt das italienische Liquigas-Team in die Italienrundfahrt. Während Armstrong und Leipheimer ihren unmittelbaren Vorbereitungsweg über die Tour of Gila wählten, testete der 31-jährige Italiener parallel zu den gleichzeitig stattfindenden Ardennen-Klassikern beim bergigen Giro del Trentino mit dem Gesamtsieg und per schnellen Transfer auch noch bei Lüttich-Bastogne-Lüttich erfolgreich seine Form und fuhr seit 2006 seinen ersten Erfolg ein. Zum Vorteil des aus der Region Varese stammenden starken Bergfahrers könnten dabei geraten, dass beide Einzeltzeitfahren mit einer bergigen Topographie zur Mitte der Rundfahrt bzw. einer nur geringen Distanz zum Abschluss in der Hauptstadt Rom für keinen großen Rückstand Bassos sorgen dürften. Zugleich könnte sich Basso bei einer guten Auftaktleistung seiner Mannschaft mit zwei Bergankünften auf Etappe vier und fünf gleich zu Beginn der Rundfahrt eine perfekte Ausgangsposition verschaffen und seine Kontrahenten in eine unangenehme Position zu bringen, die fortan die Initiative ergreifen müssten.


Danilo Di Luca (LPR Brakes Farnese Vini)

Hinter Ivan Basso ist der „Killer“ Danilo Di Luca die Hoffnung Nummer zwei der italienischen Radsportfans. Es war im Jahr 2005, als der spätere ProTour-Gesamtsieger die Entwicklung vom Klassikerjäger hin zum ebenfalls hoch einzuschätzenden Rundfahrer vollzog, indem er nach Siegen beim Wallonischen Pfeil und dem Amstel Gold Race beim Giro d’Italia zwei Tageserfolge feierte und fünf Tage im Rosa Trikot fuhr. Am Ende belegte er den vierten Gesamtrang und richtete im darauffolgenden Jahr seine ganze Konzentration auf die erste große Landesrundfahrt der Saison, scheiterte allerdings mit dem Vorhaben sein Ergebnis vom Vorjahr zu verbessern. Erst spät im Jahr gelang ihm nach enttäuschenden Vorstellungen bei Giro und Tour bei der Spanienrundfahrt eine leichte Rettung der Saison. Für viele war der aufgehende Stern Di Luca am Rundfahrt schon wieder verglüht, doch 2007 wählte er erneut den Weg über die Ardennen-Klassiker, von denen er mit Lüttich-Bastogne-Lüttich den prestigeträchtigsten für sich entscheiden konnte, und ging unter guten Vorzeichen in die Italienrundfahrt, die er mit dem größten Triumph seiner Karriere abschloss. Das Jahr 2008 verlief dagegen nicht ganz nach den Vorstellungen des inzwischen für LPR startenden Profis, für den 92. Giro d’Italia stehen die Zeichen jedoch gut, denn beim mit dem Sieg Bassos zuende gegangenen Giro del Trentino gelang ihm ein Tageserfolg. Eine Wiederholung seines Sieges von 2007 dürfte dabei wohl nicht an seiner Mannschaft scheitern, die neben mit dem Kapitän für die Sprintankünfte Alessandro Petacchi mit dem bergfesten Daniele Pietropolli und Giro-Etappensieger Gabriele Bosisio aufwarten wird und in der Lage sein dürfte, auf den Bergetappen wichtige Arbeit für Di Luca verrichten zu können.


Damiano Cunego (LAMPRE - N.G.C.)

Im letzten Jahr hatte Cunego noch den Start beim Giro vermieden und sein Hauptaugenmerk auf die Tour de France gerichtet, bei der er allerdings seine selbst gesteckten Erwartungen nicht erfüllen konnte und schließlich nach einem Sturz vor dem Ende ausschied. Zur Jubiläumsausgabe sagte sich der Überraschungsgesamtsieger von 2004 in diesem Jahr aber an, entschloss sich dabei im Gegensatz zu manchen seiner Konkurrenten jedoch zu einem Vorbereitungsprogramm mit den Ardennen-Klassikern, wo er sich bei allen drei Rennen nicht schlechter als Rang sieben platzierte. Ebenso wie Leipheimer und Basso konnte er im bisherigen Saisonverlauf auch schon bei einer Rundfahrt ganz oben auf das Treppchen klettern, als er im März bei Settimana Internazionale Coppi e Bartali vor Cadel Evans den Gesamtsieg davontrug und zwei Tagessiege feiern konnte. Mit Pietro Caucchioli und Marzio Bruseghin, die sich beide in der Vergangenheit schon in den vordersten Reihen bei der Italienrundfahrt präsentierten, an seiner Seite könnte er neben seinem Landsmann Basso gleich von Beginn an eine große Rolle spielen und seine Fans in Verzückung versetzen, zumal auch ihm die wenigen Zeitfahrkilometer entgegenkommen dürften. Ob es dem aus Verona stammenden Lampre-Profi gelingen wird über drei Wochen Konstanz zu zeigen ist wohlgleich nicht unbedingt garantiert, denn in den letzten Jahren wusste Cunego speziell bei Eintagsrennen zu überzeugen, was sich in den Siegen zwei und drei bei der Lombardei-Rundfahrt 2007 und 2008 so wie dem Gewinn des Amstel Gold Race ebenfalls im vergangenen Jahr wiederspiegelte. Die Silbermedaille im Straßenrennen bei der letztjährigen WM hinter Alessandro Ballan unterstrich dies, zugleich konnten in der jüngsten Vergangenheit Fahrer wie Cadel Evans oder Andy Schleck beweisen, dass starke Leistungen bei Klassikern und dreiwöchigen Rundfahrten nicht im Gegensatz zueinander stehen müssen und auch Cunego selbst gewann im Jahr seines Giro Triumphs zum ersten Mal die Lombardei-Rundfahrt und krönte seine perfekte Saison. In wie weit er 2009 seine Saison schon im Mai als erfolgreich bezeichnen kann, bleibt abzuwarten, an Potential mangelt es ihm ohne Zweifel nicht.


Weitere Favoriten

In der zweiten Reihe warten zahlreiche weitere Fahrer auf eine sich ergebende Chance, darunter auch der zweifache Gesamtsieger Gilberto Simoni mit seinem Team Serramenti PVC Diquigiovanni und der Triumphator von 2000, Stefano Garzelli von Acqua e Sapone. Neben dem letztjährigen Toursieger Carlos Sastre vom Cervélo TestTeam könnte sich daneben das Team Columbia um Kanstantsin Siutsou und seine starken Helfer Thomas Lövkvist und Michael Rogers als weiterer wichtiger Faktor in dem Kampf um das Podium entpuppen.


In Laufe dieser Woche folgen weitere Vorschauen auf den nahenden Giro d'Italia...





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