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Sastre gewinnt Königsetappe des Giro d´Italia - Menchov weiter souverän in Rosa
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25.05.2009

Sastre gewinnt Königsetappe des Giro d´Italia - Menchov weiter souverän in Rosa

Info: GIRO D´ITALIA
LiVE-Ticker zum Nachlesen: Flash | Text
Autor: Felix Griep (Werfel)



Monte Petrano, 25.05.2009 - Der Spanier Carlos Sastre vom Schweizer Cervélo TestTeam hat die Königsetappe des Giro d'Italia gewonnen und sich in der Gesamtwertung auf einen Podiumsplatz verbessert. Am Schlussanstieg zum Monte Petrano setzte sich der Tour de France Sieger vom letzten Jahr knapp eine halbe Minute vor Denis Menchov (Rabobank), Danilo Di Luca (LPR Brakes) und Ivan Basso (Liquigas) durch. Der Russe Menchov verteidigte damit das Rosa Trikot des Gesamtführenden.

Angesichts des morgigen zweiten Ruhetages haben die Giro-Organisatoren heute ihre Königsetappe eingeplant. Bei hochsommerlichem Wetter ging es über 237 Kilo- und 4795 Höhenmeter von Pergola zur Bergankunft am Monte Petrano. Vor dieser mussten aber auch noch der Monte Nerone und der Monte Catria bezwungen werden.

Große Spitzengruppe für eine lange Fahrt
Die Etappe begann mit einer einer 20 Fahrer großen Spitzengruppe, die sich auf Initiative der beiden Diquigiovanni-Profis Michele Scarponi und Francesco De Bonis bildete. Dabei waren desweiteren Damiano Cunego (Lampre), Yaroslav Popovych (Astana), Jens Voigt (Saxo Bank), Arnold Jeannesson, David Lopez (beide Caisse d'Epargne), Tom Danielson, Bradley Wiggins (beide Garmin-Slipstream), Mauricio Ardila, Maarten Tjallingii (beide Rabobank), Gabriele Bosisio (LPR Brakes), Pavel Brutt (Katusha), Renaud Dion (Ag2r), Francesco Bellotti (Barloworld), Mathieu Sprick (Bouygues Telecom), Angel Gomez (Fuji-Servetto), Kjell Carlström (Liquigas), Dario Cataldo (Quick Step) und Marcos Garcia (Xacobeo Galicia). Giovanniv Visconti versuchte noch dieser Gruppe hinterherzujagen, schaffte es aber nicht nach vorne, womit ISD ausnahmsweise einmal nicht in einer Fluchtgruppe vertreten war. Für Fahrer wie Cunego Scarponi oder Voigt galt das Ziel Etappensieg, während andere Fahrer wie Bosisio, Ardila, Tjallingii und Carlström wohl auch vorgeschickt wurden, um später ihren Kapitänen noch helfen zu können, sollten diese die Ausreißer wieder einholen. Der Gruppe stand eine lange Fahrt bevor, die für den letzten Verbliebenen erst zwei Kilometer vor dem Ziel enden sollte.

Erste Verluste am Cesane und Nerone
Nach Rund 80 Kilometern hatte die Spitzengruppe ihre ersten beiden Fahrer verloren. Das Garmin-Duo Wiggins/Danielson hatte im Anstieg zum Monte delle Cesane, dem ersten kategorisierten Berg der Etappe den Anschluss verloren, womit die Spitzengruppe auf 18 Fahrer reduziert wurde. In der Abfahrt vom Cesane kam es zu einer kurzfristigen Spaltung der Gruppe, auch weil Scarponi, Cataldo und Brutt stürzten. Als man sich kurz darauf wieder zusammenfand, war der Vorsprung gegenüber dem vom Rabobank angeführten Feld auf über acht Minuten angewachsen. 90 Kilometer vor dem Ziel begann dann die Drei-Berge-Fahrt mit dem Anstieg zum Monte Nerone (13,35 km à 7,7%). Auch wenn hier noch nicht voll gefahren wurde, verloren sowohl die Spitzengruppe als auch das Feld weiterer Fahrer. Vorne mussten Lopez, Tjalinggii, Brutt und Garcia einsehen, dass es für sie heute nichts zu holen gab. Die restlichen 14 erreichten den Gipfel, angeführt von De Bonis und Scarponi, mti noch 3:40 Minuten Vorsprung auf das Feld.

Spitze schrumpft auf drei, das Feld auf dreißig Fahrer
Zwischen der Abfahrt vom Monte Nerone und dem Anstieg zum Monte Catria gab es noch einen etwas kleineren Berg von rund 200 Höhenmetern, an dem sich die Situation der Ausreißer entscheidend veränderte. Eine Tempoverschärfung Scarponis führte zu einem neuen Quartett mit dem Sieger der 6. Etappe sowie Cunego, Popovych und Bosisio. Zu viert in Führung liegend und mit wieder etwas mehr Vorsprung auf das Feld nahmen sie den Monte Catria (11 km à 8%) in Angriff. Im Laufe dieses vorletzten Berges Musste Scarponi nach einer Attacke Cunegos abreißen lassen womit Cunego, Bosisio und Popovych den Gipfel zu dritt erreichten. Mit einigem Rückstand kämpften sich von den Ausreißern noch Carlström und Jeannesson vor der Favoritengruppe über den Berg, Scarponi wurde noch im Anstieg eingeholt. 3:10 Minuten betrug der Rückstand der Gruppe Rosa mit noch etwa 30 Fahrern an der Bergwertung 35 Kilometer vor dem Ziel. Zu den abgehängten Fahrern gehörten da schon die auch gestern mit Problemen kämpfenden Thomas Rohregger (Team Milram) und Gilberto Simoni (Diquigiovanni). Ebenfalls nicht mehr mithalten konnte der Schwede Thomas Lövkvist (Team Columbia), der am Ende der Etappe sein Weißes Trikot an den neuen besten Nachwuchsfahrer Kevin Seeldrayers (Quick Step) abgeben musste.

Schwierige Abfahrt
Die Abfahrt vom Monte Catria wurde durch Winterschäden an der Straße erschwert, was einige Reifenschäden zur Folge hatte. Nachdem Carlström auf die Favoritengruppe gewartet hatte, um seine Liquigas-Kapitäne zu unterstützen fiel Jeannesson wegen eines Defekts zurück. Aus den noch drei übrig gebliebenen der 20 Ausreißer wagte Yaroslav Popovych eine Attacke und konnte sich von Cunego und Bosisio absetzen. Sein Astana-Teamkollege Levi Leipheimer hingegen musste nach einer Panne der Gruppe Rosa hinterherjagen, um nicht schon vor dem Schlussanstieg Zeit zu verlieren. Da die Chance auf den Tagessieg durch den Angriff von Popovych für Bosisio dahin war, wartete auch der LPR-Fahrer auf die Gruppe um seinen Teamkollegen Di Luca, um dort noch Arbeit zu verrichten

Sastre erinnert an Alpe d'Huez 2008
Popovych ging mit einer halben Minute Abstand auf Cunego und fünf Minuten vor dem Feld in den Schlussanstieg. Der Monte Petrano verlangte den Fahrern mit im Schnitt 7,9% Steigung auf 10,4 Kilometer Länge nochmal alles ab. Im schwersten ersten Viertel wurden die Weichen für das Tagesergebnis gestellt. Liquigas führte die Favoritengruppe in den Berg hinein und es dauerte nicht lange, bis Ivan Basso den Kampf eröffnete. Nur wenige Fahrer konnte ihm folgen und noch weniger waren es als Di Luca es versuchte. Der entscheidende
Antritt gelang aber Carlos Sastre (Cervélo TestTeam), der sich zuvor auffällig oft am Ende der Gruppe gezeigt hatte. Der Spanier konnte sich sieben Kilometer vor dem Ziel absetzen und einige Sekunden Vorsprung auf Basso herausholen, hinter dem sich wiederum Di Luca und Menchov zusammenfanden. Sastre holte erst Cunego und dann, gut zwei Kilometer vor dem Ziel, auch Popovych als letzten Ausreißer ein und konnte so wie schon bei der Tour de France 2008 in Alpe d'Huez hier beim Giro den Gewinn der Königsetappe feiern. Basso wurde von seinen zwei Verfolgern noch eingeholt und belegte schließlich Platz vier. Im Spurt zwischen Menchov und Di Luca um Platz zwei und einige Sekunden Zeitgutschriften siegte der Mann im Rosa Trikot. Das Trio verlor auf den Sieger knapp eine halbe Minute. Mit 1:20 Minute Rückstand folgten Stefano Garzelli (Acqua & Sapone), dessen Teamkollege Francesco Masciarelli und Pellizotti. Nachdem noch Tadej Valjavec (Ag2r) und Jose Serpa (Diquigiovanni) das Ziel erreichten, führte Lance Amrstrong den geschlagenen Leipheimer mit zweieinhalb Minuten Rückstand auf Rosaüber die Linie.

Menchov mit nächstem Schritt zum Giro-Gesamtsieg
Die heute verlorene Zeit auf Carlos Sastre kann Denis Menchov verkraften, denn auf den Spanier, der nun Dritter der Gesamtwertung ist, hat er immer noch 2:19 Minuten Vorsprung. Zudem konnte Menchov den Abstand zu Danilo Di Luca ein wenig auf 39 Sekunden erhöhen. Der Italiener ist weiterhin verdammt, Zeit aufzuholen, da im abschließenden Zeitfahren auf der letzten Etappe Menchov wieder als Topfavorit gilt. Das Liquigas-Duo Pellizotti und Basso sowie der heute schwächelnde Leipheimer liegen gut drei Minuten hinter Platz eins und sehen ihre Chancen auf den Rundfahrtgewinn dahinschwinden. Hinter diesen Top6 liegt im Bereich von fünf Minuten nur noch der Australier Michael Rogers (Team Columbia). Dessen Teamkamerad verlor heute alle Chancen auf das Weiße Trikot, dass ab sofort Kevin Seeldrayers (Quick Step) tragen wird. Trotz des schmerzlichen Zeitverlustes von Levi Leipheimer konnte Astana die Führung in der Mannschaftswertung weiter ausbauen.

-> Zum Resultat

Nach den Anstrengungen des heutigen Tages haben sich die Fahrer morgen ihren zweiten Ruhetag redlich verdient. Am Mittwoch muss auf der 17. Etappe der Anstieg zum Blockhaus erklommen werden, was wieder zu viel Spannung im Kampf um den Sieg beim 100-jährigen Jubiläum des Giro d'Italia führen wird.


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