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Sieg auf Blockhaus-Etappe bringt Franco Pellizotti aufs Podium des Giro d´Italia
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27.05.2009

Sieg auf Blockhaus-Etappe bringt Franco Pellizotti aufs Podium des Giro d´Italia

Info: GIRO D´ITALIA
LiVE-Ticker zum Nachlesen: Flash | Text
Autor: Felix Griep (Werfel)



Blockhaus, 27.05.2009 - Die nur 83 Kilometer lange 17. Etappe hat Franco Pellizotti genutzt, um für sein Team Liquigas den ersten Etappensieg bei diesem Giro d'Italia zu holen. Zugleich überholte er den schwächelnden Carlos Sastre (Cervélo TestTeam) in der Gesamtwertung und verbesserte sich auf Position drei. Im Kampf um das Rosa Trikot musste Denis Menchov (Rabobank) ein paar Sekunden an Danilo Di Luca (LPR Brakes) abgeben.

Nach dem gestrigen Ruhetag stand heute die abgesehen von den Zeitfahren kürzeste Etappe der Italien-Rundfahrt au dem Programm. Das 83 Kilometer lange Teilstück endete aber mit dem Anstieg zum Blockhaus, der sich über 18 Kilometer mit durchschnittlich 7% Steigung erstreckte.

Ausreißer auf kurzer Etappe chancenlos
Die Etappe war wie gemacht für die Topfahrer der Gesamtwertung, die mit wenig Kräfteverschleiß in den Schlussanstieg gehen konnten. Die Erfolgsaussichten für Ausreißer waren dadurch sehr gering, was einige Fahrer aber nicht davon abhielt, es dennoch zu versuchen. Thomas Voeckler (Bouygues Telecom) attackierte als Erster und kam bald Gesellschaft durch Felix Cardenas, Mauro Facci (beide Quick Step), Ruggero Marzoli, Giuseppe Palumbo (beide Acqua & Sapone), Delio Fernandez, Gonzalo Rabunal (beide Xacobeo Galicia), Giovanni Visconti (ISD), Matteo Bono (Lampre) und Riccardo Chiarini (LPR Brakes). Zu zehnt brachten sie es auf maximal drei Minuten Vorsprung auf das Feld. Nicht alle der Ausreißer waren an der Flucht an sich interessiert, drei Fahrer hatten nur einen Punkt 30 Kilometer vor dem Ziel im Visier. In Fara Filiorum Petri wurde der Zwischensprint des Tages ausgetragen, an dem Visconti seine Führung in dieser Wertung ausbauen konnte. Durch den Sieg kommt er nun auf 20 Punkte und liegt damit fünf Punkte vor Facci, der Sprintdritter wurde, und zehn Punkte vor einem Trio um Palumbo, der zwischen den beiden landete. Als der Anstieg zum Blockhaus begann waren die Sprintakteure die ersten, die zurück ins Feld fielen, ehe der Rest folge. Am längsten hielt sich Cardenas an der Spitze, der aber auch bald von Angreifern aus dem Feld überholt wurde.

Pellizotti attackiert dritten Platz von Carlos Sastre
Nachdem im Flachen lange Zeit LPR Brakes dafür sorgte, das der Rückstand zur Spitzengruppe nicht zu weit anstieg, war es das Cervélo TestTeam um Carlos Sastre, welches das Rennen im Feld kurz vor dem Anstieg schwer machte und wieder an die Ausreißer heran brachte. Wer glaubte, dass der Spanier heute seine Leistung von vor zwei Tagen am Monte Petrano wiederholen würde, wurde bald eines besseren belehrt. Schon nach den ersten Kehren des Blockhaus begann Liquigas seinen Angriff auf Tagessieg und Gesamtwertung. Das Team um die Viert- und Fünftplatzierten Franco Pellizotti und Ivan Basso schickte den in der Gesamtwertung auf Rang 53 gelegenen Sylvester Szmyd voraus. Der Pole diente als Zwischenstation für Pellizotti, der wenige Minuten später angriff und zu seinem Teamkollegen vor fuhr. Denis Menchov (Rabobank) und Danilo Di Luca (LPR Brakes) fühlten sich in ihren Positionen als Topduo des Giro durch Pellizotti nicht gefährdet und ließen Pellizotti gewähren. Sastre, dessen dritter Gesamtrang in Gefahr geriet, schien nicht in der Form zu sein, zu kontern. Einen Konter versuchte Lance Armstrong (Astana), doch der siebenfache Toursieger blieb ohne Erfolg. Pellizotti und Szmyd holten den letzten Ausreißer Cardenas ein und bald war der Topfahrer von Liquigas allein auf weiter Flur.

Pellizotti zieht durch, Di Luca und Menchov kämpfen um Sekunden
Zehn Kilometer vor dem Ziel begannen in der auf etwa 20 Fahrer geschrumpften Gruppe der Bergspezialisten weitere Attacken. Antritte von Michael Rogers (Team Columbia) und Marzio Bruseghin (Lampre) blieben ohne Wirkung, doch Di Luca führte eine weitere Selektion herbei. Problemlos klemmte sich Menchov in Rosa an das Hinterrad seines ärgsten Konkurrenten um den Giro-Sieg und auch Ivan Basso und Stefano Garzelli (Acqua & Sapone) hielten den Anschluss. Sastre jedoch konnte diese Vierergruppe nicht halten und fuhr dahinter mit Armstrong, Szmyd und Garzellis Teamkollegen Simoni. Diese Rennsituation blieb lange Zeit bestehen, nur dass die Abstände der einzelnen Gruppen langsam wuchsen. Bis zur Zwei-Kilometer-Marke hatte Pellizotti 50 Sekunden Vorsprung auf die Gruppe Menchov und 1:30 Minute auf die Gruppe Sastre herausgefahren. Nach 2006 und 2008 fuhr der 31-Jährige somit zum dritten Giro-Etappensieg seiner Karriere. Nach nicht einmal zweieinhalb Stunden Fahrzeit erreichte Pellizotti das neblige Ziel im Alleingang und holte endlich den ersten Sieg für Liquigas bei dieser Rundfahrt. Als Erster der vier Verfolger beendete Garzelli 42 Sekunden nach dem Sieger das Rennen und holte sich damit weitere wichtige Punkte für die Bergwertung. Di Luca nahm Menchov im Zielsprint fünf Sekunden ab und fügte noch acht durch die Zeitbonifikation für Platz drei hinzu. Basso fiel noch ein klein wenig zurück und folgte nach 57 Sekunden.

Noch 26 Sekunden zwischen Platz eins und zwei
Zwar konnte Di Luca auch mit einer letzten Attacke kurz unterhalb des Ziels Menchov nicht abschütteln, verkürzte seinen Rückstand zu dem Führenden aber von 39 auf 26 Sekunden und kann sich damit noch Hoffnungen auf seinen zweiten Giro-Gewinn nach 2007 machen. Da Sastre in der nächsten Gruppe erst knapp zwei Minuten nach Pellizotti ankam, verlor der Tour de France Sieger vom letzten Jahr nicht nur Rang drei an den Tagessieger, sondern fand sich auch noch zwei Sekunden hinter Basso auf Platz fünf wieder. Spannung brachte die Etappe in die Nachwuchswertung wo Kevin Seeldrayers (Quick Step) die Hälfte seines Vorsprungs gegenüber Francesco Masciarelli (Acqua & Sapone) verlor und die Beiden nur noch 2:07 Minuten trennen. Masciarellis Teamkamerad Stefano Garzelli hat nach dem zweiten Platz heute den Sieg in der Bergwertung so gut wie sicher. Nur noch 26 Bergpunkte werden auf den letzten Giro-Etappen vergeben, Garzelli hat 22 Vorsprung auf Di Luca und Andriy Grivko (ISD). In der Mannschaftswertung holte Liquigas mit drei Fahrern unter den Top7 des Tages einen klaren Sieg. Unangefochten an der Spitze bleibt aber weiter das Team Astana, das zwar in der Breite wieder sehr stark war, aber noch immer auf ein Erfolgserlebnis in Italien wartet.

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Auf den morgigen 182 Kilometern von Sulmona nach Benevento fehlen große Berge, doch die 18. Etappe zeichnet sich durch viele kleine Anstiege aus, die auch im Finale für viel Spannung sorgen werden. Für die Gesamtwertung wird das 19. Teilstück wichtiger, das am Vesuv die letzte Bergankunft bietet. Auf der größtenteils flachen 20. Etappe kann am kleinen Schlussanstieg aber auch nochmal Zeit gut gemacht werden. Am Sonntag wird der Ausgang des Giro d'Italia 2009 dann im Zeitfahren in Rom endgültig entschieden.


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